Tischgespräch mit Gundula Gause

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FALSTAFF: Ihr Arbeitsleben ist von grosser Kontinuität bestimmt: Seit 26 Jahren sind Sie Co-Moderatorin des «heute journals». Findet sich diese Routine auch anderswo, etwa wenn Sie kochen?
Gundula Gause
: Zunächst ein kleines Geständnis: Leider bin ich trotz aller Routine keine wirklich gute Köchin. Ich bin froh und dankbar, dass meine 20-jährige Tochter Freude am Kochen hat und mir, wenn sie zu Hause ist, hilft. Die hat ein richtig gutes Händchen. Als berufstätige Mutter, die recht stark im Job und anderen Verpflichtungen eingespannt ist, ist das Kochen schon eine Herausforderung – besonders, wenn man täglich ein frisch gekochtes Gericht auf den Tisch bringen will.

Wie sieht Ihr Tag üblicherweise aus?
Meine erste «heute journal»-Konferenz findet um 14.30 Uhr statt. Allerdings möchte man ­da nicht unvorbereitet reingehen, sodass ich vormittags schon viel lese, Mails checke und bereits mögliche Nachrichtenthemen recherchiere. Das nimmt mindestens zwei Stunden in Anspruch. Und bevor ich in die Redaktion fahre, bereite ich, wie gesagt, ein Mittagessen zu – fast jeden Tag! Da muss man schon mit ein paar Tricks arbeiten.

Verraten Sie uns die?
Man braucht auf jeden Fall eine gute Planung, damit die Logistik steht. Nichts ist schrecklicher als das Fehlen einer wichtigen Zutat. Für meine Familie und mich hat es sich bewährt, Wochenpläne zu machen. Dann wird einmal gross und gut eingekauft. Und beim Planen entwickeln sich sinnvolle Speiseabfolgen: Pasta, fleischlose Gerichte und mal auch nur ein schneller Salat. Das Kochen muss ich richtiggehend in meine anderen Termine einplanen.

Das heisst, Sie haben ein paar Standards?
Genau, zum Beispiel Farfalle mit einer Gorgonzola-Sauce und Brokkoli. Oder ein Couscous-Gericht, das lässt sich schnell machen und ist fleischlos. Besonders beliebt in der Familie ist der Eifeler «Deppekoche» meiner Schwiegermutter – ein köstlicher Kartoffelauflauf.

Sie haben zwei Weinregionen direkt vor der Haustür: Rheinhessen und den Rheingau. Fahren Sie da öfter mal hin?
Na klar, und das mit grosser Freude – die Mosel, die Ahr und andere rheinland-pfälzische Weinbaugebiete nicht zu vergessen!

Sie sind Journalistin, Ihr Mann ist Zahnarzt. Woher kommt diese Genussaffinität?
Erstens machen ein gutes Essen und ein guter Wein einfach Spass. Und zweitens führt uns unser Sohn über seine Ausbildung zum Winzer Woche für Woche tiefer in die Materie ein. Die Arbeit in der Natur und an der frischen Luft, das Verständnis für Boden und Klimaeinfluss sowie die Kellerarbeit sind für uns seither hochinteressante Themen. Und über allem stehen Genuss und Savoir-vivre.

Über Gundula Gause

Die gebürtige Berlinerin begann ihre Karriere während des Studiums in Mainz beim ZDF. Seit Februar 1993 ist sie Co-Moderatorin des «heute journals» und präsentiert an der Seite von Claus Kleber die Abendnachrichten. Gause, 53, engagiert sich vielfältig für kirchliche Belange und ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Sie lebt mit ihrer Familie in Mainz.

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Falstaff Nr. 02/2019
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