Sieht aus wie Motoröl, schmeckt wie Laktritze

Pop-Up-Verkauf aus dem 68er VW-Bus

Foto beigestellt

Pop-Up-Verkauf aus dem 68er VW-Bus

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Die Geschichte der nie geplanten Reise und zufälligen Verbreitung von «Motoröl» begann 1923 – bei einem Autorennen im Waldviertel. Josef Rausch aus Rastenfeld war Nebenerwerbslandwirt und Fahrzeugmechaniker aus Leidenschaft und wusste einen guten selbstgemachten Tropfen zu schätzen. Dass er das tat, schätzte seine Frau Hermine weniger, deshalb versah er seine Eigenkomposition aus Lakritze und Kräutern, die er stets in seiner Garage gebunkert hatte mit dem Etikett «Motoröl», sodass Hermine bei ihren seltenen Besuchen in der Werkstätte keinen Verdacht schöpfte. Leider war die Liebe trotz aller Vorsichtsmassnahmen schon abgekühlt und Hermine folgte einem belgischen Rennfahrer nach Ostende. Josef Rausch konnte Hermines Verlust schon bald überwinden und genoss seine Ausflüge in verschwiegenen Milieu Bars in Wien. Dort wurde Motoröl mit kleinen Bieren getrunken um zu vergessen – aber auch um sich in hervorragender Verbindung mit einem grossem Mokka beim ersten Licht des Morgens an den Heimweg erinnern zu können.

Von Wiens Nachtcafes in die Barwelten von St. Pauli war es für Motoröl durch seine (nicht immer bestens beleumundeten Botschafter) nur ein Katzensprung. Der «Zungenstreichler» aus Wien wurde zum unerlässlichen Begleiter Hamburger Nächte, den Damen wie Herren, Promis und Jedermanns  mit Freuden in deren Häusern gerne tranken. (Anmerkung: Im Norden Europas haben Getränke auf ähnlicher Kräuter-Lakritz-Basis wie «Motoröl» eine weitaus höhere Verbreitung als bei uns.) Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde es in Österreich still um das unverwechselbare Getränk. –  Franz Rausch verschwand 1938 spurlos, immer wieder jedoch wurden «Sichtungen» des Waldviertler «Schraubers aus Leidenschaft» in Indianapolis durch Rastenfelder Auswanderer kolportiert – aber nie bestätigt. Franz Rausch, Enkel des Erfinders, entdeckte das Rezept im grossväterlichen Nachlass durch Zufall wieder und nun wird die Legende wiederbelebt.

Eine grossartige Story, deren Wahrheitsgehalt zumindest am Ende relativ hoch ist: Ein Start-Up von vier gesettelten Herrschaften sorgt für die Verbreitung des geschmacksintensiven Likörs. Franz Halmenschlager ist wie René Göls IT-Spezialist, die beiden kümmern sich um Produktion und Organisation. Christoph Mahdalik, Chef einer Kreativagentur kümmert sich mit Andreas Braunböck, einem Promotion-Profi, um Marke und Vertrieb.

Verkostungsnotiz Motoröl (30 % Alk.)
Die Farbe ist dunkelst braun, schwarz im Kern und hat einen grünen Rand, wie Kürbiskernöl. In der Nase zeigen sich intensive Lakritz-Aromen, unterlegt von vielschichtigen Kräuternoten. Am Gaumen schlägt das Motoröl markant salzig auf, geschmacklich ist wieder primär Lakritze wahrnehmbar, aber auch Hustensaft und kräftige Würze gesellen sich dazu. Im Nachhall werden erfrischende Minze und Ingwer-Noten offenbar. Motoröl ist eine extrem geschmacksintensive Spirituose weit abseits des Mainstreams und wird vor allem Lakritzfreunde begeistern.

Sehr empfehlenswert sind übrigens die launigen «Ab – Hof Verkäufe» aus dem 1968er VW Bulli (siehe Foto oben), die kurzfristige und im Abstand von 2 – 3 Wochen via Facebook angekündigt werden.

www.facebook.com/trinkmotoroel

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