Long Weekend im Mittelburgenland

Die Ritterburg Lockenhaus mit Gruselfaktor und Burgtaverne ist ein Muss für Groß und Klein.

© Burg Lockenhaus | Mörwald Holding | Alexander Krischner

Die Ritterburg Lockenhaus mit Gruselfaktor und Burgtaverne ist ein Muss für Groß und Klein.

© Burg Lockenhaus | Mörwald Holding | Alexander Krischner

Die Sonne scheint hier länger und intensiver, und es verwundert daher nicht, dass das Mittelburgenland »Sonnenland« genannt wird. Ein spezieller Wein, viel Kultur und besondere Menschen machen auch diese Region des vielfältigen Landes zu etwas Außergewöhnlichem. Den Samstag beginnen wir mit einem ausgedehnten Gabelfrühstück in der Fleischerei Imbiss Kuzmits in Oberpullendorf. Vom Fiakergulasch bis zu den Dry-aged-Weidegänsen schlemmt man hier deftig.

Gestärkt an Leib und Seele begeben wir uns zum Meister des Blaudrucks. Seit drei Generationen gibt es den kleinen Betrieb von Joseph Koó in Steinberg, und die Werkstatt ist eine der letzten in Europa, in der die Stoffe mit Indigoblau gefärbt werden. Früher wurden Blaudruckstoffe für die Alltags- und Arbeitskleidung im Burgenland verwendet, heute kann man schöne Stoffe, Schürzen oder Kochhandschuhe mit nach Hause nehmen.

Soviel Stoffkunst macht hungrig und deshalb kehren wir in das Restaurant »Schmyede« ein. Hier geben regionale Zutaten, Kräuter und Essblüten aus dem Wirtshausgarten den Ton an. Natürlich sollte man ein Glas Wein trinken, denn man ist schließlich im Blaufränkischland, und die Rotweinsorte mit den vielen Talenten ist ein Muss.

Mit Musik- und Kulturgenuss starten wir in den Nachmittag. Was wäre dazu besser geeignet als ein Besuch im Lisztzentrum in Raiding. In unmittelbarer Nähe zum Geburtshaus von Franz Liszt kann man im modernen Konzertsaal ein Kulturprogramm der Extraklasse genießen, das Museum besuchen oder einfach im Park flanieren. Den Sonnenuntergang bestaunen wir stilvoll auf der Terrasse des Weinguts K+K Kirnbauer in Deutschkreutz.

Besondere Kost zum Abendessen? Dann ist man in Deutschkreutz ebenfalls richtig.  Im »Schenk’haus« des Weinguts Strehn kann man Delikatessen vom Schaf oder Gänse-Maki zu feinen Weinen probieren. Wer immer schon sein Haupt in einem adeligen Ambiente betten wollte, der ist im »Gästehaus Zum Oberjäger« im Schloss Lackenbach richtig. Zum modernen Komfort kommen historische Möbel und machen die Zimmer einzigartig. Sie tragen Namen wie Maulbeer-, Rosen- oder Libellenzimmer und laden zum Träumen ein.

Der Sonntag beginnt im Kochsalon mit einem Bio-Frühstück aus Pannatura-Produkten. Das erste kleine Kulturprogramm des Tages absolvieren wir gleich im Museum des Schlosses, wo wir der Natur auf der Spur sind. Weit ist es dann nicht zum Vinatrium, der Gebietsvinothek, wo sich dem Besucher ein vinophiles Geschmackspanorama eröffnet. Im Weinkeller lagern über 400 Weine von 50 Winzern des Blaufränkischlandes, eine Verkostung ist für Weinfreaks der Himmel auf Erden.

Dem Himmel nah sind wir auch im »Gasthof zur Traube« in Neckenmarkt, einem Slow-Food-Restaurant mit origineller Speisekarte (z. B. Frühlingsrolle vom Gansl). Kultur pur zum Abschied gefällig? Auf der Burg Lockenhaus klingt nicht nur die Musik, die Stargeiger Gidon Kremer in den Ort gebracht hat, die Ritterburg ist auch ein Erlebnis für alle, die in die Welt der Tempelritter und der Blutgräfin eintauchen wollen, maximaler Gruselfaktor und gemütliches Essen in der Burgtaverne ­inklusive.



Promi Tipp von Michael Pammesberger

© VANDEHART

»Am liebsten streife ich durch die Natur, zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Schwammerlsackerl oder einfach nur so. Bei der Ruine Landsee empfiehlt sich das ›Café Pur‹ von Maria Horvath. Was klein begann, hat sich dank der köstlichen Torten, Kuchen und burgenländischen Hochzeitskekse alsbald zu einer veritablen Café-Konditorei mit allem Drum und Dran gewandelt. Mit großer Weinauswahl und herrlichem Ausblick. Und Wein gibt’s in unserer Gegend sowieso den besten. Sie spazieren durch die Weingärten, mit etwas Glück umflattern Sie die Bienenfresser. Dann gehen Sie gut essen in die ›Traube‹, übernachten kann man dort auch. Und den Kofferraum am nächsten Tag bei den umliegenden Winzern mit Blaufränkischem etc. anfüllen. Guter Plan.«

pur-landsee.at, zurtraube.at


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