Beschreibung

Nach der Verkostung von über 200 Brunello steht fest: Die fünf Sterne, mit denen das mächtige Consorzio den Jahrgang 2012 bewertete, sind wohl zu hoch gegriffen. Dafür war der Sommer 2012 einfach zu heiß. In einigen Weinen findet sich so das für heiße Jahrgänge typische harte, trocknende Tannin, das auch mit zunehmender Reife nicht weicher werden wird. Das sind aber die Ausnahmen. Die Winzer in Montalcino lernen offensichtlich immer besser mit den Herausforderungen solcher heißer Jahrgänge und den Eigenheiten der Sangiovese-Traube umzugehen. Das allgemeine Qualitätsniveau bei Brunello 2012 liegt daher beachtlich hoch. Trotz sommerlicher Hitze haben es einige Winzer geschafft, frische, fein gezeichnete Weine mit wahrhaft seidigem Tannin zu erzeugen. Trotzdem: Die ganz großen Spitzen, die es etwas 2010 gab und die einen Jahrgang wirklich groß machen, die fehlen. Dafür müssen wir wohl auf 2015 oder 2016 warten, die beide ebenfalls mit fünf Sternen ausgezeichnet wurden. Die Zeit wird es zeigen. Inzwischen aber dürfen Sie getrost die 2012er genießen, die sich schon sehr zugänglich zeigen.
Notizen von Othmar Kiem

Tasting aus Falstaff Magazin Österreich Nr. 2/2017

VON FALSTAFF BEWERTETE WEINE

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