Beschreibung

Der Gewürztraminer geht auf eine Mutation des Traminers zurück, der wiederum mit der alteingesessenen Rebsorte Savagnin Blanc aus dem Savoie in Verbindung gebracht wird. Er wird mit den Standorten Rheingau und Oppenheim 1827 erstmalig als „Rother Traminer“ und „Rother Riesling“ erwähnt. Seine größte Rebfläche befindet sich heute aber mit knapp 3000 Hektar im Elsass, wo er neben Riesling, Muskat und Pinot Gris als wichtige, bedeutende und sehr hochwertige Rebsorte angesehen wird. Dort nimmt allerdings ein „u“ die Stelle des „ü“ ein. Neben seiner Anfälligkeit für Viruskrankheiten und Chlorose hat der Gewürztraminer ein großes Problem mit der Säure. Da er im letzten Stadium der Ausreifung sehr rasch Zucker auf- und somit Säure abbaut, ist der richtige Erntezeitpunkt von großer Wichtigkeit. Bei zu früher Lese hat er sein spezifisches und einzigartiges Bukett, vor allem nach Litschis und Rosenblättern, noch unvollständig entwickelt, liegt der Erntezeitpunkt zu spät, wirkt der Wein müde, schwer, matt und ohne animierenden Trinkfluss. Der frühe Austrieb setzt den Gewürztraminer der Gefahr von Frühjahrsfrösten aus, dafür entgeht er, dank der frühen Reife, einem feuchten und kalten Spätherbst. In idealen Jahren liefert der Gewürztraminer auch sehr hochwertige und langlebige Auslesen und Trockenbeerenauslesen, wenn die dünne Schale vom Edelschimmel Botrytis cinerea befallen wird. Neben dem Elsass ist mit knapp 900 Hektar Deutschland eine weitere Hochburg dieser Sorte, gefolgt von Südtirol mit rund 600 Hektar. Jeweils wenige hundert Hektar findet man in fast allen Weinbauländern Osteuropas. Auch die Neue Welt hat den Gewürztraminer entdeckt, nennenswerte Rebflächen findet man in Kanada, Chile, Argentinien, Australien und Neuseeland.

Geschmack

goldgelb, Rosenblätter, Litschi, tropische Früchte, körperreich, sehr harmonisch

FACTS

Terroir
Kalkgestein, Kalkmergel
Reife
mittellange Reifeperiode nach frühem Austrieb
Reifepotential
jung trinken, 1–5 Jahre
Preis
8 bis 75 €
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