Long Weekend: Istanbul – Zwischen Orient und Okzident

Blaue Moschee: Sie gilt als Hauptwerk der osmanischen Architektur und verdankt ihren europäischen Namen den vielen blau-weißen Fliesen. In Istanbul kennt man sie als Sultan-Ahmed-Moschee.

© Shutterstock

Blaue Moschee: Sie gilt als Hauptwerk der osmanischen Architektur. / © Shutterstock

Blaue Moschee: Sie gilt als Hauptwerk der osmanischen Architektur und verdankt ihren europäischen Namen den vielen blau-weißen Fliesen. In Istanbul kennt man sie als Sultan-Ahmed-Moschee.

© Shutterstock

Freitag

Zuerst geht es beim Sightseeing zu beeindruckenden Bauten wie der Blauen Moschee. Danach auf einen Kaffee mit kandierten Früchten und abends ins traditionelle »Hamdi«.

Vom Flughafen aus bringt uns das Taxi in einer knappen halben Stunde ins Zentrum von Istanbul. Und wir fühlen uns mit einem Mal in eine komplett andere Welt katapultiert. Rom, Barcelona, Kopenhagen oder Lissabon haben alle irgendwie ein ähnliches Flair, doch hier befinden wir uns zwischen Orient und Okzident, wobei der Orient eindeutig dominiert. Die Stadt ist laut und wuselig, fünfmal am Tag ruft der Muezzin die Gläubigen zum Gebet, das erste Mal bereits zu Sonnenaufgang. Im Stadtviertel Sultanahmet drängen sich die kulturellen Highlights auf dichtem Raum: Hagia Sophia, Blaue Moschee, der Topkapi-Palast und die Basilika Zisterne, in der im James-Bond-Film »Liebesgrüße aus Moskau« eine Szene und die in Dan Browns Roman »Inferno« eine wichtige Rolle spielt, sind nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Nach so viel Kultur lässt es sich im Café von Hafiz Mustafa herrlich entspannen – bei einem Glas Tee oder einem Türkischen Kaffee, der allerdings wegen des mitgekochten Satzes nicht jedermanns Sache ist. Dazu gibt es jede Menge süßer Sünden, von kandierten Früchten über die süße Sesampaste Helva bis zu Baklava, süßen Teilchen aus Blätter- oder Filoteig, die mit gehackten Nüssen gefüllt und mit Sirup getränkt sind. Gestärkt kann es weitergehen mit Sightseeing. Am Abend warten im Traditionsrestaurant »Hamdi« unweit der Galata-Brücke diverse Kebabs, die tradi­tionellen Fleischspieße, die es hier in unzähligen Varianten gibt. Vom obersten Stock des Lokals hat man einen schönen Blick über das Goldene Horn, die rund sieben Kilometer lange Bosporus-Bucht. Zum Abschluss lockt ein kleiner Spaziergang über die Galata-Brücke, wo auch noch zu nächtlicher Stunde zahl­reiche Angler ihr Glück versuchen.

Sightseeing-Hotspot Blaue Moschee: Eines der beeindruckendsten Bauwerke in Istanbul. / © Shutterstock

Sightseeing-Hotspot Blaue Moschee: Eines der beeindruckendsten Bauwerke in Istanbul.

© Shutterstock

Samstag

Nach einem Besuch am quirligen Basar und der Süleymaniye-Moschee dinieren wir in einem der Top-Lokale der Stadt.

Nach dem Frühstück, das hier Schafskäse, Oliven und viel Blattpetersilie beinhaltet, geht es zum Großen Basar. In dem überdachten Gewirr von Gängen, das sich auf einer Fläche von rund 200.000 Quadratmetern erstreckt, herrscht geschäftiges Treiben. Für die kleine Erfrischung zwischendurch sorgen die Teestuben, Teeträger versorgen Händler und Kunden auch mobil. Durch eine von Geschäften gesäumte Gasse gelangt man zum Gewürzbasar, auch Ägyptischer Basar genannt. Hier kann man die betörenden Düfte orientalischer Gewürze einatmen (und diese natürlich auch kaufen). Für die Mittagspause eignet sich das traditionsreiche Restaurant »Pandeli«, das im Obergeschoß am Ausgang zur Galata-Brücke liegt. Das Innere mit seinen blauen Fliesen ist sehenswert, wenngleich alles etwas angestaubt wirkt. Serviert wird osmanische Küche mit viel Lamm und Hammel, Gegrilltes und Gemüse. Hier speist die Istanbuler Bourgeoisie. Danach steht die Süleymaniye-Moschee auf dem Programm, ein hoch über dem Goldenen Horn auf Geheiß von Sultan Süleyman dem Prächtigen angelegter Komplex, der zwischen 1550 und 1557 entstand und zu den bedeutendsten Beispielen osmanischer Baukunst gehört. Hier ist auch das Grabmal des Sultans zu besichtigen, sehenswert sind außerdem die Glasfenster an der Ostwand.

Abends geht es ins »Mikla« auf dem Dach des »Marmara Pera Hotels«. Es gilt als das beste Restaurant Istanbuls. Der Blick aus dem verglasten Speisesaal über die Stadt ist atemberaubend, der türkisch-finnische Chef Mehmet Gürs serviert »neue anatolische Küche«, modern interpretierte Gerichte auf türkischer Basis, die internationales Format haben. Dazu werden vorwiegend türkische Weine ausgeschenkt, die einen Versuch wert sind.

Fischmarkt in Istanbul: Charmante Flaniermeile für alle, die gutes Essen lieben. / © Shutterstock
Fischmarkt in Istanbul: Charmante Flaniermeile für alle, die gutes Essen lieben.

© Shutterstock

Sonntag

Jetzt geht’s an Bord! Wir schippern auf dem Bosporus, genießen türkische Küche und stürzen uns in den lebhaften Stadtteil Beyoglu.

In den Sonntag starten wir zeitig, denn wir haben eine kleine Schiffstour auf dem Bosporus geplant. Die Boote legen in der Umgebung der Galata-Brücke ab, sie starten zu verschiedenen Zeiten und bieten Touren unterschiedlicher Länge. Unsere Fahrt führt entlang der Küste, der Blick wandert am Ufer entlang. Wir ziehen an Sehenswürdigkeiten vorbei, von denen die kleine Moschee von Ortaköy an der ersten Bosporus-Brücke einen besonderen Eindruck hinterlässt. Pünktlich zum Mittagessen legen wir wieder in Istanbul an, und unser Weg führt uns in die stylische »Lokanta Maya«, wo das Farm-to-table-Konzept gelebt wird. Die Produkte sind erstklassig, die Zubereitung ist schlicht und stimmig, es gibt etwa frittierte Sardellen mit hausgemachter Dillmayonnaise.  

Den Nachmittag verbringen wir im Stadtteil Beyoglu, dem europäischen Viertel der Stadt, wo buntes Treiben herrscht. Nicht versäumen sollte man einen Besuch am Fischmarkt Balikpazari, der täglich bis 21 Uhr geöffnet hat. Wer keinen Fisch kaufen möchte, schaut dem Trubel einfach zu – auch das hat seinen Charme. Den Abend lassen wir schließlich im Restaurant »Refik« bei osmanischer Küche ausklingen. Hier haben es uns vor allem die Meze angetan, die Vorspeisen, die in unglaublicher Vielfalt angeboten werden. Besonders lohnenswert sind jene mit Melanzani. Danach noch ein Fleischgericht und dazu ein Raki, der hier in Strömen fließt (denn hier darf Alkohol ausgeschenkt werden). Wer noch ein wenig Platz lässt, kann hinterher vom überbackenen Helva kosten, das tatsächlich noch eine Sünde zum Schluss wert ist!

Anreise

Täglich z. B. mit Lufthansa
www.lufthansa.com oder
Turkish Airlines
www.turkishairlines.com.

Aus Falstaff Magazin 6/2015

Die besten Adressen im Überblick

Meistgelesen

News

Michael Kampmann über die neue Cinchona Bar

Am 1. April öffnet das zweite «25hours Hotel» in Zürich und damit die neue von Michael Kampmann geführte «Cinchona Bar».

News

Top 5: How to eat Sushi

In Soja und Wasabi «ertränken», Stäbchen verwenden, Wein als Begleitung? Der Executive Chef vom «Nobu Budapest» zeigt, wie man wirklich mit Sushi...

News

Übernachtungs-Package für das Hotel Therme Meran gewinnen!

Erholung und Genuss zwischen Bergen und Palmen im Design- und Lifestyle-Hotel Therme Meran.

Advertorial
News

Reto Mathis neues Gastroprojekt: «CheCha Club»

Während «La Marmite» bald schliesst, öffnet im Sommer Mathis neues Gastroprojekt in der ehemaliegen «Chesa Chantarella».

News

Restaurant der Woche: Avenue Montagne

Mit Axel Rüdling hat das «Avenue Montangne» einen innovativen Küchenchef bekommen, der gekonnt Regionales und LUxuszutaten kombiniert.

News

Dr. Oetker eröffnet sein erstes Café in Luzern

Der deutsche Backwarenhersteller steigt mit der Eröffnung des Café «Gugelhupf» in die Gastronomie ein.

News

Monteverro: Aus Leidenschaft zum Wein

Gewinnen Sie einen traumhaften Urlaub in der Maremma am Weingut Monteverro zur Weinlese im Herbst 2017.

Advertorial
News

André Jaegers Fischbuffet gastiert im Storchen Hotel

André Jaegers legendäres Fischbuffet ist bis Sonntag zu Gast in Zürich. Fischliebhaber können sich auf das Beste aus den Weltmeeren freuen.

News

Restaurantguide 2017: Die besten Restaurants Österreichs

Wieder 100 Punkte für das Wiener «Steirereck» im Falstaff Restaurantguide. Doch die Verfolger sind der mittlerweile langjährigen Nummer eins dicht auf...

News

Restaurant der Woche: Restaurant de l'Hôtel de Ville

Das «Restaurant de l'Hôtel de Ville» bietet seinen Gästen unter anderem Speisen vom Wild, die ihresgleichen suchen. Und auch die Weinkarte lässt keine...

Aktuelle News-News

Entdecken Sie weitere aktuelle Nachrichten aus der Welt von Falstaff.

MEHR ENTDECKEN