Beschreibung

Der Gras? ist eine eher seltene Weißweinsorte Rumäniens, steht dort aber für einen Süßweinstil, den Gras? de Cotnari, wie auch die Rebsorte eigentlich vollständig heißt. Gras? bedeutet so viel wie "fett". Umstritten ist, ob die Sorte auch in Ungarn vorkommt, da man sie auch in älteren Tokajer-Jahrgängen gefunden zu haben glaubt. Tatsache ist indes, dass der Gras? sich auf vulkanischen Böden am wohlsten fühlt und seine Beerenhaut für den Edelpilz Botrytis cinerea sehr empfänglich ist. Endgültig konnte eine Existenz des Gras? auf der ungarischen Seite bis heute nicht geklärt werden. Zeitweise wurde er auch mit der ungarischen Sorte Furmint verwechselt. Früh bis mittellang austreibend, reift der Gras? relativ lange und entwickelt dabei dicke, sehr zuckerreiche Beeren. Die für Falschen Mehltau recht anfällige Sorte ist einigermaßen resistent gegen Winterkälte und sommerliche Wärme sowie Trockenheit. Im Nordosten Rumäniens stehen rund 400 Hektar im Ertrag, aus der Ernte wird zum Großteil der edelsüße Gras? de Cotnari erzeugt, für den der Befall mit Botrytis cinerea notwendig ist. Wesentlich seltener findet man die Sorte in einem halbtrockenen und trockenen Stil. Da die süßen Weine sehr mächtig ausfallen können, wird der Gras? auch mitunter mit Sorten wie Feteasc? Alb? oder Muscat à Petits Grains verschnitten. In Ungarn heißt die Sorte Kövérszölö und ist nach der großen Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts so gut wie verschwunden. Ob es sich bei dieser Sorte tatsächlich um den Gras? handelt, ist aber ungewiss. Erst in den letzten rund 20 Jahren feiert der Kövérszölö mit wenigen Hektar Anbaufläche, darunter auch in der Region Tokaj, wo er für die Erzeugung des berühmten Tokajer durchaus zugelassen ist, eine kleine Renaissance. Weitere Vorkommen sind nicht bekannt.

FACTS

Terroir
Steilhänge auf vulkanischen Böden
Preis
4.5 bis 12.5 €
Andere Bezeichnungen
Armas, El Grasz, Dicktraube, Coarna, Grasa, Grasa de Cotnari, Grasa Galbena
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