Rotweinsieger 2017: Österreichs Top-Rote

Rotweinsieger 2017: Gerhard Markowitsch, John Nittnaus, Andi Kollwentz und Niki Windisch

© Ian Ehm

Rotweinsieger 2017: Gerhard Markowitsch, John Nittnaus, Andi Kollwentz und Niki Windisch

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Der ausgezeichnete Rotweinjahrgang 2015 war das zentrale Thema bei der grossen Falstaff-Rotweinprämierung 2017. Wenig überraschend: Die Jury wurde mit einer enormen Zahl an Einreichungen konfrontiert, aus über 1.600 Weinen wurden zunächst die etwa zweihundert Finalisten in den unterschiedlichen Sortengruppen und Kategorien ermittelt.

Im Gegensatz zum Folgejahrgang 2016, aus dem die roten Jungweine bereits für den Falstaff Grand Prix verkostet wurden und in dem die Ernte klein ausgefallen war, konnten sich die Rotweinerzeuger 2015 sowohl qualitativ als auch quantitativ über ein sehr gutes Jahr freuen. Ermittelt wurden die Falstaff-Sieger und Sortensieger in einer grossen Blindverkostung, die sich über einen Zeitraum von zwei Tagen erstreckte. Dann hatte das Gremium, das aus acht Experten und Expertinnen bestand, die Besten der Besten gewählt.

Die Besten des Jahres

Die grosse Frage vor jeder Falstaff-Rotweinprämierung lautet: Wird dieses Mal der Falstaff-Sieger aus der Gruppe der Cuvées oder aus der Sorte Blaufränkisch kommen? Denn es sind erfahrungsgemäss diese beiden Kategorien, aus denen der höchstbewertete Rotwein stammt. In diesen beiden Gruppen standen 229 reinsortige Blaufränkisch-Weine aus 2015 immerhin 303 Cuvées gegenüber, vom Blauen Zweigelt wurden 210 Weine eingereicht.

Nun zum Endergebnis: Der Falstaff-Sieger 2017 ist ein Blaufränkisch. Und ein wunderbar nuancenreicher, mineralischer Vertreter vom Leithaberg, der sein Terroir in idealtypischer Weise zu präsentieren vermag. Es ist der Leithaberg DAC Ried Gritschenberg von Hans «John» Nittnaus aus Gols. 

Der zweitplatzierte Wein in der Sortengruppe Blaufränkisch wurde gleichzeitig auch dritter Falstaff-Sieger und versetzte viele Besucher der Rotweingala ob seiner Herkunft ebenso ins Staunen wie die Falstaff-Expertenjury. Es handelt sich um den Blaufränkisch Ried Leithen 2015 von Niki Windisch aus Großengersdorf im Weinviertel. Beide Weine wurden mit 96 Punkten bewertet. Einen Punkt dahinter landete der drittbeste Blaufränkisch: Der kommt wieder aus einer Paradelage für die Sorte, es ist der Eisenberg DAC Reserve Ried Reihburg vom Weingut Kopfensteiner im Südburgenland. 

Zweiter Falstaff-Sieger wurde die beste Cuvée der Probe: Ried Rosenberg 2015 von Gerhard Markowitsch in Göttlesbrunn, die  mit herausragenden 96 Punkten von der Jury bewertet wurde. 

Diese wunderbare Cuvée aus Zweigelt, Merlot und etwas Blaufränkisch hat alles zu bieten, was man sich von einem eleganten und komplexen Rotwein mit Reifepotenzial erwarten darf. Erstaunlich, dass genau dieser Wein von «The Wine Advocate» unlängst mit nur 90 Punkten bewertet wurde. Die kleine, aber feine Alltagscuvée Redmont 2015 von Markowitsch wurde bei Parker ebenfalls mit 90 Punkten bedacht, was im direkten Vergleich einigermassen seltsam anmutet. 

Auf den Plätzen zwei und drei in der Cuvée-Gruppe folgen zwei weitere Ikonen der heimischen Rotweinszene. Silber ging an den tollen Bela Rex 2015 von Albert Gesellmann aus Deutschkreutz, der dritte Rang an den Comondor 2015, mit dem John Nittnaus ein zweites Mal in dieser Probe nachdrücklich unterstrich, dass biodynamisches Arbeiten und grosse Rotweine durchaus keinen Widerspruch bilden müssen. 

Sehr gute Ergebnisse brachte im Jahrgang 2015 auch die Rebsorte Blauer Zweigelt. Die besten Sortenvertreter lagen sehr eng beieinander, hier hat erst die zweite Kommastelle über die Rangfolge im Finale entschieden. 

Sortensieger in Sachen Zweigelt wurde diesmal Harald Kiss aus Halbturn mit
seinem Neusiedlersee DAC Reserve Ried Waldacker 2015. Auf Platz zwei, nur einen Wimpernschlag dahinter, der Neusiedlersee DAC Reserve «65» von Robert Goldenits aus Tadten im Seewinkel. Der drittplatzierte Wein, der Zweigelt Haidacker 2015, kommt wie seine beiden Kollegen mit stattlichen
94 Punkten von Hans und Christina Netzl aus Göttlesbrunn, Carnuntum. 

Falstaff-Sieger 2017 ist John Nittnaus aus Gols, der die Jury mit seinem -feinen Leithaberg DAC 2015 aus der Ried Gritschenberg faszinieren konnte.

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Die beste Cuvée und den zweithöchst bewerteten Wein des Bewerbs stellte Gerhard Markowitsch aus Göttlesbrunn, Carnuntum, mit Ried Rosenberg 2015.

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Ried Leithen 2015
Mit dem Blaufränkisch Ried Leithen holte der Newcomer Niki Windisch aus dem Weinviertel überraschend den dritten Rang im Gesamtklassement.

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Die begehrte Falstaff Reserve Trophy 2017 konnte Andi Kollwentz aus Großhöflein mit dem Blaufränkisch Ried Setz 2013 für sich entscheiden.

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Tolle Burgunder

Sehr beeindruckt waren die Verkoster von der Qualität der Pinots Noirs, die in der Spitze sogar etwas besser abschnitten als die St.-Laurent-Gruppe. Der Sortensieger kommt  vom Wagram, den machte Karl Fritsch aus Oberstockstall mit dem Pinot Noir «P», ebenso Mitglied der Biodyn-Gruppe Respekt wie der zweitplatzierte Fritz Wieninger mit dem Grand Select 2015 und die drittplatzierten Fred -Loimer aus Langenlois mit dem Pinot Noir Anning aus Gumpoldskirchen in der Thermenregion und Gerhard Markowitsch mit Ried Scheibner 2015. In der Sortengruppe St. Laurent gewannen die Brüder Reinisch vom Johanneshof in Tattendorf mit dem stoffigen St. Laurent Holzspur 2015 vor dem Golser Markus Iro mit St. Laurent Herrschaftswald 2015. Den dritten Rang belegt das Weingut Johann Gisperg aus Teesdorf mit St. Laurent Reserve 2015. 

In der Gruppe der Bordeaux-Sorten Merlot und Cabernet Sauvignon gab es einen Doppelsieg für Erich Scheiblhofer aus Andau. Sortensieger wurde der The Cabernet Sauvignon 2015, auf dem zweiten Rang platzierte sich der Cabernet Sauvignon vom Weingut Leberl in Großhöflein, und den dritten Platz errang der Cabernet Sauvignon Ried Ungerbergen 2015 vom Weingut Prieler in Schützen am Gebirge. Hinter dem siegreichen The Merlot Perfection 2015 von Scheiblhofer rangiert der -Merlot Sandwühler von Niki Windisch in Großengersdorf vor dem Merlot Unplugged 2015 von Hannes Reeh in Andau. 

In der Sortengruppe Syrah traten diesmal rekordverdächtige 46 reinsortige Vertreter an. Sieger wurde das junge Weingut Ceel aus Rust mit dem Syrah Alte Reben 2015, das sich erstmalig in die Siegerliste eintragen konnte, vor The Shiraz von Erich Scheiblhofer. Den dritten Platz holte sich Albert Gesellmann aus Deutschkreutz mit dem Syrah 2015. 

Falstaff Reserve Trophy-Sieger wurde Andi Kollwentz mit seinem Blaufränkisch Setz 2013. Platz zwei ging an das Weingut Rotweine Lang aus Neckenmarkt für den Blaufänkisch V-MAX Grande Réserve 2013. Dritter wurde das Weingut Toni Hartl aus Reisenberg mit Blaufränkisch Reisner 2013. 

Die besten Rotweine

Falstaff Reserve Trophy 2017
1. Blaufränkisch Setz 2013, Weingut Kollwentz, Großhöflein
2. Blaufränkisch V-MAX Grande Réserve 2013, Rotweine Lang, Neckenmarkt
3. Pinot Noir 2012, Weingut Josef Lentsch – Dankbarkeit, Podersdorf

Cuvée
1. Ried Rosenberg 2015 – 2. Falstaff-Sieger Weingut Gerhard Markowitsch, Göttlesbrunn
2. Bela Rex 2015 Weingut Gesellmann, Deutschkreutz
3. Comondor 2015, Weingut Anita & Hans Nittnaus, Gols 

Blaufränkisch
1. Leithaberg DAC 2015, Gritschenberg 1. Falstaff-Sieger, Weingut Anita & Hans Nittnaus, Gols
2. Blaufränkisch Ried Leithen 2015 3. Falstaff-Sieger, Weingut Niki Windisch, Großengersdorf
3. Eisenberg DAC Reserve Ried Reihburg, Weingut Kopfensteiner, Deutsch Schützen

Zweigelt
1. Neusiedlersee DAC Reserve, Ried Waldacker 2015, Weingut Harald Kiss, Halbturn
2. Neusiedlersee DAC Reserve »65«, Weingut Robert Goldenits, Tadten
3. Zweigelt Haidacker 2015, Weingut Franz und Christina Netzl, Göttlesbrunn

Pinot Noir
1. Pinot Noir »P« 2015, Weingut Karl Fritsch, Oberstockstall
2. Pinot Noir Grand Select 2015, Weingut Fritz Wieninger, Wien
3. ex aequo Pinot Noir Ried Scheibner 2015, Weingut Gerhard Markowitsch, Göttlesbrunn
3. ex aequo Pinot Noir Anning – Gumpoldskirchen 2015, Weingut Fred Loimer, Langenlois

St. Laurent 
1. St. Laurent Holzspur 2015, Weingut Johanneshof Reinisch, Tattendorf
2. St. Laurent Herrschaftswald 2015, Weingut Markus Iro, Gols
3. St. Laurent Reserve 2015, Weingut Johann Gisperg, Teesdorf

Cabernet Sauvignon
1. The Cabernet Sauvignon 2015, Weingut Erich Scheiblhofer, Andau
2. Cabernet Sauvignon 2015, Weingut Leberl, Großhöflein
3. Cabernet Sauvignon Ried Ungerbergen 2015, Weingut Prieler, Schützen am Gebirge

Merlot 
1. The Merlot Perfection 2015, Weingut Erich Scheiblhofer, Andau
2. Merlot Sandwühler 2015, Weingut Niki Windisch, Großengersdorf
3. Merlot Unplugged 2015, Weingut Hannes Reeh, Andau

Syrah
1. Syrah Alte Reben 2015, Weingut Ceel, Rust
2. The Shiraz 2015, Weingut Erich Scheiblhofer, Andau
3. Syrah 2015, Weingut Gesellmann, Deutschkreutz

Zweigelt Grand Prix 2017
1. Zweigelt Alte Reben 2016, Weingut Paul Achs, Gols

Blaufränkisch Grand Prix 2017
1. Blaufränkisch Classic 2016, Weingut Erich Scheiblhofer, Andau

Cuvée Grand Prix 2017
1. Siglos 2016, Weingut Johann Heinrich, Deutschkreutz

TASTING ROTWEINGUIDE 2018


Der Falstaff ­Rotweinguide 2018

Rotweinguide 2018
Falstaff Verlags-GmbH
CHF 19,90, erhältlich im Handel oder online

© Falstaff Verlag

Im aktuell zum 21. Mal erschienenen Falstaff-Rotweinguide veröffentlicht die Falstaff-Redaktion unter Chefredakteur Peter Moser die besten Rotweine Österreichs. Es sind exakt 1530 Weine von etwa 450 österreichischen Top-Weingütern darin beschrieben und bewertet, die aktuell am Markt sind und die erforderliche Bewertung von mindestens 85 Punkten aus 100 erreicht haben. Als besonderer Leserservice wurde auch der Ab-Hof-Preis der Weine ermittelt. Bei jedem Wein ist der Kontakt zum Winzer mittels Internetadresse angegeben. Die Weine mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis sind gesondert ausgezeichnet. Mit speziellen Symbolen sind Weine gekennzeichnet, die aus zertifiziert biologischem Anbau stammen, die sehr geringe Mengen von Fruktose, Histamin oder Schwefel aufweisen oder vegan erzeugt wurden.

Erhältlich im Buch- und Zeitschriftenhandel und über www.falstaff.de/guides zum Preis von CHF 19,90.


Konzept & Produktion: Florence Wibowo, Styling: Viera Okanikova, Make up: Alma Milic, Location:Herzlichen Dank an Darkride Insider / Prater

ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 01/2018
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