Hans Kristian Hoejsgaard, CEO Oettinger Davidoff / © Oettinger Davidoff
Hans Kristian Hoejsgaard, CEO Oettinger Davidoff / © Oettinger Davidoff

FALSTAFF: Die Dominikanische Republik, die Schweiz, Deutschland, Luxemburg und Spanien – die Davidoff Tour Gastronomique begibt sich in diesem Jahr erstmals auf internationales Terrain und Sie haben im Rahmen der « Gourmet Night» nicht nur das Programm der Tour Gastronomique, sondern auch eine neue Davidoff Limited Edition Zigarre präsentiert. Was können Sie uns dazu erzählen?
HANS KRISTIAN HOEJSGAARD: Früher hatten wir zur Tour Gastronomique auch immer eine Special Edition gehabt. Jetzt, wo die Tour Gastronomique international wird, haben wir uns etwas Besonderes einfallen lassen und eine Chef's-Edition kreiert. Diese Zigarre wurde in Zusammenarbeit mit sechs der weltbesten Starköche entwickelt: Peter Knogl vom «Cheval Blanc» des Grand Hotel Les Trois Rois in Basel (Schweiz), Renato Wüst vom Bad Ragaz Grand Resort (Schweiz), TV-Koch Ali Güngörmüs vom «Le Canard» in Hamburg (Deutschland), TV-Köchin Léa Linster vom «Restaurant Léa Linster» in Luxemburg, Michel Trama vom Relais & Chateau Puymirol (Frankreich) sowie Maria Marte vom Club Allard in Madrid (Spanien).

Warum haben Sie sich – neben dem Kick-Off in der Dominikanischen Republik – gerade diese vier Länder als Stationen für die Davidoff Tour Gastronomique 2016 ausgesucht? Und kommen Sie vielleicht auch einmal nach Österreich?
Österreich ist nicht ausgeschlossen, aber die Stationen sind generell historisch gewachsen: Die Tour Gastronomique startete 2001 in Frankreich. In der «guten alten Zeit», als man Zigarren noch in Restaurants geniessen durfte. Nach und nach kamen dann die Schweiz und Deutschland dazu, nun auch Spanien. Aber es gibt keinen Grund nicht auch andere Länder anzusteuern, etwa Amerika, Asien, China oder Italien. Wir testen jetzt mal das internationale Konzept und wenn es aufgeht, kann man auch in kleinere Märkte gehen.

Wo sehen Sie die Tour Gastronomique in drei bis fünf Jahren?
Die Tour Gastronomique bzw. Gastronomie ist neben Kommunikation und Kunst die zweite wichtige Säule in unserem Marketing. Nach ersten Erfahrungen in Deutschland und der Schweiz wird die Tour Gasteonomique jetzt international und wir haben viel Vertrauen, dass das Konzept noch viel weiter gehen kann. Genuss, also guter Wein, gutes Essen und gute Zigarren passen einfach hervorragend und ich sehe da eine sehr sehr grosse Plattform für die nächsten Jahre.

Davidoff CHef's Edition / © Oettinger Davidoff
Davidoff CHef's Edition / © Oettinger Davidoff

Zurück zur Chefs-Edition. Wie liefen die Vorbereitungen für diese besondere Zigarre? Kann man sich das wie bei einer Weinverkostung vorstellen?
Die verschiedenen Blends wurden für die Verkostung aufbereitet und gemeinsam mit den Köchen getestet. Eine Ähnlichkeit zum Wein ist, dass auch beim Zigarrenblend Klima- und Bodenverhältnisse berücksichtigt werden und dann eine Cuvée zusammengestellt wird. Im Unterschied zu Wein, wo ja eine spezifische Cuvée immer gleich schmecken sollte, soll es bei Zigarren immer was Neues sein. Wir machen 300 neue Blends pro Jahr aber aus nur zehn Blends wird letztlich ein Produkt. 

Eine besondere Herausforderung für die beteiligten Spitzenköche ist es, zu den Zigarren eigene Speisen zu kreieren. Was ist Ihre Lieblingskombination aus Zigarre und Gericht?
Das ist schwierig zu beantworten und abhängig davon, von welcher Zigarre man ausgeht. White passt eher zu leichten Speisen, Vorspeisen und Champagner, Black Label harmoniert mit Fleischgerichten.  

Was war zuerst da: die Henne oder das Ei? Die Golf Masters Edition oder der Gedanke, Davidoff mit Golf-Events zu matchen?
Wir haben vorhin von den zwei wichtigen Marketing-Säulen gesprochen, eine dritte war und ist sicherlich Golf. Wir haben über Jahre hinweg Golfturniere gesponsert, am Golfplatz trifft man einfach auch viele leidenschaftliche Zigarrenraucher. Die Golf Masters Edition ist aber keineswegs aus reinem Marketingzweck entstanden, sondern es ist ein speziell auf diese Zielgruppe zugeschnittenes Produkt.

Sie launchen jetzt wieder neue Cusanos. Warum der dauernde Wechsel Longfiller – Shortfiller bei dieser Marke? Und was steckt hinter der Strategie, dass – zumindest auf den Packungen – die Davidoff-Connection verheimlicht wird?
Cusanos spielt generell eine andere Rolle als Davidoff. Wir haben aktuell neun verschiedene Marken im Repertoire. Cusanos ist preislich etwas günstiger angesetzt, daher muss man sowohl Longfiller als auch Shortfiller anbieten. Der Name Davidoff ist auf der Verpackung aus einem simplen Grund nicht zu finden: Cusanos ist kein Davidoff-Produkt. Wir haben über Jahre hinweg Marken hinzugekauft und entwickelt, dabei war es immer sehr wichtig, dass jede Marke eigenständig bleibt. Davidoff war immer im Premium-Segment angesiedelt und daher wird der Markenname Davidoff nie auf dem einem preisgünstigeren Produkt zu finden sein, wobei unsere Vertriebspartner natürlich wissen, dass das Produkt von Davidoff kommt. Die Idee dahinter: Wir wollen verschiedene Zigarren mit verschiedenen Geschmacksprofilen in unterschiedlichen Preissegmenten anbieten.

Im Frühjahr wird die Nicaragua Box Pressed Edition gelauncht. Was hat Davidoff dazu bewogen, zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Box Pressed Zigarre herzustellen?
Wir haben das vorher noch nie gemacht und es war eine wirklich grosse Entscheidung. Wir haben uns aber gefragt, wie wir neue Zielgruppen ansprechen können und haben uns hier insbesondere den amerikanischen Markt angesehen. Box Pressed Zigarren machen hier einen kleinen, aber wichtigen Marktanteil aus (10-12%) und kommen sehr gut an. Da gibt es für uns also Potenzial.

Warum legen Sie in der letzten Zeit den Schwerpunkt auf die kleinen, dicken Formate wie Toros und Robustos? Nur wegen dem propagierten Rauchen im Freien im Zuge der Rauchverbote? Oder steckt da noch etwas anderes dahinter?
Diesen Trend kann man in Europa beobachten, in Amerika spielt er aber keine Rolle. Die Restriktionen gibt es nun mal und in den nördlichen Ländern Europas ist das Wetter sechs bis sieben Monate im Jahr nicht gerade gut. Da kann man von den Leuten nicht verlangen, dass sie zum Zigarrerauchen lange im Freien stehen. Da kommt eine Longfiller-Zigarre, allerdings im Kleinformat gerade recht.

Es wäre eigentlich sehr naheliegend gewesen, dass Sie für Ihre Monkey-Edition zum chinesischen Neujahr asiatische (Sumatra-)Tabake verwenden. Warum verweigern Sie sich so diesen und den Brasil-Tabaken? Sind die qualitativ 2. Liga?
Einen echten asiatischen Tabak gibt es noch nicht. Der in Indonesien angebaute Tabak eignet sich für Shortfiller und Zigarillos, für Longfiller ist er aber nicht geeignet. Wo wir aber Potenzial sehen, ist China. Hier kann man rund um den Äquator Tabak anbauen und hier gibt es eine besondere «kleine Ecke»: Hainan Island. Einer unserer Mitarbeiter war gerade vor Ort, allerdings wird hier nichts in den nächsten Wochen oder Jahren passieren, das braucht Zeit. 
Brasilianischen Tabak haben wir mit Davidoff Escurio ertmals lanciert, allerdings nur mit einem 40-prozentigen Anteil an Brasil Tabak. Brasil Tabak hat sich qualitativ zwar gut entwickelt, entspricht aber noch nicht den hohen Davidoff-Standards, um daraus ein Puro zumachen.

Welche Rolle wird Kuba für Davidoff in nächster Zeit spielen?

Es gibt noch keine konkreten Pläne, wir hegen aber den Wunsch zurückzukehren, wenn es möglich ist. Wir haben Kuba 1989 verlassen und eine Rückkehr ist aufgrund des US-Embargos natürlich auch eine politische Frage. Dieses sollte zwar gelockert werden, das wird aber sicher noch mindestens  drei bis fünf Jahre dauern. Wir sind im ständigen Dialog und sind natürlich interessiert zurückzukehren, allerdings haben wir auch Bedingungen wie etwa unsere eigenen Qualitätskontrollen und Standards beim Tabakanbau. Ich persönlich bin überzeugt davon, dass wir eines Tages nach Kuba zurückkehren werden. Wichtig dabei ist es zu betonen, dass wir mit der Rückkehr nichts ersetzen wollen, sondern das Unternehmen auf eine weitere Säule stellen wollen.

Nun noch zum Tabak: Soeben erscheint die 45 Years Davidoff Pipe Tobacco Limited Edition. Der Ausbau respektive Umbau des Pfeifentabak-Sortiments geht ungleich schleppender vor sich als jener bei den Zigarren. Ist es so, dass die Pfeife in absehbarer Zeit nur mehr von historischem Interesse sein wird?
Der Pfeifen-Markt ist heute sehr klein (die grössten Anteile haben Amerika und China) und Pfeifen bzw. Pfeifentabake werden für einen ganz kleinen Kreis von Connaisseuren gemacht. Wir werden später in diesem Jahr noch drei neue Marken zu Pfeifentabak präsentieren, aber dieser Bereich ist und bleibt eine Nische, allerdings eine interessante Nische.

Der Drei-Sterne-Koch Peter Knogl (l.) war massgeblich bei der Entwicklung der Chef's-Edition beteiligt / © Oettinger Davidoff
Der Drei-Sterne-Koch Peter Knogl (l.) war massgeblich bei der Entwicklung der Chef's-Edition beteiligt / © Oettinger Davidoff

Der Drei-Sterne-Koch Peter Knogl (l.) war massgeblich bei der Entwicklung der Chef's-Edition beteiligt / © Oettinger Davidoff

Kommen wir noch einmal zurück zum Vergleich mit Wein bzw. einem Weinsortiment. Hier ist es ja so, dass viele Unternehmen zwar ein breites Sortiment bieten, aber sich auch immer mehr auf ein Premium- bzw. Luxus-Produkte konzentrieren. Damit erhält man dann Aufmerksamkeit bei der Presse und erzeugt auch Spannung beim Kunden. Haben Sie mit Davidoff eine vergleichbare Richtung eingeschlagen und planen Sie, im Premium-Segment noch weitere Produkte zu launchen?
Absolut! Wir haben schon immer gesagt, dass sich Wein- und Zigarren-Branche sehr ähnlich sind. Wir haben im vergangenen Jahr und auch 2014 bzw. 2013 erstmals eine Vintage Zigarre, die Oro Blanco 2002, lanciert. Damit gehen wir verstärkt in die Richtung Royal Line und es wird in diesem Jahr hier noch weitere Entwicklungen geben. Es gibt einen Markt für Luxus-Produkte und Davidoff hat sich hier sehr gut positioniert. Ich bin der Meinung, dass man heute bereits mit Produkten, die rund 20 Euro bzw. 16 Schweizer Franken kosten einen Luxus-Genuss haben kann. Es gibt allerdings auch Leute, die bereit sind, mehr auszugeben. Das beobachten wir insbesondere bei Limited Editions wie der Monkey, die binnen sechs Stunden ausverkauft war. 

Das Interview führte Falstaff Geschäftsführerin Elisabeth Kamper

www.davidoff.com

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wwww.davidoffartinitiative.com