Vega Sicilia will zukünftig Flaschenkork selbst produzieren

Die spanische Bodega hat 40.000 Korkeichen gepflanzt.

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Die spanische Bodega hat 40.000 Korkeichen gepflanzt.

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Vega Sicilia ist berühmt für seinen «Unico» – eine wahrhaft einzigartige Gran Reserva, die mit ihrem zugleich wuchtigen und feinsinnigen Stil das Gebiet Ribera del Duero erst auf die Landkarte der Weinkenner gesetzt hat. Anlässlich einer Vertikalprobe des kleinen Unico-Bruders «Valbuena» war Vega Sicilia-CEO Pablo Álvarez nach Hamburg gekommen und stellte sich im Hotel Vier Jahreszeiten den Fragen von Sommeliers und Journalisten.

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Dabei streifte Álvarez auch die Entwicklung der Schwester-Weingüter: Besonders bemerkenswert erscheint dabei die Nachricht, dass in Tokaji («Oremus») die Produktion trockener Weissweine vorangetrieben wird, und das inzwischen auch mithilfe eines önologischen Beraters aus Burgund. «Die trockenen Weine werden die Edelsüssen retten», so Álvarez mit Blick auf den schwierigen Markt für Aszú-Weine.

Windräder gegen Spätfrost

Vom Stammhaus in Ribera del Duero berichtete Álvarez, dass er in den Weinbergen inzwischen 18 Windräder als Versicherung gegen Spätfröste aufgestellt habe. Das System arbeite recht gut, nach einem Frost lasse sich im Weinberg genau erkennen, bis wohin die Räder die Warmluft aus höheren Schichten an den Boden transportiert hätten. Dabei deckt ein Windrad eine Fläche von etwa 4 Hektar ab. In den Höhenlagen des Gebiets Ribera del Duero auf 800 Metern Höhe sind Spätfröste bis Mitte Mai keine Seltenheit.

40.000 Korkeichen gepflanzt

Die wahrscheinlich spektakulärste Nachricht, die Álvarez zu berichten wusste, ist diejenige, dass Vega Sicilia langfristig in die Produktion eigener Korken einsteigen möchte: «Von den 1000 Hektar Land, die Vega Sicilia besitzt, sind nur etwa 200 Hektar für Weinbau geeignet. Da es auf den anderen Flächen wegen des eigenwilligen Klimas nur wenige Optionen gibt, habe ich in den letzten Jahren vor allem Bäume gepflanzt, unter anderem 40.000 Korkeichen.»

Álvarez rechnet damit, dass die Bäume in rund 40 Jahren zum erstenmal geschält werden können. «Durch die Kälte wachsen sie sehr langsam. Wahrscheinlich wird man auch nicht wie andernorts alle sieben Jahre Kork ernten können, sondern vielleicht nur alle zehn oder zwölf Jahre.»

Pablo Álvarez hat in Hamburg über die Zukunft seines Stammhauses und der Schwester-Weingüter geplaudert.

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Produktionsprozess in eigener Hand

Dennoch sei er davon überzeugt, dass die eigenen Korken bessere Qualität besitzen würden als alles, was bislang am Markt sei. «Da die Korkeichen sehr langsam wachsen, wird das Material sehr kleinporig sein. Zudem haben wir den ganzen Produktionsprozess in der eigenen Hand und können wirksame Massnahmen gegen Korkfehler ergreifen.» Derzeit steckten in den Unico-Flaschen Korken, die pro Stück zwischen 1,30 Euro und 1,70 Euro kosten. «Und wir müssen trotzdem manche Lieferung ablehnen, weil sie nicht unseren Ansprüchen genügt.»

Auf noch längere Sicht ist ein zweites Aufforstungs-Projekt angelegt: die Pflanzung von 350.000 Steineichen. «In 150 Jahren wird man sehen, was daraus geworden ist», so Álvarez lächelnd.

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