Beschreibung

Obwohl es der Name nahelegen mag, der Muscadelle hat keinerlei verwandschaftliche Beziehungen zur Familie der Muskatsorten, obwohl er in der Tat auch ein feines Muskataroma aufweist. Wissenschaftliche Untersuchungen positionieren ihn eher in das Umfeld der Rebsorten rund um Gouais Blanc. Seine angestammte Heimat ist das südliche linke Ufer der Gironde, das Entre-Deux-Mers zwischen Garonne und Dordogne und Cadillac. Hier wird er im Regelfall mit Sauvignon Blanc und Sémillon für trockene Weißweine cuvetiert, um diesen noch mehr Duft und Struktur zu verleihen. In Sauternes, Barsac und Cadillac bereichert er aber auch die Cuvée derselben Rebsorte für edelsüße Weine, die im Falle der Weine aus Sauternes extrem hochwertig ausfallen können. Der Muscadelle verlangt eine sehr genaue Standortwahl, da er, wenn der Edelschimmel Botrytis cinerea ausfällt, anfällig ist für andere Arten von Fäulnis, auch Wespen und Motten können ihm stark zusetzen. Die Rebflächen in Bordeaux sind allerdings rückläufig. Außerhalb von Bordeaux spielt er nur in Australien eine größere Rolle: In den Riverlands wird daraus ein schlichter, trockener Weißwein produziert, und in Victoria wird er einer alten Tradition folgend zu einem durchaus anspruchsvollen aufgespriteten Wein verarbeitet, der noch bis vor Kurzem unter dem Namen „Liqueur Tokay“ auf den Markt kam. Auf Drängen der EU, vor allem um die Herkunft Tokaj in Ungarn zu schützen, wird dieser Likörwein jetzt unter dem Namen „Topaque“ verkauft.

Geschmack

fruchtbetont, Aprikose/Marille, tropische Früchte, Muskat, mittelgewichtig

FACTS

Terroir
Kies, Kalk, Schwemmland, Sand
Reife
kurze bis mittelange Reifeperiode
Reifepotential
jung trinken 1–3 Jahre
Preis
4 bis 12 €
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