Terror in Wien: So schützten Gastronomen ihre Gäste

Die Gäste des «Schwarzen Kameel» retteten sich ins Innere.

© Falstaff / Degen

Die Gäste des «Schwarzen Kameel» retteten sich ins Innere.

Die Gäste des «Schwarzen Kameel» retteten sich ins Innere.

© Falstaff / Degen

http://www.falstaff.ch/nd/terror-in-wien-so-schuetzten-gastronomen-ihre-gaeste/ Terror in Wien: So schützten Gastronomen ihre Gäste Wir holen Menschen vor den Vorhang die Zusammenhalt und Zivilcourage bewiesen haben und sammeln weitere positive Erfahrungen. http://www.falstaff.ch/fileadmin/_processed_/1/1/csm_schwarzes-kameel-c-degen-2640_23db1fcf10.jpg

Der fürchterliche Terrorakt in Wien hat zahlreiche Opfer gefordert, unsere Gedanken und unser Mitgefühl gilt ihnen und ihren Angehörigen. Unser Dank gilt den Einsatzkräften, die ihr Leben riskierten, um Schlimmeres zu verhindern und die Verwundeten in Sicherheit zu bringen. Unser Dank gilt aber auch vielen Gastronomen und Hoteliers, die Gäste und Passanten in Sicherheit brachten, sich mit ihnen verbarrikadierten und sie bis in die Morgenstunden versorgten.

Einer von ihnen ist Peter Friese, Patron des «Schwarzen Kameel», der im Gespräch mit Falstaff, die dramatischen Momente schildert:

«Es begann damit, dass ein Polizeiwagen vor dem Gastgarten hielt. Im ersten Moment dachte ich noch, dass sie wieder die Corona-Abstände kontrollieren wollen, aber dann zogen sie sich schusssichere Westen an und ich fühlte mich an das OPEC-Attentat in Wien erinnert. Mich erreichten beunruhigende Gerüchte und ich wollte mich beim Stadthauptmann erkundigen, um rechtzeitig reagieren zu können. Doch dann ging alles ganz schnell. Ein Polizist schrie, dass alle rein müssen und es brach Panik aus. Tische fielen um und die Leute flüchteten sich in alle Bereiche des Hauses, auf die Toiletten, in die Küche, in den Keller, in den ersten Stock ins Stiegenhaus. Alle hatten das Gefühl, dass sofort ein Attentäter reinstürmen könnte. Ich war selbst panisch, hatte mein Handy liegen lassen, habe gezittert. In dieser Situation war es meine Chefköchin Sevgi Hartl, die Führungsqualitäten bewiesen hat. Sie hat die Menschen beruhigt, hat sie versorgt und langsam Ordnung geschaffen. Wir haben dann die Leute im ganzen Haus verteilt: auch im Büro, der Beletage und meiner Privatwohnung.»

Peter Friese und sein Team versorgten die Gestrandeten bis in die Morgenstunden, ohne dabei auf die Kosten zu achten. Die Polizei hielt das Wiener Zentrum auf der Suche nach weiteren vermuteten Attentätern bis spät in die Nacht abgeriegelt, viele mussten die Nacht unter improvisierten Umständen verbringen. Friese ist aber nur ein Beispiel von aufopfernder Fürsorge von Wiener Gastronomen...

Hotels boten Zimmer an

Das Hotel «Park Hyatt Vienna» brachte ebenfalls Gäste und Passanten in Sicherheit und bot ihre Luxuszimmer zum Selbstkostenpreis an. Auch das legendäre Hotel «Sacher» sorgte sich uneigennützig um Gäste wie Mitarbeiter und liess sie in ihren Zimmern übernachten. Zur zentralen Anlaufstation wurde das Hotel «Wandl» am Petersplatz, das wohl die meisten Wiener samt ORF-Reportern unterbrachte.

Selbst die Bewohner der Inneren Stadt boten den festsitzenden Menschen auf Social-Media Kanälen spontan ihre Hilfe an und nahmen sie auf.

Weitere Helfer gesucht

Uns erreichen auch Berichte von Gastronomen und Gästen, die in der dramatischen Situation nicht richtig reagiert haben, die Türen verschlossen hielten und denen beispielsweise Corona-Regeln wichtiger waren. Vor den Vorhang holen wollen wir aber die couragierten Helfer der Terrornacht, die uneigennützig und ohne lange zu fragen Menschen aufgenommen und versorgt haben.

Haben auch Sie positive Erfahrungen gemacht?
Wollen Sie sich bei jemanden bedanken?
Dann schicken Sie uns bitte eine Nachricht an online@falstaff.com!

Helden des Abends

Es gab aber auch couragierte Zivilisten, die Verwundete in Sicherheit brachten. Drei von Ihnen, alle mit Migrationshintergrund, werden als Helden gefeiert. Einer von ihnen arbeitet bei McDonald's am Schwedenplatz und hat einen angeschossenen Polizisten in Sicherheit gebracht. Sein Familienname ging im Vorjahr durch die Medien, seine Familie wollte ein Haus in Weikersdorf in Niederösterreich kaufen, die Dorfgemeinschaft wollte dies aber verhindern, da «muslimische und westliche Werte» nicht vereinbar wären. Nun können sie aber stolz auf das junge Mitglied ihrer Gemeinde sein.

Mehr zum Thema

News

Top 10 Sommerterrassen in Basel

Von der Spitzengastronomie über die Strandbar bis zur Quartierbeiz: In Basel gibt es viele idyllische Restaurantterrassen und Boulevard-Plätze.

News

Top 10: Die besten Rezepte mit Tomaten

Rechtzeitig zur Hochsaison der Tomate, dem beliebtesten Gemüse der Schweizer, präsentieren wir unsere Lieblingsrezepte.

News

Rezepte: Bierisch gut!

Nicht nur im Glas entfaltet Bier seine Aromen. Drei Top-Köche zeigen mit ihren kreativen Rezepten, dass es auch auf dem Teller für herzhafte...

News

Englisches Essen: Versuch einer Ehrenrettung

Sie haben das Sandwich erfunden und den Curry nach Europa gebracht. Dennoch ist die Küche der Briten alles andere als gut beleumundet. Der Versuch...

News

Hardcore-Küche aus England

Hölle ist da, wo die Engländer kochen, hat es früher geheissen. Ein böses Vorurteil? Angesichts dieser kulinarischen Ausreisser doch nachvollziehbar …...

News

Schweizer Spezialitäten zum Nationalfeiertag

Ob Rösti, Käsefondue, Schokolade oder Zuger Kirschtorte – so können Sie den Bundesfeiertag am 1. August kulinarisch zelebrieren.

News

Swiss Quiz: Der Kulinarische Einbürgerungstest

Beweisen Sie anlässlich des Nationalfeiertags in unserem kulinarischen Swiss-Quiz, ob Sie den roten Pass tatsächlich verdienen.

News

Die besten Aprikosen-Rezepte

Die süsse Frucht darf im Sommer auf keinem Teller fehlen! Von Aprikosenknödeln bis zu Wagyu-Skirtsteak mit Aprikosenkraut.

News

Termin fix: VieVinum 2020 findet erst 2021 statt

Ebenso wie die ProWein fiel auch die VieVinum in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise aus. Der Ersatztermin wurde nun fixiert: von 29. bis 31. Mai...

News

Juan Amador: Erfolgsgeschichte mit Sternstunden

Mit dem «Guide Michelin Main Cities of Europe 2019» werden erstmals drei Sterne an ein österreichsiches Restaurant vergeben: An das «Amador» in Wien.

Rezept

Kaiserschmarren

Ein wahrer Wiener Klassiker und Nationalheld auf dem Teller: Der Kaiserschmarren ist mit ein Grund, warum die Wiener Küche so beliebt ist.

Rezept

Tafelspitz

Rezept von Ewald und Mario Plachutta, Restaurand »Plachutta« in Wien.

News

Der Wiener «Pastamara»-Chef im Interview

Das «Bar con Cucina»-Konzept im «The Ritz-Carlton, Vienna» verbindet vollendete Aperitivo-Kultur mit sizilianischen Köstlichkeiten von...

News

Reisen wie ein Staatsgast – Das VIP Terminal am Flughafen Wien

Das VIP Terminal des Flughafen Wien bietet einen exklusiven Rundum-Service, den wir für zwei Personen verlosen.

Advertorial
News

Gewinnspiel: Mit dem PRobiz-Jahrespaket zum PR-Profi

Das Start-Up PRobiz hat sich auf PR-Arbeit von Gastronomie und Hotellerie spezialisiert, wir verlosen fünf Jahrespakete «Professional» im Wert von 700...

Advertorial
News

Gewinnspiel: Sonntags-Brunch über den Dächern von Wien

Grand Ferdinand – das Boutique Design Hotel an der Wiener Ringstrasse lockt mit Rooftop Pool und drei Restaurants. Wir verlosen einen Brunch für 2 auf...

Advertorial
News

Wein aus Apulien: Weit mehr als Primitivo

Lange Zeit war Apulien für Tafeltrauben und Fassweine bekannt. Damit wurden meist Weine aus dem Norden aufgepeppt. Das hat sich geändert.

News

Gewinnspiel: Die schönste Silvester-Gala Wiens!

Wir verlosen zwei Tickets für das exklusive Event zum Jahreswechsel im Wiener Hotel am Stephansplatz.

News

In Vino Vienna

Wiener Wein ist mittlerweile weltweit gefragt: Nicht weniger als 700 Hektar sind innerhalb der Stadtgrenze mit Reben bedeckt, und auch qualitativ hat...

Event

Falstaff Vienna Bar- & Spirits Festival 2022

Das Highlight für Fans feiner Spirits und cooler Cocktails in der Hofburg Wien.