Tischgespräch mit Nicholas Ofczarek

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FALSTAFF Sie haben den Ruf, ein Workaholic zu sein. Bleibt da Zeit für gutes Essen? 
Nicholas Ofczarek Ich spüre mehr Energie, wenn ich mich gesund ernähre. Dafür ist aber oft keine Zeit – oder ich möchte mich auch bisweilen «belohnen».

Womit?
Mit Essen, das grösstenteils nicht wirklich gesundheitsfördernd ist. (lacht)

Wie halten Sie es damit, wenn Sie ein interessantes Rollenangebot bekommen, für das Sie stark zu- oder abnehmen müssten?
Zunehmen bitte nicht!

Sie würden wirklich «Nein» sagen?  
Natürlich nicht, wenn die Rolle toll ist. Abnehmen tu ich gerne, immer wieder. (lacht) Zunehmen tu ich ungern, dafür aber schnell. Aber im Ernst: Abnehmen würd ich für eine Rolle auf der Stelle, wenn es erforderlich wäre. Für den Film «Schwere Jungs», in dem ich einen Bobfahrer spiele, galt die Devise: bitte zunehmen, ja nicht ein Gramm abnehmen. Das habe ich dann gemacht. Kein Spass, weil ich furchtbar schwer abspecke.

Mit Ihren Eltern lebten Sie im Appenzellerland und in St. Gallen. Ihr Vater war als Opernsänger in diversen Schweizer Opernhäuser beschäftigt. Mit 15 kamen Sie nach Wien. Was zeichnet die Schweizer Küche aus? 
Gibt es überhaupt eine Schweizer Küche? Die kochen halt einfach gut. Mit viel, viel Butter. An ein exotisches Gericht mit Schweizer Pass erinnere ich mich: Riz Casimir oder «Riis Kchasimir», wie man dort sagt. Reis, Curryrahmsauce, Ananas, Bananen (oder Dosenfruchtsalat!) und Kalbfleisch in einer Ringform serviert. Ein helvetischer Klassiker, angeblich vom Mövenpick-Gründer Ueli Prager 1952 erfunden.  

Sind Sie ein neugieriger Esser? 
Ich bin sicher kein echter Gourmet, aber ich gehe bisweilen richtig gut essen. In Wien gerne zum Italiener, asiatisch oder ins «Vestibül» direkt im Burgtheater. Mit Küchenchef Christian Domschitz bin ich befreundet. In Österreich habe ich einmal beim «Döllerer» in Golling Geschmacksexplosionen erlebt, die kannte ich vorher noch nicht. 

Wie schaut es auf Reisen aus?
Ich reise nicht viel, wenn, dann beruflich. In Hamburg gibt es ein paar sehr gute japanische und portugiesische Restaurants. Und in Frankfurt ein hervorragendes äthiopisches Lokal – man isst dort mit den Fingern.

Mit welcher Speise haben Sie Ihre Frau Tamara Metelka beim ersten Date betört? 
Tagliatelle mit Pesto. Das Pesto brachte mir meine Mutter von einer Italienreise mit – damals kannte man hierzulande noch keines. Das war der Beginn einer über zwanzig Jahre langen Liebe.  

Zur Person

© Jeanne Degraa

Nicholas Ofczarek ist einer der gefragtesten Schauspieler im deutschsprachigen Raum. Ob in Serien wie «Braunschlag» und «Tatort», in Filmen wie «Falco» und «Sennentuntschi» oder am Wiener Burgtheater mit über sechzig Stücken: An Nicholas Ofczarek führt kein Weg vorbei. Und das zu Recht. Der gebürtige Wiener erhielt für seine schauspielerische Leistung etliche Auszeichnungen.

Aus dem Falstaff Magazin Nr. 03/2017

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