Veganer «Käse» aus Niederösterreich

Die beiden »Cultured«-Gründerinnen Julia Zeitlhuber und Violetta Hradetzky.

© Patricia Weisskirchner

Die beiden »Cultured«-Gründerinnen Julia Zeitlhuber und Violetta Hradetzky

Die beiden »Cultured«-Gründerinnen Julia Zeitlhuber und Violetta Hradetzky.

© Patricia Weisskirchner

http://www.falstaff.ch/nd/veganer-kaese-aus-niederoesterreich-1/ Veganer «Käse» aus Niederösterreich «Cultured» heisst die «Käse-Manufaktur» aus Niederösterreich. Keine neue Erfindung, aber ein nächster Schritt vegane Produkte zur Normalität werden zu lassen. http://www.falstaff.ch/fileadmin/_processed_/f/6/csm_cultured-c-Patricia-Weisskirchner-2640_ec355f6236.jpg

Mautern an der Donau. Ein beschauliches Städtchen direkt am Fluss gelegen. Hier erwartet man vieles, aber wohl eher keine Manufaktur, die sich auf die Herstellung von veganen Käsealternativen spezialisiert hat. Mit solchen Vorurteilen könnten künftig die beiden «Cultured»-Gründerinnen Violetta Hradetzky und Julia Zeitlhuber aufräumen. Die beiden Niederösterreicherinnen kennen sich bereits aus der Schulzeit und starteten 2020, nach jeweiligen Auslandsaufenthalten in New York, London, Melbourne, Genf und Vancouver, mit der Produktion auf Cashew-Basis.

Frei von Cholesterin

«Unsere Produkte reifen etwa zwei Wochen, bis sie in den Verkauf gehen», erklärt Zeitlhuber im Gespräch. Richtig gehört: Der Reifeprozess verläuft identisch zu dem von herkömmlichem Käse aus Kuhmilch. Den Vorteil ihrer Produkte sieht Zeitlhuber neben dem logischen Argument «Tierwohl» vor allem in der Gesundheit und Nachhaltigkeit. Gesünder ist der «Käse» vor allem deshalb, weil er es durch die Cashew-Basis schafft, ohne Cholesterin auszukommen. Herkömmlicher Käse gilt dagegen als Auslöser eines erhöhten Cholesterinspiegels. Dieser kann im Körper wiederum das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. «Ich dachte mir, es muss doch möglich sein, dass auch Menschen mit gesundheitlichen Problemen nicht auf diesen Genuss verzichten müssen», führt die Gründerin aus.

Pluspunkt Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit ist derweil unweigerlich mit dem Punkt des Tierwohls verknüpft. «14,5 Prozent der Treibhausgasemissionen weltweit werden durch die Viehwirtschaft verursacht», erklärt Ernährungswissenschaftlerin Garbriele Homolka von der Umweltberatung in Wien. Des Weiteren entfallen rund 70 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche auf die Viehzucht. Zahlen, die unterstreichen, wie wichtig Alternativen zu den tierischen «Originalen» in Zukunft werden beziehungsweise jetzt schon sind.

In der breiten Masse sind die Produkte von «Cultured» bis jetzt dennoch nicht angekommen. Ingesamt sieben verschiedene Varianten, deren Zutatenliste jeweils sehr kurz ausfällt, bieten die Mauterner an. «Wien ist momentan unser wichtigster Absatzmarkt. Etwa 85 Prozent unserer Lieferungen gehen hier her. Aber auch aus Salzburg kommen vermehrt Bestellungen», sagt Zeitlhuber. Zwischen 6.13 und 9,29 Franken kosten die 130 und 150 Gramm schweren Packungen mit festem oder Frischkäse und «gutem Karma». Ein Preis, für den sich die Gründerinnen oft rechtfertigen müssen, aber: «Das ist ohnehin schon der Preis, den wir mindestens verlagen müssen und wenn man einen guten Käse kauft, ist man bei ähnlichen Kilopreise», erklärt die Gründerin. Ganz aus der Nische werden sich die «Cultured»-Produkte mittelfristig wohl nicht bewegen lassen. Weil dem jungen Unternehmen, das bis heute nur aus den beiden Gründerinnen besteht, die Kapazität für grössere Mengen einfach noch fehlt, ausgeschlossen ist eine Expansion aber sowohl mengenmässig als auch geografisch in keinem Fall. Vielleicht ja auch bald in die Schweiz.

Vegan als «New Normal»

Wer die Produkte wie Feisty Fella (mit schwarzem Pfeffer), Bonfire (Smokey Paprika) oder Herbalizer (Knoblauch und Kräuter) einmal probieren möchte, kann sie aktuell über den Onlineshop oder bei ausgewählten Händlern beziehen. Irgendwann soll «es nichts besonderes mehr sein, wenn veganer Käse bei Oma im Kühlschrank liegt», fasst Zeitlhuber ihre Vision abschliessend noch einmal zusammen. Und so nieschig «Cultured» jetzt noch erscheinen mag, so sehr trägt es dazu bei, vegane Produkte auf lange Sicht für noch mehr Menschen zu einer ernsthaften Alternative werden zu lassen.

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