Tischgespräch mit Thomas Hampson

Der Star-Bariton gehört zu den gefragtesten Sängerpersönlichkeiten unserer Zeit.

Foto beigestellt.

Der Star-Bariton gehört zu den gefragtesten Sängerpersönlichkeiten unserer Zeit.

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FALSTAFF Herr Hampson, Sie sind einer der gefragtesten Baritone unserer Zeit, reisen viel und singen über hundert Vorstellungen im Jahr. Dennoch wirken Sie verblüffend relaxed. 
Wie finden Sie Ihre innere Mitte?
Thomas Hampson Ich habe das Privileg, meinen Beruf zu lieben und damit genau das machen zu können, was mir Spass macht. Da muss man die innere Mitte nicht finden, man hat sie nie verloren. Und privat ist eine wunderbare Familie mein Fundament.

Thomas Hampson, der George Clooney der Opernwelt – wie wichtig ist Ihnen die Wirkung auf andere?
Als ich jünger war, hat mich das mehr beschäftigt als heute. Am Anfang der Karriere sucht man künstlerische Anerkennung und will ernst genommen werden. Ein gutes Aussehen ist dabei allerdings bedingt hilfreich. Irgendwann ändert man die Perspektive. 

Würden Sie sich als eitel bezeichnen?
Als Künstler ist man bestimmt Einzelgänger oder, sagen wir, recht fokussiert auf das eigene Tun. Ob das schon Narzissmus ist, weiss ich nicht. Bin ich eitel in Bezug auf mein Äusseres? Nein. Gepflegt? Selbstverständlich.

«Der Körper ist mein wertvolles Instrument, auf das ich gut achtgebe.» Thomas Hampson

Erzählen Sie uns von Ihren kleinen kulinarischen Schwächen für gutes Essen und ein gutes Glas Wein: Darf ein Künstler, der hart trainiert, auch Genussmensch sein?
Man muss geniessen! Ich liebe gutes Essen und auch ein gutes Glas Wein – oder gerne auch ein kleines Bier. Aber alles mit Mass und Ziel. Der Körper ist mein wertvolles Instrument, auf das ich gut achtgebe.

Oper und Kulinarik – zwei Welten, die sich dennoch in vielerlei Hinsicht vereinen lassen. Könnte man die Oper als Genuss-Anreger bezeichnen?
Hoffentlich ein Genuss-Anreger auf das Leben, auf Erfahrungen, auf Emotionen. Dass sie auch ein guter kulinarischer Genuss-Anreger ist, ist möglich, da bin ich mir aber nicht sicher. Ich habe meistens Appetit nach einer Aufführung – aber das liegt wohl auch an der späten Uhrzeit.

Wie stehen Sie zu dem Trend «Männer am Herd wirken sexy»? Wird Ihre Familie manchmal von Ihnen bekocht?
Ich koche sehr selten. Ausser die Familie wünscht sich Omelette oder Salsa und Guacamole – da bin ich Experte. Ob ich bei der Zubereitung sexy aussehe, müssen Sie meine Frau fragen.

Was wir schon immer über Thomas Hampson wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten: Singen Sie unter der Dusche?
Selbstverständlich. Am liebsten «Der Hölle Rache», die berühmte Arie der Königin der Nacht. (lacht)

 

Thomas Hampson
Der Star-Bariton gehört zu den gefragtesten Sängerpersönlichkeiten unserer Zeit. Als 
gebürtiger US-Amerikaner hat der 60-Jährige seine musikalische Heimat in Europa gefunden und gilt als führender Lied- und Operninterpret, herausragender Gesangslehrer und 
anerkannter Repertoire-Forscher. Mit seiner österreichischen Frau lebt er in New York, 
Zürich und Wien.

(aus dem Falstaff Magazin 05/2016)

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