Top & Flop: Der Weinjahrgang 2017

Weltweit sank die Weinproduktion 2017 um mehr als acht Prozent. 

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Weltweit sank die Weinproduktion 2017 um mehr als acht Prozent. 

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ÖSTERREICH: Reichliche Mengen, sehr gute Weinqualitäten

Die Südsteiermark bietet ein breites Sortenspektrum vom Welschriesling bis zum Traminer.

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Ständige Wetter- und Temperaturwechsel sorgten 2017 für Herausforderungen bei den Winzern in Österreich. Auf den kältesten Januar der vergangenen dreissig Jahre folgten ein ausserordentlich warmer Februar sowie der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 251 Jahren. Dieser wurde allerdings vom kühlsten April seit neun Jahren abgelöst, wodurch gerade ein massiver Kaltlufteinbruch in der zweiten Monatshälfte Frostschäden an den Reben verursachte und den bis dahin bestehenden vierzehntägigen Vegetationsvorsprung verringerte.

Der überdurchschnittlich warme Mai ging in den zweit-wärmsten Juni über, den Österreich je hatte. Und so setzte sich die Trockenheit in den Weinbaugebieten auch über den Sommer, im Juli und August, weiter fort. Aufgrund des Reifevorsprungs hatte die Weinlese zwar bereits früh begonnen, doch der September machte ihr nach einem Drittel der Erntezeit einen leichten Strich durch die Rechnung. Das kühle, vergleichsweise feuchte Wetter führte immer wieder zu Leseunterbrechungen. Durch das freundliche Wetter im Oktober konnte die Weinlese aber dennoch schon Mitte des Monats zum grössten Teil abgeschlossen werden.

Die sehr gute Traubenqualität erlaubte die landesweite Anhebung der Hektarenhöchstertragsmenge um die zulässigen 20 Prozent. Auch im Keller führte die erfreuliche Qualität der Trauben zu einem weitgehend geregelten, aber dennoch sehr konzentrierten Arbeiten. Neben deutlicher Sortenaromatik und klarer Fruchtigkeit weisen die Weine eine schöne Dichte und Stoffigkeit am Gaumen auf, die bereits jetzt Trinkfreude bereiten. Mit 2,6 Millionen Litern liegt die Ernte ein Viertel über dem Schnitt.

SCHWEIZ: Teils Spitzenernten, regional auch geringere Mengen

Lavaux ist mit mehr als 800 Hektar das größte zusammenhängende Weinbaugebiet der Schweiz. Seit 2007 stehen die Terrassen unter dem Schutz der UNESCO.

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Hätte man die Schweizer Winzer im April über den Ausgang des Weinjahres 2017 befragt, wären die Rückmeldungen wohl wenig euphorisch ausgefallen. Gleich mehrere Frostnächte liessen im Frühling um den Schweizer Weinjahrgang bangen. Wie in anderen Weinregionen Mitteleuropas, versuchte man mit Feuern zwischen den Rebzeilen der Lage Herr zu werden.

Die gute Nachricht: Viele Regionen sind trotz massiver Schäden an den jungen Rebtrieben im Frühling letztendlich mit einem blauen Auge davongekommen, die Natur hat sich im warmen Sommer vielerorts regenerieren können. In einigen Lagen waren es die Frostruten, die einen Ertrag retteten, an anderen Orten waren es die sonst ertragsschwachen Nebenaugen, die erst nach dem Frost austrieben. In den Kantonen Waadt und Neuenburg – die in weiten Teilen vom Frost verschont blieben – wird gar eine Spitzenernte erwartet.

Gerade bei den trockenen Weissweinen ist die Qualität hoch, bei den Rotweinen ist man ebenso zufrieden, jedoch liegt dort die Erntemenge 20 Prozent unter dem Durchschnitt der Vorjahre. Hart getroffen wurden dagegen viele Weinbauern im Wallis und der Deutschschweiz. Im Wallis wurden auf mehr als 1.000 Hektaren teils massive Schäden verzeichnet, fast ein Viertel der Rebflächen im Alpental sind betroffen. Qualitativ dürfte der Frost jedoch für keine Einbussen gesorgt haben: Das warme Wetter im September und die natürlicherweise kühlen Nächte während der Reife sorgten für Weine von grosser Aromentiefe und Eleganz.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in den wichtigsten Weinbaukantonen der Deutschschweiz ab. Im Thurgau und in Schaffhausen fällt die Ernte tief aus, bei zufriedenstellender Qualität, wobei die Reife je nach Lage sehr unterschiedlich verlief. Im benachbarten Kanton Zürich kamen zu den Frostschäden ein Hagelschlag Anfang August sowie Schäden durch die Kirschessigfliege hinzu. Von der Qualität ist man beim Rebbaukommissariat positiv überrascht, die gelesene Menge war jedoch seit der Einführung der Ertragsbeschränkung 1992 nie tiefer – nur rund 63 Prozent einer normalen Ernte.

DEUTSCHLAND: Ein lachendes und ein weinendes Auge

Die Hauptlese begann in der Pfalz in den ersten Septembertagen und war bereits Ende des Monats erfolgreich abgeschlossen.

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Auch in Deutschland verursachten die Frostnächte um den 20. April herum grosse Schäden. Durch den frühen Austrieb waren die Reben zudem besonders vulnerabel. Betroffen waren dabei fast alle deutschen Anbaugebiete, wobei viele Winzer berichten, dass die Verteilung der Schäden in diesem Jahr sehr untypisch war: Lagen, die bislang als frostsicher galten, wurden teilweise stärker geschädigt als die üblichen Frostlagen in Kaltluft-sammelnden Senken. Mit den im Vergleich geringsten Schäden kamen die Steillagen des Ahrtals davon, und fast ganz vom Frost verschont blieben die Anbaugebiete im Nordosten des Landes in Sachsen und an Saale und Unstrut. Hier berichten die Winzer sogar von einem ausgezeichneten Jahrgang. 

Qualitativ scheint der Jahrgang 2017 indes auch in den frostgeschädigten Regionen deutlich überdurchschnittlich zu sein. Mehr als nur ein Wermutstropfen ist hingegen die Menge: Denn nach dem Frost kamen in den meisten Anbau-gebieten noch weitere Klimakapriolen hinzu: Extreme Trockenheit im Sommer und Hagel (vor allem in Rheinhessen und im Rheingau). Der Herbst war dann eher feucht und dezimierte insbesondere den Ertrag spät ausreifender Rotweinsorten. Dieser Kummer der Rotweinwinzer war aber zugleich ein Segen für all jene, die es auf die Produktion edelsüsser Spezialitäten abgesehen haben: 2017 brachte «erfreuliche Mengen an Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen», sagt Carl von Schubert, VDP-Winzer an der Mosel. Und auch an der Nahe konnten zahlreiche edelsüsse Spitzenweine gelesen werden.

Bundesweit liegt die geerntete Menge 18 Prozent unter dem langjährigen Mittel. In den Reihen der Top-Betriebe gibt es jedoch nicht wenige, die nur die Hälfte eines üblichen Ertrags im Keller haben. Die Lese 2017 wird zudem als eine der frühesten in Erinnerung bleiben: Die Vorlese für den Federweissen begann vielerorts schon um den 15. August herum. 

FRANKREICH: Reichlich Burgunder, aber wenig Bordeaux

In Frankreich hatten die Winzer 2017 sehr stark unter den Frostnächten  zu leiden.

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Auch Frankreich ist keine Ausnahme: Es gab kaum Niederschläge im Winter, wodurch sich die Wasserreserven in den Böden reduzierten. Dann kamen Frost und Hagel und im Sommer starke Trockenheit. Die richtigen Regenmengen am Ende des Sommers und zu Beginn des Herbsts lösten die Wachstumsblockade, und eine frühe Lesekampagne brachte qualitativ hochwertige Trauben in die Keller, aber nur leider mengenmässig sehr wenige davon.

Vom Frost besonders betroffen war das Bordeaux, wo man von den schlimmsten Schäden seit 1991 spricht. Der Ertrag ist sogar der kleinste seit 1945 – über das ganze Gebiet gerechnet, beträgt das Minus 40 Prozent. Vor allem Graves, Sauternes und das rechte Ufer inklusive Entre-deux-mers verzeichneten bedeutende Ausfälle. Auf Château Climens in Barsac betrug die Erntemenge 40 Gramm pro Quadratmeter – etwa 3 hl/ha. Viele Weingüter haben versucht, den Austrieb der zweiten Generation zu ausreichender Reife zu führen. Ob es der Ertrag solcher Lesepartien dann schlussendlich in die Assemblagen der Grands Vins schaffen wird, bleibt abzuwarten. Es wäre nicht überraschend, sollte sich der Jahrgang bei den Primeurproben als äusserst heterogen herausstellen.

Vergleichsweise glimpflich davongekommen ist das Médoc – naturgemäss vor allem die Lagen in Flussnähe. Pauillac, Saint-Julien und Saint-Estèphe scheinen einen guten Jahrgang im Keller zu haben, Margaux war vom Frost mehr betroffen. Im Burgund wurde Chablis nach den verheerenden Schäden in 2016 ein weiteres Mal stark vom Frost getroffen, an der Côte d’Or blieben die Schäden jedoch begrenzt. Beim Pinot Noir haben die Winzer sogar einen quantitativ überdurchschnittlichen Ertrag eingefahren. Schlechtes Wetter zur Blüte begrenzte den Ertrag des Chardonnay, dennoch gehört das Burgund zweifellos zu den Gewinnern des Jahrgangs. Das warme und nicht zu trockene Sommerwetter brachte Mostgewichte, die denjenigen des Jahrgangs 2015 ähneln – und dies bei extrem früher Lese.

Unter den übrigen Regionen Frankreichs waren vor allem die Champagne, das Jura, das Elsass sowie der Südwesten und Teile des Languedoc vom Frost betroffen. Insgesamt liegt Frankreichs Erntemenge 16 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

ITALIEN: Ein schwieriger Jahrgang: Menge gering, Qualität zufriedenstellend bis sehr gut

In Italien könnten die Mengeneinbussen zu Preiserhöhungen führen.

In Italien könnten die Mengeneinbussen zu Preiserhöhungen führen.

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Das Jahr 2017 in Italien war bereits im Winter gekennzeichnet von grosser Trockenheit. Im März wurde es schon früh warm, und der Austrieb erfolgte entsprechend vorzeitig, wodurch die Winzer dann Ende April von einer Kaltluftwelle sprichwörtlich kalt erwischt wurden, die aus Nordeuropa kommend Italien erreichte und sich von Norden nach Süden hin ausbreitete.

Nicht nur die Weinbaugebiete im Norden hatten Frostschäden zu beklagen, auch in Kampanien und der Basilikata waren grosse Schäden zu beklagen. Nach dem Frost ging die Trockenheit weiter und sorgte für einen ausgesprochen frühen Lesetermin. Bei Planeta auf Sizilien wurden bereits am 4. August die ersten Trauben eingebracht, aber auch auf Ornellaia in der Toskana wurden die ersten Weissweintrauben schon am 7. August gelesen, und selbst im nördlichen Südtirol begann man um den 25. August herum mit der Ernte.

In der ersten Septemberdekade folgten leichte Niederschläge – für viele Rotweintrauben ein Segen. Trotzdem war das Gros der Lese Ende September beendet. Italienweit ist eine Mengeneinbusse von rund 30 Prozent zu verzeichnen, Spitzen in der Toskana, in Umbrien und Latium liegen bei minus 45 Prozent.

PORTUGAL: Heiss und trocken

Das Douro-Tal im Norden Portugals gilt als eines der ältesten klassifizierten Weinanbaugebiete der Welt.

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In der Portweinzone des Douro-Tals fiel von Mai bis Anfang Oktober kein Tropfen Niederschlag. Im Douro Superior, wo eine Hitzewelle im Juni Temperaturen von bis zu 43 Grad Celsius brachte, verfärbten sich die Blätter schon Mitte August braun, während die Wetterbedingungen im mittleren und unteren Dourotal glücklicherweise weniger extrem waren.

Die Lese begann vielerorts bereits Ende August (für die weissen Trauben sogar eine Woche früher), sodass sich die Rekrutierung von Lesehelfern schwierig gestaltete. Die Jungweine weisen grosse Konzentration auf, die Erträge liegen rund ein Drittel unter dem langjährigen Mittel.

Es ist zu früh, um sagen zu können, ob der Jahrgang deklariert werden wird – möglicherweise ist 2017 eher ein Jahr für Single-Quinta-Weine als für klassischen Vintage Port. In vielen Regionen wüteten durch die Trockenheit Wildfeuer, die Weinberge und Kellereien zerstörten. Betroffen war vor allem Dāo. Einen Spitzenjahrgang meldet das Alentejo – aber auch hier sind die Erträge niedrig. Was andernorts der Frost bewirkte, brachte in Portugal die extreme Trockenheit hervor.

SPANIEN: Sehr frühe Ernte, aber kleinere Mengen

Der Jahrgang 2017 bietet in Spanien ein heterogenes Bild.

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2017 wird als eine der frühesten Ernten in die Geschichte des Landes eingehen. Das ist aber auch schon die einzige homogene Aussage, die man über dieses Jahr treffen kann. Der Norden wurde vom Frost während des Austriebs und Dürreperioden im Sommer geprägt, im Süden hingegen ist man sehr zufrieden mit der Ernte – dank Regenfällen war der Wasserstress für die Pflanzen geringer als in anderen Jahren.

In den berühmtesten Regionen im Norden wie Rioja, Ribera del Duero oder Priorat gab es teils grosse Probleme mit Frostschäden, deren Auswirkungen aber durch einen zweiten Austrieb gemildert wurden. Der Sommer war warm und trocken, mit überregionalen Dürreperioden, sodass man aus diesen Landstrichen konzentrierte, hochwertige Weine erwarten darf – einzige Wermutstropfen sind die kleine Menge und die eher schwache Säurestruktur.

Gewinner sind in diesem Jahr die südlichen Regionen Spaniens, vor allem Südostspanien. In den Regionen Jumilla, Manchuela und Valencia ist die Stimmung bei den Winzern geradezu euphorisch. Mit 800 Millimetern Regen ist die Dürre von 2016 gleich wieder vergessen. Besonders Weine aus heimischen Sorten wie Monastrell überzeugen mit viel Harmonie und einer gewissen Frische, die in anderen Jahren vermisst wurde. Was die Qualität angeht, können die Winzer zufrieden sein, wobei man von einer sehr kleinen Produktionsmenge ausgeht. Ende Oktober verkündete die «Organisation Internationale de la Vigne et du Vin», dass 2017 rund 15 Prozent weniger Wein eingekellert wurde als im Vorjahr.

CHILE: Warmer Jahrgang – reife Fruchtnuancen

Im Elqui-Tal im Norden Chiles werden ausgezeichnete Carménères und Syrahs produziert. 

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«Es war ein recht ungewöhnliches Jahr, das von den sehr hohen Temperaturspitzen markiert wurde», fasst Michel Friou, Winzer von Almaviva, das Jahr anlässlich der Vinexpo 2017 zusammen. «Alles lief im Wein relativ früh ab – von der Blüte bis zur Ernte. Die Hitze liess die Mengen zusammenschmelzen, es fehlt etwa ein Viertel, verglichen zu normalen Jahren.»

In einigen Regionen führte die grosse Hitze auch zu Bränden, besonders von Feuer und Rauchschwaden betroffen waren die zentralen und südlichen Anbaugebiete. Am stärksten wurde die Region Secano Interior in Mitleidenschaft gezogen. In den Küstenregionen wirkten sich die hohen Temperaturen nicht ganz so stark auf die Weine aus, so präsentieren sich die Sauvignons Blancs besonders aromatisch. Die Rotweine wirken reif und üppig und zeigen Kennzeichen eines warmen Jahrgangs mit viel Sonne. Der Cabernet ist kraftvoll und balanciert, Carménère teils mit etwas marmeladigen Nuancen von gekochter Frucht.

ARGENTINIEN: Tolle Qualität bei geringer Erntemenge

Argentinien entwickelt sich zunehmends zum dynamischsten Weinland Südamerikas. 

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Von Weinen, wie sie in Argentinien 2017 gewachsen sind, würden sich die Winzer sehr gerne mehr wünschen. So sehen sie den jüngsten Jahrgang mit einem lachenden und einem weinenden Auge. 

Die Qualität ist top, aber die Mengen sind bei wichtigen Sorten wie Chardonnay, Malbec oder Cabernet um bis zu 70 Pro-zent geringer ausgefallen. Die Kombination aus Frühjahrsfrost und grosser Hitze sorgte für überdurchschnittlich hohe Ausfälle. Im Laufe des Sommers reduzierten dann zusätzlich Hagelschläge den Ertrag. Allerdings sind die Rotweine, die nun im Keller ihrer Reife entgegenschlummern, gekennzeichnet von einer sehr intensiven Farbe, einer beeindruckenden Tanninstruktur und enormer Konzentration. Es spricht alles für einen langlebigen Klassiker, von dem man sich unbedingt etwas weglegen sollte. Immer vorausgesetzt, man entscheidet sich frühzeitig für einen Einkauf.

Was zusätzlich positiv für den Jahrgang 2017 festzuhalten ist, ist die erstaunliche Frische – und der Alkoholgehalt ist nicht zu hoch.

KALIFORNIEN: Gute Ernte trotz flammenden Infernos

Der Jahrgang 2017 wird vor allem durch die Brände in den Weinbauregionen in Erinnerung bleiben.

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Auch wenn die Schlagzeilen von den verheerenden Bränden überschattet wurden, die in den North-Coast-Regionen wie Napa Valley und Sonoma County wüteten, freuen sich Kaliforniens Winzer über ein sehr gutes Jahr. Zum einen, weil auch in den vom Feuer betroffenen Bereichen im Oktober der grösste Teil der Ernte längst eingebracht war, zum anderen, weil während der Vegetationsphase regelmässige Niederschläge eine fünf Jahre andauernde Trockenperiode beendeten.

Die Weinernte erfolgte 2017 in aller Ruhe, nach einer letzten Hitzewelle Ende August. Anfang September kühlten die Temperaturen etwas ab, sodass die roten Trauben gut ausreifen und bei voller Gesundheit geerntet werden konnten. Die Mengen liegen insgesamt leicht über dem langjährigen Durchschnitt, die Qualität wird als exzellent eingeschätzt. Beim Zinfandel wird sogar ein aussergewöhnlich guter Jahrgang erwartet, dabei werden bereits Vergleiche mit dem von 1999 angestellt.

Auch von der Weissweinfront kommt sehr gutes Feedback: Speziell mit den Qualitäten beim Chardonnay zeigt man sich sehr zufrieden. Sowohl im Napa Valley wie auch im Sonoma County hat die Sommerhitze die Ertragsmengen leicht nach unten gedrückt, qualitativ freut man sich bei Weiss- wie auch Rotweinen auf konzentrierte Weine mit gutem Entwicklungspotenzial, Jahrgangsvergleiche werden mit 2003 und 2014 gezogen. Freunde eines reifen Stils bei Pinot Noir dürften besonders gut auf ihre Rechnung kommen, auch wenn im Süden Kaliforniens die Mengen eher klein ausgefallen sind.

SÜDAFRIKA: Vielversprechende Weine trotz Trockenheit

Aus der Western-Cape-Region werden 2017 sehr gute Weine erwartet. 

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Die anhaltende Trockenheit liess die Erntemengen in Südafrika 2017 relativ gering ausfallen, dafür zeigen die geernteten Weine ein hohes Qualitätspotenzial. Schon der Winter war verhältnismässig trocken, und auch während der Vegetationsperiode blieben kräftige Niederschläge weitgehend aus.

Insgesamt kann der Jahrgang, gemessen an den Temperaturspitzen, aber zu den kühleren gerechnet werden. Die Reben entwickelten kleinbeerige Trauben, die dank kühler Nächte eine gute Konzentration und Intensität aufweisen und auch über eine gute Säure verfügen. Die Winzer ernteten Trauben von ausgezeichneter Gesundheit, so darf man einen qualitativ ganz hervorragenden Jahrgang erwarten, der der südafrikanischen Weinwirtschaft einen starken positiven Impuls geben kann. Die gesamte Western-Cape-Region war mit den jungen Weinen sehr zufrieden, echte Spitzenqualitäten wird es speziell aus den Rotweinanlagen mit alten Reben aus dem Swartland geben.

AUSTRALIEN: Spitzenjahrgang und Rekordernte

Ausreichende Niederschläge sorgten 2017 für eine grosse Menge an guten Weinen.

Ausreichende Niederschläge sorgten 2017 für eine grosse Menge an guten Weinen.

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Australien erlebte im Jahr 2017 eine Rekordernte. Die Menge stieg gegenüber dem Vorjahr um ganze fünf Prozent und war somit so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Während die Winzer im Vorjahr mit starker Trockenheit zu kämpfen hatten und die Rebberge intensive Bewässerung forderten, zeigte sich das Wetter in diesem Jahr gnädig.

Im Frühjahr sorgte feuchte, kühle Witterung zwar für einen etwas verzögerten Start der Vegetation, aber auch für die nötigen Wasserreserven. Entsprechend den Traubenpreisen, die den Höchstwert seit dem Jahr 2008 erreichten, darf durchaus von einem Spitzenjahrgang ausgegangen werden. So berichtet man beispielsweise aus dem Hunter Valley, dass die Shiraz des Jahres 2017 mit denen des ausgezeichneten Jahrgangs 2014 zu vergleichen sind. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Die Regionen Riverland und Sunraysia wurden vor der Ernte vom Hagel heimgesucht, der 75.000 Tonnen Trauben vernichtete.

NEUSEELAND: Niederschläge sorgten für Herausforderungen

Neuseeland freut sich nach viel Regen über ein solides Jahr.

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Das Wetter zeigte sich 2017 in Neuseeland von der kühleren, eher niederschlagsreichen Seite. Speziell am Ende der Ernteperiode gab es schlicht und einfach zu viel Regen, infolgedessen Marlborough – immerhin verantwortlich für etwa 80 Prozent der Produktion des Landes – förmlich weggeschwemmt wurde. Jene Winzer, die sich für eine frühe Ernte ihrer Sauvignons Blancs entschieden, konnten der Fäulnis noch entgehen und solide, aber eher dezente Weine einfahren, bei Chardonnay und Pinot Noir werden sogar ausgezeichnete Ergebnisse berichtet.

Die Gesamterntemenge war sehr zufriedenstellend. 2017 nimmt damit mengenmässig hinter 2014 und 2016 den dritten Platz ein. Mit Spannung erwartet werden die Pinots Noirs aus Central Otago, wo ein kühler Sommer und schöner Herbst Spitzenqualitäten verspricht.

ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 01/2018
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