Long Weekend Berlin – Im Hauptstadtdschungel

Sundowner hoch über den Dächern Berlins: Der Roof Garden am »House of Weekend«.

© David Burghardt, teneues Digital Media

Sundowner hoch über den Dächern Berlins: Der Roof Garden am »House of Weekend«.

© David Burghardt, teneues Digital Media

Freitag

Am Freitag lernen wir Berlins spannendste Künstler am Herd kennen und machen eine Shopping-Zeitreise zu hippem 1970er-Design.

Ankommen und ins Taxi steigen. Ja, es gibt auch nette Berliner Taxifahrer! Einer bringt uns ins nahe »Hotel de Rome« zum Einchecken. Einst war es der Hauptsitz der Dresdner Bank, heute gehört es der Luxushotelgruppe »Rocco Forte«. Dort, wo Wertsachen im Safe lagerten, ist jetzt ein Pool, die Schalterhalle ist nun ein Ballsaal, und die Zimmer bieten eine Aussicht auf einige der schönsten Bauten Berlins.

Zum Mittagessen gibt’s ein Kontrastprogramm: im trendigen Prenzlauer Berg bei Oz Ben David. Der junge Israeli ist vor einem Jahr nach Deutschland gekommen. Sein Restaurant »Kanaan« ist freaky, aber allein, dass er vier Arten von Hummus – israelisch, palästinensisch, libanesisch und irakisch – auftischen lässt, macht glücklich. Alle vier Varianten sind so gut, dass man schwer aufhören kann zu naschen.

Zurück zur Stadtmitte schlendert man vorbei an Vintage-Stores mit hippem 1950er- bis 1970er-Design und ausgefallenen Modeläden. Noch mehr Gelegenheit zum Shoppen findet man im neuen »Bikini Berlin« – Deutschlands erster Concept Mall direkt am Zoologischen Garten. Auf über drei Etagen gibt es auf einem denkmalgeschützten Areal aus den 1950er-Jahren Mode, Lifestyle, Design und Food. Highlight: eine 7000 Quadratmeter große Dachterrasse.

Danach: ein Apero in der »Monkey Bar« im 10. Stock des »25hours Hotel« – eine herrliche Aussicht! Die Häppchen, die es hier zum Drink gibt, machen Appetit auf mehr. Gut, dass der Weg ins »Nobelhart & Schmutzig« nicht weit ist. Das »Speiselokal« hat sich in kürzester Zeit einen Spitzenplatz in der Gastroszene erobert. Kein Wunder: Die Kreationen von Micha Schäfer sind auf das Wesentliche reduziert und wecken mit alten Rezepten Kindheitserinnerungen. Nicht nur seine Gäste lieben das. Neun Monate nach der Eröffnung krönte der Guide Michelin das Restaurant mit einem Stern.

Räume mit Geschichte: Hier im »Hotel de Rome« war früher der prunkvolle Hauptsitz einer Bank. / © Marko Seifert, Caroline Prange

Räume mit Geschichte: Hier im »Hotel de Rome« war früher der prunkvolle Hauptsitz einer Bank.

© Marko Seifert, Caroline Prange

Samstag

Kunst, Klopse und Kuchen am Samstag: Berlins Museen liegen nur ein paar Schritte entfernt, danach stärken wir uns bei Tim Raue und in einer Cheesecake-Pâtisserie.

Frühstück im »Hotel de Rome«: Im eleganten »La Banca«, das abends italienische Menüs serviert, verführt ein erstklassiges Breakfast-Buffet zum Genießen. Danach ist Kultur angesagt. Die Auswahl ist so riesig, dass die Entscheidung schwerfällt. Aber die Museumsinsel mit der Alten Nationalgalerie und vielen anderen Museen liegt nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt. Auch die KunstHalle by Deutsche Bank ist sehenswert und liegt nah. Bis zum 10. April werden hier Bilder von Jackson Pollock ausgestellt.

Kunst ist auch ein zen­trales Thema im »La Soupe Populaire«. Tim Raues Restaurant mit nostalgischem Indus­triecharme liegt oberhalb einer Ausstellungsfläche, in der zum Beispiel die großformatigen Bilder von Neo Rauch gezeigt werden. Kunst ist auch, was uns dort zum Lunch serviert wird. Berlins berühmtester Koch setzt hier auf Klassiker wie Königsberger Klopse, kramt Traditionen wie das Gericht »Birne, Bohne, Speck« hervor und feiert mit Toast Hawaii die 1950er-Jahre.

Für das Dessert fahren wir aller­­­dings in das Reich von »Princess Cheese­cake«. Conny Suhr hat sich mit dem kleinen Café einen Herzenswunsch erfüllt und verführt ihre Gäste mit köstlichen Tartes. 55 Cheesecake-Varianten hat sie im Angebot!

Zeit für eine Erholungspause. Die verbringen wir im Yi-Spa, einem schicken asiatischen Wellnesstempel. Im Hotel ziehen wir uns um und dann geht es schon zu einem ganz besonderen »Versteck«. Unter den Gleisen des Bahnhofs Friedrichstraße liegt hinter einer Stahltür der stylishe Club »Bar Tausend« mit der »Cantina by Dae Mon«. In der offenen Showküche entstehen peruanische und Berliner Kreationen. Den Abend lassen wir an der Bar ausklingen.

Industrie-Chic: Das »La Soupe Populaire« von Tim Raue liegt in der alten Bötzow-Brauerei. / © Boetzow Berlin, beigestellt
Industrie-Chic: Das »La Soupe Populaire« von Tim Raue liegt in der alten Bötzow-Brauerei.

© Boetzow Berlin, beigestellt

Sonntag

Zum Abschied knüpfen wir deutsch-österreichische Freundschaften beim Frühstück und in der Weinbar. Das kulinarische Highlight des Tages ist (noch) ein Geheimtipp.

Heute frühstücken wir am Hamburger Bahnhof, im legendären Café der österreichischen TV-Köchin Sarah Wiener, die liebevoll zubereitete Köstlichkeiten aus regionalen Zutaten auftischen lässt. Berlin ist von einer vielfältigen Kultur geprägt, aber auch von seiner Geschichte. 

Ein dunkles Kapitel beleuchtet das neu eröffnete Spy Museum: Wo früher die Berliner Mauer stand, deckt die Ausstellung heute die Methoden der Geheimdienste auf. Spannend! Die dunklen Zeiten sind gottlob vorbei, und wir flanieren durch das Regierungsviertel, vorbei am alten Reichstag und dem neuen Bundeskanzleramt entlang der Spree – Neubauten mit interessanter Architektur.

Ein letztes Mal kehren wir ins »Hotel de Rome« zurück, die Koffer sind schon gepackt, und wir freuen uns auf einen Geheimtipp, der nicht lange einer bleiben wird: Das »tulus lotrek« wurde Ende 2015 von der char­manten Gastgeberin Ilona Scholl und dem genialen Küchenchef Maximilian Strohe in den Altbau-Räumlichkeiten des ehemaligen »Le Cochon Bourgeois« in Kreuzberg eröffnet. Was uns hier erwartet, ist ein unglaublich sinnliches Geschmackserlebnis: zartes Schweinekinn und knusprige Haut, samtener Räucheraal und aromatisches »Oxnmark«, Kikok-Hähnchen mit Krustentier-Knusperkugel, perfekt begleitet von der klugen Weinauswahl der jungen Sommelière. Der absolute Hit: ein sämiges Bett von Selleriemousse, in das sich ein sous-vide gegartes Eigelb und eine Jakobsmuschel schmiegen. 

In der wohl besten Weinbar der Stadt sagen wir Adieu zu Berlin: Die »Cordobar« bietet eine wechselnde Auswahl an deutschen und österreichischen Weinen sowie echte Raritäten.

Akkordeon an der Decke, Riesenauswahl in den Weinschränken: »Cordobar«. / © Jennifer Marke, beigestellt

Akkordeon an der Decke, Riesenauswahl in den Weinschränken: »Cordobar«.

© Jennifer Marke, beigestellt

Allgemeine Infos unter
www.visitBerlin.de

Aus Falstaff Magazin Nr. 08/2015

Die besten Adressen im Überblick

  • 1
    Berliner Fernsehturm
    Panoramastraße 1A, 10178 Berlin
    E-Mail: info@tv-turm.de - - "Berliner Fernsehturm"
    Öffnungszeiten: täglich 9–24 Uhr
  • 2
    Princess Cheesecake
    Das Paradies für Käsekuchenfans: hochfeine Patisseriekunst in einer riesigen Auswahl.
    Tucholskystraße 37, 10117 Berlin
    Telefon: +49 30 28092760
  • 3
    Markthalle Neun
    Viele regionale Produkte und kleine Manufakturen. Dazu Cafés, Imbisse und Restaurants.
    Eisenbahnstraße 42/43, 10997 Berlin
  • 4
    Yi-Spa
    Asiatische Wohlfühltreatments im stylishen Design.
    Monbijouplatz 3a, 10178 Berlin
    Telefon: +49 30 28879665
  • 5
    Spy Museum Berlin
    Späher, Spitzel, Agenten: Das Spy Museum führt in das Schattenreich der Spionage.
    Leipziger Platz 9
    Telefon: +49 30 20620354