Tischgespräch mit Harald Krassnitzer

© Thomas Ramstorfer

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FALSTAFF Ein Herzensthema von Ihnen sind Orange-Weine? 

HARALD KRASSNITZER Orange-Weine sind durch Eveline Eselböck in mein Leben getreten, das ist sicher schon zehn Jahre her. Als ich den «Winzerkönig» gedreht habe, waren meine Frau und ich im Restaurant «Taubenkobel» essen, da hat uns Eveline den südsteirischen Wein «Erde» vom Weingut Maria und Sepp Muster zum Verkosten gegeben. Ein Sauvignon Blanc/Morillon in der klassischen Tonflasche. Das war für mich ein «Zweiter-Schluck-Wein». Beim ersten Schluck war ich noch schwer irritiert von der petrolartigen Note, der zweite Schluck hat mich gefesselt, und beim dritten war ich hin und weg.

Wie entwickelte sich Ihre Leidenschaft weiter?

Dann kamen die Weine von Franz und Christine Strohmeier, die ihren Schilcherweinen eine ganz eigene Note verpassen und ihre Perlweine nach Champagner­art produzieren. Und das Weingut Eduard Tscheppe am Pössnitzberg, das Gut Oggau im Burgenland und natürlich eines meiner Lieblingsweingüter, Tschida nahe dem Neusiedler See. Ich bin aber auch ins Jura abgedriftet, wo es noch extremer zugeht, bis hin zu salzigen und ins Lakritz gehenden Noten. Wahrscheinlich macht mittlerweile die Hälfte meines Weinkellers Orange-Weine aus. Ich schätze aber auch einen einfachen, geradlinigen Veltliner oder Riesling.

Wie stimmen Sie Ihr Essen mit diesen Weinen ab?

Da bin ich undogmatisch. Natural Wines sind hervorragende Begleiter zu nahezu jedem Essen. Zu Fisch gibt es durchaus mal einen schönen Roten aus der Amphorengegend oder einen, der aus der biodynamischen Natural-Wein-Ecke kommt, genauso wie es Weisswein zu ei­nem guten Steak geben kann. 

Wer kocht im Hause Krassnitzer-Kramer?  

Meine Frau Ann-Kathrin ist Weltmeisterin darin, aus den Inhalten unseres Kühlschranks etwas Hervorragendes zu zaubern. Ich bin eher der Kochbuch-Koch, der in den diversen Kochbüchern aus unserer Bibliothek blättert und sich überlegt, was er gerne kochen würde.

Zeigt Ihre Ehefrau die gleiche Begeisterung für Natural-Weine?  

Ja, Gott sei Dank! Wobei – manchmal auch zu meinem Leidwesen. Wir haben im Keller Flaschen mit Seltenheitswert. Die verstecke ich dann, jedoch meist ohne Erfolg. Meine Frau hat da den richtigen Riecher und fischt genau diese Flasche heraus. Und wenn ich nach ein paar Wochen Dreh wieder nach Hause komme, ist der Bestand bereits stark geschrumpft.  

Zur Person

Bereits im Alter von zehn Jahren stand Harald Krassnitzer auf der Theaterbühne. Seine Ausbildung zum Schauspieler absolvierte der gebürtige Salzburger an der Elisabethbühne, dem heutigen Schauspielhaus Salzburg. Nach Engagements in Graz und Saarbrücken wie auch am Volkstheater Wien wagte er Mitte der 90er-Jahre den Schritt zum Fernsehen und wurde als «Der Bergdoktor» und Kommissar im «Tatort» einem breiten Publikum bekannt. Für seine Leistungen wurde Krassnitzer mit zwei «Romys»- und dem «Grimme-Preis» ausgezeichnet. 

ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 03/2018
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