Weinguide Deutschland 2021: Von konventionell bis experimentell

Symbolbild Mosel © Shutterstock

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Die Spannung ist jeden Sommer die gleiche, wenn die Pakete für die Verkostungen zum Falstaff Weinguide im Hamburger Lager eintreffen: Welches Weingut wird wohl dieses Jahr überraschen? Wer enttäuschen? Welche Regionen haben den Jahrgang am besten gemeistert? Und lassen sich vielleicht sogar neue stilistische Trends erkennen?

Einjährige Weißweine, zweijährige Rotweine

Während der wochenlangen Verkostungen gewinnt die Falstaff-Jury nach und nach die Antworten auf diese Fragen. Puzzlestein für Puzzlestein entsteht das Bild des verkosteten Jahrgangs. Oder genauer: der verkosteten Jahrgänge. Denn meist stehen ja einjährige Weißweine und zweijährige Rotweine auf dem Probentisch. So ging es bei den diesjährigen Proben mehrheitlich um die Weißweine aus 2019 und die Rotweine aus 2018.

Das Fazit nach der Verkostung von 4500 Weinen aus 550 Weingütern könnte erfreulicher nicht sein: Das Jahrgangs-Double hat trockene 2019er Rieslinge mit Kern und Frische gebracht sowie 2018er Spätburgunder mit Fülle und Frucht. Für edelsüße Weine waren die lebendigen Säuren des Jahrgangs 2019 eine Steilvorlage. Und auch in den »Nischen«, bei Silvaner, Weiß- und Grauburgunder oder Chardonnay sind Weine entstanden, die die internationale Bühne verdienen.

Deutscher Wein soll cool climate-Produkt bleiben

Bei den Stilistiken setzt sich der Trend zur Vermeidung hoher Alkoholgrade fort. Der deutsche Wein soll ein cool climate-Produkt bleiben, extraktreich und lagerfähig, aber auch unbeschwerlich. Das ist das Credo der Winzer, das sich aus ihren Weinen ablesen lässt. Die besten der Besten nennen wir auf den folgenden Seiten.

Sensationelle »Kollektion des Jahres« von Weingut Dönnhöff

Auf meisterliche Art führt Cornelius Dönnhoff fort, womit sein Vater Helmut begonnen hat: Den Weinen nichts aufzuzwingen, sondern durch aufmerksame Weinbergarbeit einen unverfälschten, individuellen Ausdruck entstehen zu lassen. Seine aktuellen Rieslinge setzen in puncto Frische, Eleganz und mineralischer Tiefe neue Standards. Trocken, pointiert, detailreich und von schier unglaublicher Spannkraft schlagen seine Versionen von Dellchen, Felsenberg und Hermannhöhle eine Brücke in ein neues Zeitalter.

»Große Gewächse« mit Reifepotenzial

Seine »Großen Gewächse« haben allesamt ein Potenzial für zehn oder 20 Jahre Flaschenreife, setzen sich von den »Ersten Lagen« differenziert ab, lassen sie aber mit Persönlichkeit – und nicht als Zweitweine – neben sich bestehen. Sein Kabinett aus der Oberhäuser Klamm ist keine abgestufte Spätlese, sondern ein wirklicher Kabinett. Die beiden Auslesen aus Brücke und Hermannshöhle brillieren mit skrupulöser Selektionsarbeit, ihre Botrytis gleicht wahrer Haute Couture: Mit delikatester Aromatik und vielfältigsten Zwischentönen. Mit dem »Tonschiefer« beweist Dönnhoff nicht nur Verlässlichkeit: Mit vollmundigen 91 Falstaff-Punkten bewertete die Expertenjury den Basiswein, der sich am Ende unter allen eingereichten Weinen des Weinguts als jener mit dem niedrigsten Preis herausstellt.

Winzer, Sommelier und Newcomer des Jahres

Bis Ende des Jahres muss man sich noch gedulden um zu erfahren, wer sich über die Auszeichnungen Winzer, Sommelier und Newcomer des Jahres freuen darf. Thomas Haag (Weingut Schloss Lieser/Mosel), Jens Heinemeyer (Solveigs/Rheingau) und Rudi May (Retzstadt/Franken) sind als »Winzer des Jahres« nominiert. Die Wahl um den »Sommelier des Jahres« entscheidet sich zwischen Jacqueline Lorenz (»Prism«/Berlin), Silvio Nitzsche (»Weinkulturbar«/Dresden) und Sebastian Muckenhirn (»Spielweg«/Münstertal). Um den Titel »Newcomer des Jahres« rittern die Weingüter Drei Zeilen (Rödelsee/Franken), Eymann (Gönnheim/Pfalz) und Lassak (Hessigheim/Württemberg.

Wer sich zur Riege der handverlesenen Preisträger in den einzelnen Kategorien zählen darf, entscheidet eine 50-köpfige Jury im Rahmen einer geheimen Abstimmung. Die Gewinner werden Anfang 2021 verkündet.

Weinguide Deutschland 2021

Foto beigestellt

Der Falstaff Weinguide Deutschland 2021 beschreibt ausführlich alle 13 deutschen Weinanbaugebiete, ihre Spitzenwinzer und deren beste Weine. Und weil der Mensch neben dem Wein auch noch etwas Vernünftiges auf dem Teller braucht, serviert Falstaff zu jeder Region auch noch die 225 besten Restaurants und Gasthäuser.

Freuen Sie sich auf den neuen Weinguide 2021!

Mehr als 4.500 Weine werden verkostet, beschrieben und bewertet und im Weinguide vorgestellt – selbstverständlich mit dem bewährten Falstaff 100-Punkte-System!

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