Beschreibung

Jean-Pierre Redont, Markenbotschafter bei Champagne Taittinger, hält einen grossen eisernen Schlüssel in der Hand. Trotz der heissen Temperaturen dieses Juli-Tages erstrahlen die Reben in saftigem Grün. Nachdem Redont das Gittertor in der Weinbergsmauer aufgeschlossen hat, ist der Weg frei in die Rebzeilen. Alte Stöcke soweit das Auge reicht – geschraubt und gedrungen in ihrer Form, mit einem Wurzelwerk, das sich tief in die Kreideschichten des Untergrunds gegraben haben muss. So trotzen die Reben alle Jahre wieder der Sommerhitze ebenso wie dem Winter, sie lassen Jahr für Jahr in Wind und Wetter schmackhafte kleine Träubchen heranwachsen, die ein bekanntes Geschmacksbild um die kleinen Nuancen des Jahrgangs variieren.
Nach dem Besuch im Weinberg geht es die Treppen hinauf in den kühlen Salon des Château de la Marquetterie. 1734 errichtet und seit 1932 im Besitz der Familie Taittinger, überblickt das langgezogene, aber dabei überraschend schmale Gebäude den Weinberg wie eine Festung im Dienste des guten Geschmacks. Vor der französischen Revolution gehörte das Anwesen dem Schriftsteller Jacques Cazotte, sogar Voltaire soll als Gast Cazottes hier gewesen sein. Heute jedoch ist das Schloss nicht mehr bewohnt und dient alleine repräsentativen Zwecken. Beispielsweise wird es zum Schauplatz einer Verkostung der aktuellen Taittinger-Weine. Und während die Sonne draussen vor den Fenstern weiter unablässig auf die Reben brennt, entfaltet der Ertrag der Vorjahre seine willkommene Wirkung: subtil erfrischend, belebend, anregend. Was die Champagne kann, kann nur die Champagne – der Kreide sei dank. Und Taittinger zeigt diese Tugenden mit der dem Haus eigenen, klaren und fein balancierten Handschrift.
Notizen von Ulrich Sautter

Tasting aus Falstaff Magazin Schweiz Nr. 7/2016

VON FALSTAFF BEWERTETE WEINE

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