Beschreibung

Der Syrah ist die Sorte mit den vielleicht rasantest wachsenden Rebflächen, obwohl er immer als ein ganz besonders hochwertiger Rotwein galt. Durch den großen Hype um die Weine aus dem Bordeaux in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist er vorübergehend etwas in Vergessenheit geraten, erfreut sich aber nun wieder weltweit allergrößtem Interesse. Sein Ursprung und seine Herkunft waren lange Zeit unklar, es rankten sich sogar Theorien über den Import der Rebsorte aus Syrakus im Nahen Osten. Heute gilt es als gesichert, dass der Syrah an der oberen Rhône das Licht der Welt aus einer natürlichen Kreuzung der Sorten Mondeuse Blanche und Dureza erblickte und somit auch verwandtschaftliche Beziehungen zum Pinot Noir unterhält. Seine höchste Vollendung findet er wohl in den großen Weinen der Côte-Rôtie und des steilen Hermitage-Weinbergs an der nördlichen Rhône, wo er auch erstmals 1781 als „Sira“ Erwähnung findet. Gerade an der Rhône, aber auch in anderen Regionen muss sehr auf die Wahl des Standorts geachtet werden, da der Syrah ausgeprochen windempfindlich ist. Überhaupt zeigt er einige Krankheitsanfälligkeiten, in besonderem Maße für Chlorose, Schwarz- und Sauerfäule, Milbenbefall und eine bislang unbekannte Krankheit, die die Blätter des Weinstocks und später auch des Rebstocks absterben lässt. Die große Renaissance des Syrah begann Mitte der Neunzigerjahre, als eine wissenschaftliche Untersuchung den Syrah-Weinen durch ihren hohen Gehalt an Resveratrol eine vorbeugende Wirkung gegen Herzgefäßerkrankungen bescheinigte. Neben den berühmten, heute zumeist reinsortigen Syrah-Weinen der nördlichen Rhône, spielt er eine ganz besondere Rolle in den Weinen des Châteauneuf-du-Pape und des Languedoc-Roussillon. Außerhalb Frankreichs verzeichnen vor allem die Länder der Neuen Welt beachtliche Zuwächse an Rebflächen, ein Land aber hat den Syrah zu seinem Markenzeichen erkoren: Australien. Unter dem Namen Shiraz stehen hier über 40.000 Hektar unter Reben, aus denen preiswerte Markenweine ebenso erzeugt werden wie rare und berühmte Kultweine, wie etwa Penfolds „Grange“ oder Henschkes „Hill of Grace“.

Geschmack

Rote Johannisbeeren/Ribiseln, Waldbeeren, Kirschen, Kirschlikör, Pfeffer, Paprika, schwarze Oliven, körperreich, tanninbetont, komplex

FACTS

Terroir
Granit, Gneis, Schiefer
Reife
mittellange Reifeperiode mit kurzem Übergang von der Traubenfärbung zur Vollreife
Reifepotential
trinken, 2–30 Jahre
Preis
6 bis 450 €
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