Long Weekend mit Eva Fischer: Genuss-Paradies Baden-Württemberg

Sanft schmiegen sich die Weinberge bis an die Stadtgrenze der Kurstadt Baden-Baden.

© Eva Fischer

Sanft schmiegen sich die Weinberge bis an die Stadtgrenze der Kurstadt Baden-Baden.

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Freitag

Wir starten unsere Reise in Tübingen

Die Universitätsstadt am Neckar hat zwar nur 86.000 Einwohner – ein Drittel davon sind allerdings Studenten. Kein Wunder also, dass Tübingen pulsiert. Gerade am Neckar, dessen Weg aus dem Schwarzwald nach wenigen Kilometern sanft auf die schwäbische Stadt trifft und ihr Zentrum durchfließt. Und weil schon Mark Twain wusste, dass »niemand das höchste Ausmaß dieser sanften und friedvollen Schönheit begriffen hat, der nicht auf einem Floß den Neckar hinabgefahren ist«, wollen auch wir das machen. Ganz klassisch mit dem Stocherkahn. Der gehört zu Tübingen wie der Eifelturm zu Paris. Wir treffen uns am Anlegehafen und platzieren uns auf dem 6 Meter langen, schmalen Holzboot. Hier sitzt man sich gegenüber, lehnt sich zurück, »schwätzt« miteinander und genießt die Fahrt, vorbei an grünen Bäumen und wunderschönen alten Villen entlang der Neckarfront und um die Neckarinsel.

Stocherkähne am Neckar. Jeden Juni findet in Tübingen das Stocherkahnrennen statt.

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Wir schlendern durch die Tübinger Altstadt

Enge Gassen treffen auf mittelalterliche Gebäude. Tübingen lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden. Auf dem großen Marktplatz staunen wir über das prachtvolle Rathaus aus dem 15. Jahrhundert. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag ist Wochenmarkt. Gemüse- und Obststände, Fleischer- und Gärtner-Stände reihen sich aneinander und bieten ihre regionalen Köstlichkeiten an. Wir passieren den Holzmarkt mit der Stiftkirche und die Alte Aula, einst das Zentrum der Universität. Von der Neckarbrücke hat man einen wunderbaren Blick auf die Neckarfront und den gelben Hölderlinturm. Nach einem kleinen Aufstieg erreicht man Schloss Hohentübingen mit seinem imposanten Renaissanceportal und einen traumhaften Panoramablick bis zur Schwäbischen Alb.

Straßencafés, Weinstuben und urige Studentenkneipen

Kulinarisch hat uns Tübingen rasch überzeugt. Top-Restaurants treffen auf gemütliche Gaststätten und Straßencafés bis hin zu Weinstuben und urigen Studentenkneipen. Die »Kornblume« in der Tübinger Altstadt punktet mit Naturkost,  danach gönnen wir uns einen glutenfreien Kuchen mit Cappuccino im stylischen »Café Willi« neben Studenten und Hipstern. Abends besuchen wir das »Gasthaus Bären« in der Tübinger Unterstadt und werden total überrascht. Auf eine eher rustikale alte Lokalität mit klassischen schwäbischen Speisen eingestellt, erwartet uns ein durchdesignter Gasthof, ausgestattet mit viel Liebe zum Detail. Nach einem gemütlichen Abend mit schwäbischen Tapas, kehren wir ins »Stadthotel Krone« zurück.

Mehr Infos zur Urlaubsregion: tuebingen-info.de

Kulinarisches Tübingen

Samstag

Auf in den nördlichen Schwarzwald

Andreas Sondej ist ein junger, sympathischer Koch, der sein Handwerk auf Sylt verfeinert hat. Jetzt hat er das Gasthaus von seinen Eltern übernommen und kombiniert den Nordsee-Stil mit der schwäbischen Küche. Im »Genuss Handwerk Hirsch« in Bad Liebenzell Monakam, unserem ersten kulinarischen Stopp im Schwarzwald, führt uns Sondej durch die Obstgärten. In der eigenen Brennerei verarbeitet er Kirschen, Äpfel, Birnen und Pflaumen zu Bränden. Auf der Speisekarte finden sich dann Exoten wie Glückstädter Matjes, Bouillabaisse à la Genuss Handwerk mit Nordmeerfischen, Rehbockrücken oder ein glaciertes Rippenstück und Carpaccio vom Stauferind. Wir entscheiden uns für die klassische Schwarzwälder Dessertvariation »Kirsch & Holunder« mit Flachter Kirschen im Holunderfond geliert, Schokoladenganache, Minzgranité und Kirschsorbet.

Schwarzwälder Dessertvariation. Zum Abschied gibt’s hauseigenen Schnaps.

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Kulinarisch geht’s an diesem Samstag in der »Kaffeemanufaktur Bad Wildbad« weiter. Rolf Maisenbacher röstet den Kaffee selbst, verkauft herrlich aromatische Sorten und Mischungen und hält auch Kaffee-Workshops oder Verkostungen ab. Dazu gibt’s selbstgemachte Pralinen und handgeschöpfte Schokolade. Die Manufaktur führt er mit seinen zwei Töchtern. Im Familienbetrieb gibt es eine kleine Führung. Wir lernen Interessantes über das Rösten von Kaffee, die verschiedenen Kaffeebohnen und -sorten, die Lagerung und die Verarbeitung.

Rolf Maisenbacher bewahrt die zarten Aromen des Hochlands-Kaffees, indem er die Kaffee-Röstung mit max. 209°C durchführt.

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Auf dem Baumwipfelpfad hoch über dem Schwarzwald

Belebt durch den guten Kaffee verbringen wir den Nachmittag mit voller Energie auf dem Sommerberg in Bad Wildbad, der vom Zentrum aus ganz leicht mit der Sommerbergbahn zu erreichen ist. Oben angekommen schlängelt sich auf einer Gesamtlänge von 1.250 Metern ein Baumwipfelpfad durch den Buchen-, Tannen- und Fichtenwald. Lern- und Erlebnisstationen säumen den Weg bis zum 40 Meter hohen Aussichtsturm. Hier eröffnet sich uns ein fantastischer Rundblick bis ins Rheintal und zu den Schweizer Alpen. Der Pfad begeistert auch Kinder, am Ausgang beginnt zudem der Märchenweg, bevor eine 55 Meter lange Tunnelrutsche wieder in ebenere Gefilde führt.

Den Abend lassen wir beim gepflegten Dinner im gemütlichen »Hotel Auerhahn« ausklingen.

Mehr Infos zur Urlaubsregion: www.mein-schwarzwald.de/

Sonntag

Die Kurstadt Baden-Baden

Gut erholt führt uns unsere Reise am Vormittag vom nördlichen Schwarzwald nach Baden-Baden. Die berühmte Kurstadt blickt auf eine Badekultur bis ins 3. Jahrhundert zurück. Ein prunkvolles Gebäude reiht sich neben das andere. Das Wasser und die Luft sind die Schätze der Stadt, die Quellen besitzen heilende Wirkung. Das wussten schon die alten Römer. Wir kommen im imposanten Kurhaus an und erblicken zuerst die wunderschöne Trinkhalle und probieren natürlich das Thermalwasser der Friedrichsquelle.

Das Kurhaus Baden-Baden

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Direkt angeschlossen und mitten im Kurpark befindet sich die »Confiserie Rumpelmayer«, die bekannt ist für ihre exquisiten Pralinen. Wir dürfen einen Blick hinter die Kulissen werfen und bei der Herstellung sogar mithelfen. Zwölf verschiedene Sorten werden täglich hergestellt und anschließend im Geschäft angeboten.

Kulinarisches Baden-Baden

Wir schlendern noch ein wenig weiter durch die Stadt, passieren das Festspielhaus, Europas zweitgrößtes Konzert- und Opernhaus, vorbei am Theater und der Kunst- und Kulturmeile. Mittags gönnen wir uns einen Salat im »Café König«.

Mit dem Segway durch das Baden-Badener Rebland

Baden-Baden ist nicht nur bei reinen Kurgästen beliebt. Rund um die Stadt wächst und reift hervorragender Wein – vorwiegend Riesling. Auf rund 80 Prozent der Fläche im Baden-Badener Rebland wird er in dieser idyllischen Region angebaut. Die Weinberge wollen wir nun mit dem Segway erkunden. Die Baden-Badener Winzergenossenschaft bietet hierfür eigene CitySeg Segway-Touren an, natürlich in Begleitung eines Weinguides. Nach einer kurzen Einschulung starten wir los und fahren gemütlich durch die grüne Weinreben-Idylle zum Riesling-Weg, auch Pilgerweg oder Panoramaweg genannt.

Wir kehren gemütlich zur Weinverkostung im urigen Keller der Baden-Badener Winzergenossenschaft in Neuweier ein. Mit einer Verkostung von Riesling, Spät-, Weiß- und Grauburgunder sowie von Winzersekten und Rosés beschließen wir unseren tollen Ausflug.

Zurück im Stadtzentrum gönnen wir uns eine Auszeit in der Caracalla Therme: Wellness pur zwischen prächtigen Marmorsäulen, im meerblauen Innenbecken oder in der römischen Saunalandschaft mit Außenbereich. So lässt es sich entspannen.

Gut erholt und gestärkt mit einer feinen Bouillabaise und Austern in »Leo’s Restaurant« geht’s ab ins prunkvolle Casino. Wir sind fasziniert von der Innenarchitektur und Ausstattung. Später erfahren wir, dass es das älteste Casino Deutschlands ist und zu den absoluten Top-Adressen Europas gehört. Nach diesem langen aber fantastischen Tag entspannen wir im neu umgebauten »Holiday Inn«.

Mehr Infos zur Urlaubsregion: visit.baden-baden.de/

Austern in Leo's Restaurant

© Eva Fischer

Abreise über den nachhaltigen Flughafen Stuttgart

Nachhaltigkeit wird am Flughafen Stuttgart groß geschrieben. Immerhin ist er eine wichtige europäische Drehscheibe – hier werden jährlich fast elf Millionen Passagiere befördert. Das Ziel: dauerhaft einer der leistungsstärksten und nachhaltigsten Flughäfen in Europa zu werden – der fairport STR. Das bedeutet aber auch, dass der Flughafen entsprechend hohe Verantwortung trägt.

Bildschirmen, auf denen man seinen CO2-Fußabdruck berechnen kann und den ausgewiesenen Betrag für Klimaschutzprojekte spenden kann, findet man hier. Unser CO2-Fußabdruck von Wien nach Stuttgart und retour beträgt 20 Euro.

Der Flughafen verfügt außerdem über gratis Elektrofahrzeug-Ladestationen und die Passagier-Transportbusse für Fahrten zwischen Flugzeug und Flughafengebäude sind alle elektronisch betrieben. Etwas außerhalb finden sich Photovoltaik Anlagen. Als wir das Schild »Achtung Bienen« sehen, trauen wir unseren Augen nicht. Aber der Flughafen verfügt doch tatsächlich über einen Bienenstock, um zu messen, ob und wie stark der Honig durch den Flughafenverkehr kontaminiert wird. Bis dato konnte keine Verschmutzung festgestellt werden.

»Top Air« - Das einzige Sterne- Restaurant eines Flughafens

Das Restaurant »Top Air« ist das einzige Sterne-Restaurant an einem internationalen Flughafen. Bereits 22 Mal in Folge hat es einen Stern im Guide Michelin bekommen. Marco Akuzun kocht hier seit 2013 und begeistert Fluggäste, Business People und Feinschmecker mit seinen hervorragenden und raffinierten Kreationen.

Auf der Speisekarte lesen wir »Boarding time«. Wir entscheiden uns für den bretonischen Rochenflügel mit Gremolata, der gerollt auf einer grünen Gazpacho mit Mandeln, einer Blumenkohlcreme, mit Olivenöl, grünem Chili und Salzzitrone serviert wird. Erfrischend und köstlich – einfach zum Abheben! Kurz vorm Boarding genießen wir noch ein himmlisches Dessert mit Kaffee- und Mascarponemousse-Törtchen, Kaffeecreme, Erdnusserde, Kirschessig-Sorbet, eingelegten Kirschen, Kirschgel, gesalzenen Erdnüssen und Erdnuss Krokant-Chip.

Den ganzen Heimflug bleibt uns der tolle Geschmack auf der Zunge und wir schwelgen schon in Erinnerungen an ein wunderbares Long Weekend in Baden-Württemberg.

INFO

Für mehr Infos über das Reiseland Deutschland und Baden-Württemberg einfach auf diese Links klicken:

Culinary Germany: www.germany.travel

Baden Württemberg: www.tourismus-bw.de

Die besten Adressen im Überblick

  • 1
    Stocherkahn Anlegestelle Tübingen
    Wöhrdstraße 11, 72072 Tübingen
    Telefon: 07071-304827
  • 2
    Wochenmarkt auf dem Marktplatz Tübingen
    Am Markt 1, 72070 Tübingen
    Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch und Freitag 7 bis 13 Uhr
  • 3
    Baumwipfelpfad Schwarzwald
    Peter-Liebig-Weg 16 – Sommerberg, 75323 Bad Wildbad
    Telefon: +49 7081 / 92 50 94-0
    E-Mail: info@baumwipfelpfad-schwarzwald.de
  • 4
    City Seg - Badener Weinbergtour mit dem Segway
    Mauerbergstrasse 32, 76534 Baden-Baden
    Telefon: +491733108813