Winter de Luxe: Kitzbühel, Lech-Zürs und St. Moritz

Verschneite Landschaft am Kitzbüheler Horn.

© Mauritius

Verschneite Landschaft am Kitzbüheler Horn. / © Mauritius

Verschneite Landschaft am Kitzbüheler Horn.

© Mauritius

Sternenhimmel: St. Moritz für Feinschmecker

In St. Moritz ist auf 1855 Meter Seehöhe so ziemlich alles top – qualitativ und auch preislich. Fünf Grandhotels mit der Noblesse der Belle Époque buhlen um Gäste. Und auch die Kulinarik ist nicht zu toppen. 47 Hauben vergab Gault Millau, und Michelin rückte fünf Sterne heraus.

Der Walliser Daniel Bumann mischt in der »Chesa Pirani« seit geraumer Zeit an der Spitze mit, in den Stuben eines Patrizierhauses serviert er subtile Küche mit regionalen Wurzeln. Sein Hauptkonkurrent ist der Südtiroler Martin Dalsass, der im »Talvo« im Dörfchen Champfèr schon die dritte Saison mit mediterraner Luxusküche bestreitet. Die Gourmettempel sind insofern Exoten, als alle anderen feinen Adressen ausnahmslos in Hotels zu finden sind. Und da wird aufmunitioniert. Zu den Aufsteigern zählt das »Cà d’Oro« im Kempinski Grand Hotel des Bains. Da kann das luxuriöse »Carlton« nicht zurückstehen, dort werken die mit drei Sternen dekorierten Brüder Enrico und Robert Cerea. Und das »Badrutt’s Palace« hält mit, indem es Nobuyuki Matsuhisas »Nobu« zum Gastspiel bittet. Intimer gibt sich das »Giardino Mountain«, dort erkochte Rolf Fliegauf im »Ecco on Snow« zwei Sterne. Wen es nach mehr Ruhe gelüstet, der ist im »Celerina« gut aufgehoben. Im »Stüvas« gibt’s feine Regionalküche, im modernen »Uondas« hausgereifte Fleischstücke. 

Zum Skifahren: Schöner schwingen kann man auf den Hängen des Corvatsch, besser genießen auf der Corviglia, wo im »El Paradiso« der irrste Weinkeller der Alpen lockt, während im Reich von Reto Mathis’ »Food Affairs« Schnee gelöffelt wird. Das Rezept: Kartoffelschnee, dazu Kaviar – was sonst?

St. Moritz – Zahlen und Fakten

FACTS

Einwohner
rund 5400
Seehöhe
1856 Meter
Skipisten
rund 163 Kilometer Abfahrt
Längste Abfahrt
Gletscherabfahrt (10 km)
Anzahl Restaurants
mehr als 80
Besonderheit
rund 322 Sonnentage/Jahr
Geheimtipp
Sonnenaufgang auf 3000 Meter Seehöhe (Piz Nair) inkl. Frühstück
Shopping
Luxus pur
Panoramablick von der Terrasse des »El Paradiso« aus. / Foto beigestellt

Panoramablick von der Terrasse des »El Paradiso« aus.

Foto: beigestellt

Pistenpower: Kitzbühel Für Sportliche

Wer Ende Jänner zum Hahnenkamm-Rennen nach Kitzbühel fährt, wird ziemlich sicher vom Blitzlicht geblendet. Dabei bietet die Gamsstadt so viel mehr: etwa einen 700 Jahre ­alten Stadtkern, die höchste Dichte an Luxushotels in Tirol und ein beachtliches Nachtleben. 

Am 25. Jänner 2014 ist es wieder so weit: Die Herren-Abfahrt auf der Streif ist das Nonplusultra der Saison. Sprünge bis zu 80 Meter und Geschwindigkeiten bis zu Tempo 140 halten die Zu­seher in Atem. Das Hahnenkamm-Rennen prägt ein Bild von Kitzbühel, das so richtig wie auch falsch ist. Denn viele Gamsstädter schwärmen von der Zeit danach, wenn Arnold Schwarzenegger und Gefolge wieder von dannen gezogen sind und der Ort wieder durch das punktet, was ihn ausmacht – seine Schönheit, Ruhe und Gastfreundschaft. Die Vororte Kitzbühels spielen eine große Rolle im Skigebiet zwischen Kitzbüheler Horn und Hahnenkamm. Jochberg, Aurach und Reith beherbergen nämlich einige der besten Hotels und Restaurants. Das 2011 eröffnete Kempinski Hotel Das Tirol in Jochberg zählt dazu. Und das von Falstaff am höchsten bewertete Restaurant der Gegend, der »Rosengarten« in Kirchberg, ebenso. Was weltweit erst zuletzt ein Trend wurde, war in Kitz immer Standard: regionale Küche mit Zutaten aus der direkten Nachbarschaft. Tiroler Gröstl in »Rosi’s Sonnbergstuben« und Wiener Schnitzel in »Leo’s  Landhäusl« gehören zum Pflichtprogramm.

Ausnahmsweise international orientiert hat man sich im kürzlich eröffneten Country Club – nach angelsächsischem Vorbild. Um Mitgliedschaften können sich auch Nicht-Kitzbühler bewerben. Unterm Volk ist man dagegen des Nächtens im »Take Five«, »Jimmy’s« oder der »Beluna Bar«. Polo und Golf wird in Kitz übrigens auch gespielt. Und die Pro-Kopf-Maklerdichte (auf 1000 Menschen kommen vier Makler) soll nirgends höher sein. So ist das eben mit den Klischees. Sie kommen nicht von ungefähr.

Kitzbühel – Zahlen und Fakten

FACTS

Einwohner
rund 8200
Seehöhe
762 Meter
Skipisten
170 Kilometer Abfahrt
Längste Abfahrt
KitzSki Extended (8,3 km)
Anzahl Restaurants
mehr als 80
Geheimtipp
ein Spaziergang am Schwarzsee
Shopping
sehr luxuriös; Platzhirsche: Sportalm und Frauenschuh.
Das Hotel Kitzhof hat auch Top-Wellness im Angebot. / Foto beigestellt
Das Hotel Kitzhof hat auch Top-Wellness im Angebot.

Foto: beigestellt

Private Place: Arlberg für Ruhesuchende

Klein, aber fein: Der Arlberg verfügt über die höchste Haubendichte und setzt auf das Wahren der Privatsphäre – nicht nur in den Luxusrestaurants, sondern auch in den Top-Chalets und -Hotels. 

In der 1500-Seelen-Gemeinde Lech kennt man sich. Familien wie Walch, Pfefferkorn, Schneider, Moosbrugger oder Strolz prägen den Ort in dritter bis vierter Generation. Zweitwohnsitze sind tabu, die Hotellerie ist mit dem Dorf mitgewachsen – Bettenburgen gibt es bis heute nicht. Charakteristisch für Lech-Zürs ist das harmonische Nebeneinander von traditioneller Bauernhausarchitektur und modern-reduziertem – oft prämiertem – Holzbau. Extravagante Boutique-Hotels wie »der Berghof« oder »das Georg« sind selten.

Besonders im Trend liegen übrigens Chalets. Ganz für sich zu sein, selbst zu kochen bzw. sich bekochen zu lassen, wird immer beliebter. Die »Lech Lodge« und das »Chalet No 685« können noch als Geheimtipps betrachtet werden. Sie sind Premium, punkten mit Design. Wirklich luxuriös sind die »Chalets by Aurelio« im Ortsteil Zug und insbesondere das »Chalet N« in Oberlech. Wer auf der Suche nach einem Chalet der Superlative ist, wird mit dem »Chalet N« die richtige Wahl treffen.

Die exklusivsten Restaurants findet man in den namhaften Hotels wie dem Almhof Schneider oder der Post im Ortskern bzw. dem Murmeli oder dem Burg Vital Resort in Oberlech – dem autofreien und komplett untertunnelten Part von Lech. In letzterem beheimatet ist die von Falstaff zum besten Restaurant Vorarlbergs gewählte »Griggeler Stuba«. Im Burg Hotel darüber verfügt Hermann Lankmeier, Falstaff-Sommelier des Jahres 2013, über mehr als 1000 Flaschen. Der umfangreichste Großflaschenkeller der Welt ist wiederum nur ein paar Autominuten entfernt auf der Tiroler Seite des Skigebiets – im »Arlberg Hospiz« in St. Christoph.

Wer Abwechslung von der Gourmetküche und edlen Tropfen schätzt: Auf ein kleines Bier und eine Portion Kässpätzle geht man zum Beispiel ins »Hus Nr 8« (84 Falstaff-Punkte, eine Gabel) und ein Fondue chinoise sollte man im »Flexenhäusl« in Zürs oder beim Private Dining in »Gitti’s Esszimmer« probieren. Auch die »Frozen Icebar« in Lech ist einen Besuch wert – ein Top-Treff mit Partycharakter.

Arlberg – Zahlen und Fakten

FACTS

Einwohner
rund 1430 (Lech) und 77 (Zürs)
Seehöhe
1450 m (Lech), 1720 m (Zürs)
Skipisten
340 Kilometer Abfahrt
Längste Abfahrt
Madloch–Lech (5,5 km)
Anzahl Restaurants
64
Geheimtipp
Blick vom Pool des Hotels Post
Shopping
dezent und fein; Platzhirschen: die Familien Strolz und Sagmeister
Nur ein paar Autominuten von Lech entfernt: das »Arlberg Hospiz« im Nachbarort St. Christoph. / Foto beigestellt

Nur ein paar Autominuten von Lech entfernt: das »Arlberg Hospiz« im Nachbarort St. Christoph.

Foto: beigestellt

Aus Falstaff Magazin Nr. 08/2013

Die besten Adressen im Überblick

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