Tischgespräch mit Aida Garifullina

Seit 2014 singt die Opernsängerin an der Wiener Staatsoper.

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Seit 2014 singt die Opernsängerin an der Wiener Staatsoper.

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FALSTAFF Mit 17 kamen Sie aus Tatarstan nach Europa. Wie haben Sie mit Ihrer Familie gelebt?
Aida Garifullina: Wir sind eine musikalisch-kulinarische Familie. Meine Mutter und meine Omas kochen wahnsinnig gut. Mein Vater ist ein Profi im Steakzubereiten – wir haben ja fantastisches Fleisch in Tatarstan. Mein Bruder – er wird bald 20 und kocht, seitdem er 16 ist – arbeitete bei den besten Köchen in Kasan, auch als Souschef, und träumt davon, einmal ein Chef de Cuisine zu sein. Übrigens: Einer der grossen russischen Verlage hat mich vor Kurzem gefragt, ob ich ein Kochbuch mit Bildern von mir und tatarischen sowie europäischen Gerichten machen möchte. Da muss ich mir jetzt überlegen, welche Rezepte ich dafür aussuche.

Welche Spezialitäten gibt es in Ihrer Heimat?
Viele tatarische Gerichte werden mündlich weitergegeben. Wir haben vielerlei Arten von Teigtaschen. Eine süsse Spezialität ist Gubadija. Das ist ein geschichteter Kuchen. In eine runde Form kommen Teig, darauf Reis, hart gekochte Eier, Rosinen, Quark, viel, viel Butter, Zucker und Milch, die sehr lange gekocht wird, bis sie karamellfarben ist. Die Schichten werden mit einem Deckel aus Teig bedeckt, den man mit einem Gemisch aus Mehl, Butter und Zucker verziert; für diese spezielle Technik braucht es Fingerfertigkeit. Und dann backt man den Kuchen … supergut!

Welche Küche lieben Sie noch?
Die georgische. Zum Beispiel Lobio, eine Vorspeise aus roten Bohnen, Baumnüssen, Granatapfelkernen, Gewürzen, viel Koriander und Petersilie. Man kann Lobio auch als Eintopf machen.

Haben Sie ein Lieblingsrestaurant in Wien?
Ich gehe sehr gerne ins «Fabios». Nicht nur des Essens wegen, sondern weil sie auch einen ausserordentlich guten Bellini an der Bar haben. Ich mag das Thunfisch-Tatar auf Avocado. Und bei «Do & Co» liebe ich den karamellisierten Black Cod. Meinen Geburtstag habe ich letztes Jahr mit meiner Familie in der «Albertina Passage» gefeiert. 


AIDA GARIFULLINA

Als Tochter einer Dirigentin wurde die russische Opernsängerin von klein auf musikalisch gefördert. Sie studierte bei Siegfried Jerusalem in Nürnberg und an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Seit 2014 singt die Sopranistin an der Wiener Staatsoper, eröffnete ein Jahr später den Opernball und wurde im vergangenen Jahr mit einem ECHO Klassik, einem der wichtigsten Preise der Branche, ausgezeichnet.

ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 01/2018
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