Beschreibung

Überraschenderweise ist die Rotweinsorte Kotsifali genetisch vollständig mit der heute nicht mehr angebauten Rebsorte Korfiatiko identisch, die ursprünglich auf den Ionischen Inseln beheimatet war. Ampelografisch hingegen weisen beide Rebsorten erhebliche Unterschiede auf. Die robuste Rebsorte mit guter Widerstandsfähigkeit gegen viele Rebkrankheiten ist heute eine der bedeutenden Rotweinsorten der Insel Kreta, in der Menge nimmt sie den zweiten Platz hinter der Sorte Liatiko ein. Lediglich die Sauerfäule und der Falsche Mehltau können ihr zu schaffen machen. Der Kotsifali bringt gute und kalkulkierbare Erträge und ist auf der Insel in eigentlich allen Subregionen maßgeblich vertreten. Circa 1300 Hektar stehen heute im Ertrag, der Schwerpunkt liegt aber im östlichen Teil der Insel. Da die Weine eher blass ausfallen, aber einen recht hohen Alkoholgehalt aufweisen, wird der Kotsifali vornehmlich für Cuvées eingesetzt, zumeist mit der Sorte Mandalaria, die deutlich weniger Alkohol aufweist. Kreative Winzer verschneiden diese Sorte auch mit dem Syrah. Wie bei vielen Rebsorten, ist die Qualität der Weine sehr stark von rigorosen Ertragsbeschränkungen abhängig. Im Keller bereitet die Sorte einige Probleme, da es schwierig ist, Farbstoffe aus den sehr dünnen Beerenhäuten zu extrahieren. Viele Weine präsentieren sich daher bereits in der Jugend recht gereift und gealtert. Der Wirkungsbereich des Kotsifali ist ausschließlich auf die Insel Kreta beschränkt.

Geschmack

hellrot, frische Erdbeeren, getrocknete Gewürze, frische Kräuter, körperreich

FACTS

Terroir
warme, trockene und karge Sandböden
Reife
mittlere Reifeperiode nach frühem bis mittlerem Austrieb
Reifepotential
trinken, 1–4 Jahre
Preis
6 bis 12 €