Long Weekend im Nordburgenland

Zurücklehnen und genießen: »das Fritz« eignet sich perfekt zum Frühstücken oder einfach auch nur für einen köstlichen Sundowner.

© Birgit Machtinger

Zurücklehnen und genießen: »das Fritz« eignet sich perfekt zum Frühstücken oder einfach auch nur für einen köstlichen Sundowner.

© Birgit Machtinger

Das nördliche Burgenland bietet eindeutig zu viel, um kostbare Zeit zu verlieren. Deshalb beginnen wir ein langes Wochenende bereits mit einer Übernachtung, um den Freitag in vollen Zügen genießen zu können. Ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundungstour im Seewinkel ist das »Wellnesshotel Vila Vita«. Nach einer erholsamen Nacht starten wir mit einem »Mole West«-Frühstück in den Tag. Bei Thum-Beinschinken, Baked Beans, gebratenem Speck und »Öfferl«-Urkornbrot genießen wir den Blick über den See und planen die Route für die kommenden Tage: Los geht’s gleich mit einem Highlight, dem Dorfmuseum Mönchhof. In den 35 wieder errichteten Häusern wird der dörfliche Alltag und das bäuerliche Leben im Heideboden ab der Zeit um 1890 bis in die 1960er-Jahre erlebbar gemacht. Von der Schrotmühle angefangen über die Werkstätten bis hin zum Anger samt Teich ist alles vorhanden, was damals eben wichtig war.

Auch im Restaurant »Dankbarkeit« ist die Bewahrung alter Werte wichtig. Hier lassen sich Klassiker zu hervorragenden hauseigenen Weinen im schönen Gastgarten genießen. Gut gestärkt geht es weiter ins Schloss Halbturn mit wunderschöner Parkanlage, das nicht nur aufgrund der Ausstellungen und Konzerte einen Besuch wert ist. Danach führt unsere Tour nach Frauenkirchen und schnell erreichen wir bereits unser Ziel: Die olfaktorische Quelle ist die Duftmanufaktur Steppenduft von Stefan Zwickl. Die hier kultivierten verschiedensten Pflanzen werden zur Herstellung gänzlich naturbelassener, ätherischer Öle verwendet. Neben Raumspray und Duftkristall lässt sich aber auch Lehrreiches mit nach Hause nehmen, denn das Blütenmeer und Kräuterreich kann man im Zuge einer Duftsafari ausgiebig kennen- und riechen lernen.

Und auch wenn wir hier gerne den restlichen Tag ausklingen lassen würden, steht noch das Designer Outlet in Parndorf auf dem Programm – ein in Europa einzigartiges Paradies für Schnäppchenjäger, das freitags bis 21 Uhr geöffnet hat. Nach der Shoppingtour lassen wir uns von den Köchen des Seerestaurants »Zur blauen Gans« unter der kulinarischen Leitung von Oliver Wiegand in Weiden am See verwöhnen und den Tag bei einem guten Glas Wein ausklingen. Der Fisch kommt hier direkt aus dem Neusiedler See, das Rindfleisch und Gemüse von den hiesigen Landwirten und die Kräuter aus den angrenzenden Wiesen und Wäldern. Im reduziert-stilvollen Ambiente kann man sich von der regionalen Küche wunderbar verwöhnen lassen.

Besuch im Barockjuwel

Am Samstag stehen wir schon nach dem Aufstehen vor der Qual der Wahl: Bei unserem Frühstück im feinen Café »2Beans« gibt es neben großartigen Mehlspeisen des Hauses eine riesige Auswahl an 60 verschiedenen, köstlichen Kaffeerezepturen aus selbst gerösteten Bohnen. Ein hervorragender Wachmacher für unseren nächsten Programmpunkt: die Altstadt von Eisenstadt und das Schloss Esterházy. Die einstige Fürstenresidenz zählt zu den schönsten Barockschlössern in Österreich. Neben der spannenden Architektur machen es die vielen Events und Ausstellungen außerdem zum Kultur-Hotspot Eisenstadts. Der für seine einzigartige Akustik weltberühmte Haydnsaal zählt sicherlich zu den Highlights. Diese prominente Namensgebung erfolgte selbstverständlich nicht rein zufällig: Nur ein paar Häuser weiter ist in Eisenstadt auch die Haydn-Kirche, die eigentlich Bergkirche heißt, zu finden, in der sich der Sarg des Komponisten befindet. Auch das ehemalige Wohnhaus des Meisters, das heute Museum ist, liegt in der Nähe.

Unweit davon stärken wir uns im Restaurant »Die Alm«, wo uns Michael Rabina mit internationalen Köstlichkeiten verwöhnt. Wem der Appetit jedoch eher nach einer zünftigen Jause steht, dem sei die Genusswelt von Hans Bauer in Pöttelsdorf ans Herz gelegt: Neben eigenem Wein wird hier auch ganz hervorragender Prosciutto hergestellt. Für die mit Meersalz gebeizte, luftgetrock­nete Spezialität wurde sogar eine eigene Schweinerasse gezüchtet: das Heidewuggerl, dem es bei artgerechter Haltung im Freilaufstall im wahrsten Sinne des Wortes saugut geht. Gut gestärkt geht es weiter zu einem Spaziergang durch die Altstadt von Rust, wo wir, von den berühmten Weißstörchen, den Wappentieren der mittelalterlichen Freistadt, empfangen werden. Bevor wir uns für die Übernachtung im schmucken »Art Boutique Hotel Bürgerhaus« einquartieren, lassen wir uns noch von einer hervorragenden Brettljause mit ausgewählten Wurstspezialitäten und Käsevariationen beim »Buschenschank Schandl« verwöhnen.

Eroberung der Burg

Der Sonntag bringt uns hoch hinaus zu einem der bedeutendsten Wahrzeichen des Burgenlands, auf die Burg Forchtenstein. Im frühen 14. Jahrhundert errichtet, überstand die Burg unbeschadet den Türkenzug 1529 gegen Wien und kam 1622 in den Besitz der Fürsten Esterházy, die die Festung komplett umbauten und ihr das heutige Aussehen verliehen. Ihre Bezeichnung »Tresor der Esterházy« geht auf die wertvollen Familienpreziosen, wie die barocken Schatzkammerstücke und Sammlungen von militärischen Beutestücken, zurück.

Nach der Besichtigung kehren wir im neu errichteten »Café Restaurant Grenadier« ein. Bei pannonischer Küche genießen wir den atemberaubenden Ausblick. Den kulturellen Abschluss unseres langen Wochenendes im Nordburgenland bildet das beeindruckende Freilichtmuseum in Winden am See, in dem ganzjährig Großplastiken des Bildhauers Wander Bertoni bewundert werden können. Auf altem Kulturboden wurde hier ein Kunstort geschaffen, der europaweit seinesgleichen sucht. Davor holen wir uns aber noch Proviant für die Heimreise – eine Wurst am »I am Würstel-Sepp«-Automaten in Zemendorf – und kehren in das »Ziegelwerk« in Wimpassing ein. Die Gebrüder Tschiedel haben die ehemalige Fabrik in ein tolles Gasthaus verwandelt.


Nordburgenland Shortlist


Promi-Tipp von Dominik Thiem

© Aurelien Meunier

»Für jemanden, der wie ich nahezu das ganze Jahr auf Tour ist, haben Auszeiten einen ganz besonderen Stellenwert. Für mich sind die Tage, die ich zwischendurch daheim im Burgenland verbringe, wie Urlaub. Meine Hotspots: zum ›Fritz‹ auf ein Frühstück (Schnittlauchbrot, Eierspeis und toller Kaffee) – die Aussicht ist Wahnsinn. Zum Mittagessen bin ich gerne in der ›Blauen Gans‹, weil die auch ein ganzes vegetarisches Menü anbieten und das Ambiente toll ist. Mein Lieblingsplatz zum Chillen? Ganz klar, die ›Mole‹ bei Sonnenuntergang.«


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