Von Mémoire & Friends zum Swiss Wine Tasting

Andreas Keller mit seinem Team von Swiss Wine Connection: Daniel Kleiner, Jasmin Schmid, Susanne Scholl, Hans Bättig

© Siffert / weilweltfoto.ch

Andreas Keller mit seinem Team von Swiss Wine Connection: Daniel Kleiner, Jasmin Schmid, Susanne Scholl, Hans Bättig

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Andreas Keller von der Eventagentur Swiss Wine Connection in Zürich sagt Falstaff, warum die grösste Ausstellung von Schweizer Weinen vom schicken Ende der Bahnhofstrasse am Zürichsee ins einstige Industriequartier an der Limmat umzieht und dabei erst noch ihren Namen ändert.

Die Veranstaltung findet zum ersten Mal an einem neuen Ort und mit einem neuen Namen statt. Inwiefern verändert sich dadurch die Veranstaltung?

Nachdem unser bisheriger Veranstaltungsort, das Kongresshaus Zürich, von 2017 bis 2020 grundlegend renoviert wird, haben wir eine neue Location suchen müssen. Dabei sind wir schliesslich auf die denkmalgeschützte Industriehalle des Schiffbaus im Trendquartier Zürich-West gestossen, die während der sommerlichen Spielpause des Schauspielhauses Zürich leer steht. Der neue Ort, wo sonst modernes Theater ein vornehmlich jüngeres Publikum ansprechen will, verlangt natürlich auch von uns einen frischen, zeitgemässen Auftritt. Am Kern der Veranstaltung ändert sich nichts: Das Swiss Wine Tasting bleibt die grosse internationale Referenzveranstaltung für das qualitativ hochstehende Schweizer Weinschaffen.

Mit dem neuen Namen «Swiss Wine Tasting» rückt «Mémoire & Friends» mehr in den Hintergrund. Was ist die Idee hinter dem neuen Namen und weshalb heisst es nicht mehr «Swiss Wine Grand Tasting»?

So neu ist der Name «Swiss Wine Tasting» ja gar nicht: Er figuriert nämlich bereits seit 2015 auf allen unseren Werbemitteln. Nötig geworden ist dieser Zusatzname, weil viele Leute mit dem Namen «Mémoire & Friends» nichts anfangen können und ihn schon gar nicht mit Schweizer Wein assoziieren. Dass das «Grand» dieses Jahr im Namen verschwunden ist, hat praktische Gründe: Der Name der Webseite soll nicht allzu kompliziert sein. Das Tasting selbst bleibt aber so «grand» wie immer, solange die Mitglieder des Mémoire des Vins Suisses und ihre Freunde auftreten.

Schon in den vergangenen Jahren wurden die Aussteller selektiv ausgewählt, damit die Qualität gesichert ist. Die neue Location fordert eine strengere Zugangsbeschränkung. Nach welchen Kriterien werden die Aussteller ausgewählt? 

In der grossen Halle des Schiffbaus haben höchstens ungefähr 130 Aussteller Platz, das sind rund zwei Dutzend weniger als in früheren Jahren. Deshalb haben wir leider auf den Stand der Fünften Schweiz, also der Schweizer Produzenten im Ausland, verzichten müssen. Zudem haben wir den Mitgliedern des Mémoire des Vins Suisses und anderer Winzervereinigungen mit eigener Qualitätssicherung sowie den Friends der ersten Stunde, die ihr Qualitätsdenken schon seit Jahren unter Beweis stellen, den Vorrag gegeben.

Wie sieht es mit der Aufnahme von jungen Betrieben aus? Haben diese auch die Möglichkeit, an der Veranstaltung teilzunehmen?

Aber klar: Wir haben jedes Jahr zahlreiche neue und darunter auch jüngere Betriebe, die mitmachen möchten. Sofern sie die Qualitätsprüfung bestehen, sind sie dabei. Eine «stille» Verjüngung infolge des Generationenwechsels findet aber auch laufend bei den etablierten Ausstellern statt. Und schliesslich ist da noch der Gruppenstand der Vereinigung «Junge Schweiz – Neue Winzer», wo Jungwinzer(innen) ihre Weine zu sehr vorteilhaften Bedingungen präsentieren können.

Neben dem Swiss Wine Vintage Award 2017 vergeben Sie dieses Jahr erstmals zusammen mit Falstaff Schweiz eine Riesling-Silvaner-Trophy. Was erwarten Sie von diesem neuen Weinwettbewerb?

Swiss Wine Connection und Falstaff Schweiz wollen mit der Riesling-Silvaner-Trophy die zweitwichtigste, aber leider sehr oft unterschätzte Weissweinsorte der Schweiz, die 1882 vom Schweizer Hermann Müller-Thurgau in Geisenheim gezüchtet wurde, ins richtige Licht stellen und damit zugleich einen Beitrag leisten zur Wertschätzung des Deutschschweizer Weinbaus. Schliesslich findet das Swiss Wine Tasting mitten im Herz der Deutschschweiz statt, unweit der einstigen Wirkungsstätte von Professor Müller-Thurgau an der Eidgenössischen Versuchsanstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädenswil.

Die Veranstaltung findet bereits zum neunten Mal statt. Gibt es schon Pläne für die Weiterentwicklung in den nächsten Jahren?

Lassen Sie uns zuerst einmal das Swiss Wine Tasting 2017 über die Bühne bringen. Anschliessend werden wir mit allen Beteiligten genau prüfen, ob sich der Schiffbau für unsere Zwecke eignet. Unsicher ist auch noch, ob uns das Schauspielhaus Zürich nächstes Jahr passende Termine anbieten kann. Schön wäre es natürlich schon, wenn der Traum eines ständigen Schweizer Weintheaters in Erfüllung ginge.

INFO

Termin: Montag, 28. August 2017
Uhrzeit: 11.00 bis 19.30 Uhr 
Ort: Schiffbau Zürich, Schiffbauplatz, 8005 Zürich
Kosten: Tagestickets im Vorverkauf CHF 20–; an der Ausstellungskasse CHF 30–; Abendticket gratis (Einlass ab 17 Uhr)
Info: www.swiss-wine-tasting.ch   

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