Rico Zandonella ist «Koch des Jahres»

Rico Zandonella von «Rico's» in Küsnacht wurde mit 18 Punkten ausgezeichnet.

© GaultMillau

Rico Zandonella von «Rico's» in Küsnacht wurde mit 18 Punkten ausgezeichnet.

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Schauplatz Küsnacht

Horst Petermann hat hier jahrzehntelang Zürcher Küchengeschichte geschrieben und 2011 seinen Freund Rico Zandonella zum Nachfolger bestimmt. Fast sechs Jahre später steht der fröhliche Tessiner ganz oben: er wurde als «Koch des Jahres 2017» (18 Punkte) geehrt.

«Rico hat uns alle verblüfft. Er hat die Karte umgekrempelt, die Gästestruktur verjüngt, die Preise gesenkt. Von Gourmet-Tempel keine Spur. Sein Restaurant ist Lifestyle pur. Unverändert ist nur der Anspruch der kleinen Brigade: Gekocht wird frech, aber mit einem Höchstmass an Fleiss und Präzision. Rico Zandonella hat die Zeichen der Zeit erkannt.»
GaultMillau-Chef Urs Heller

Schauplatz Crissier

Die unter Gourmets meistgestellte Frage in den letzten Monaten: Wie gut kocht Franck Giovannini? Ist er nach Frédy Girardet, Philippe Rochat und Benôit Violier tatsächlich der vierte grosse Chef in diesem weltberühmten Restaurant? «Giovannini ist hervorragend. Wir haben ihn immer wieder und in verschiedenen Jahreszeiten besucht. Wir haben nicht den geringsten Zweifel und überreichen die Höchstnote 19.», so Heller. In aller Stille allerdings. Das gebietet der Respekt vor seinem Freund und Vorgänger Benoît Violier, der im Januar aus dem Leben geschieden ist.

Ein «Sixpack» mit 19 Punkten

Sechs Schweizer Köche bilden mit 19 Punkten die «Champions League» der Schweizer Küche: Andreas Caminada («Schauenstein», Fürstenau), Peter Knogl («Les Trois Rois», Basel), Bernard Ravet («L’Ermitage de Bernard Ravet», Vufflens-le-Château), Philippe Chevrier («Domaine de Châteauvieux», Satigny), Didier de Courten («Terminus», Sierre) und Franck Giovannini («Hôtel de Ville», Crissier). 

Eperon, Suter, Bertarini, Bächler: Die Aufsteiger des Jahres

In der Deutschschweiz werden gleich zwei Küchenchefs als «Aufsteiger des Jahres» mit 18 Punkten ausgezeichnet: Der Waadtländer Laurent Eperon ist so etwas wie der «grosse Unbekannte» in Zürich, drängt nie ins Scheinwerferlicht, sorgt aber im «Baur au Lac» für eine klassische und dennoch freche Küche. Er hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert und erntet jetzt dafür den verdienten Applaus. Felix Suter zeigt im «Schlüssel» in Oberwil, dass man es auch ohne Sponsor, mit kleiner Brigade und gar ohne Speisekarte (!) an die Spitze schaffen kann. In der Romandie steigt einmal mehr ein Koch aus Fribourg-Bourguillon aufs Podest: 18 Punkte für Aufsteiger Alain Bächler («Des Trois Tours»). Im Tessin wird Andrea Bertarini von der «Conca Bella» in Vacallo als «Aufsteiger des Jahres» mit 17 Punkten gefeiert. Auch er ein Mann der leisen Töne, aber mit viel Talent.

Die «Entdeckungen des Jahres»? Der Luzerner Silvio Germann führt Andreas Caminadas Filiale «Igniv» im Grand Resort Bad Ragaz. Seine Performance ist beeindruckend, er steigt mit der hohen Note 16 ein. Die «16» erhält auch unsere «Entdeckung in der Romandie»: Romain Paillereau, der neue Chef in der idyllisch gelegenen «Pinte des Mossettes» in Cerniat.

Eine starke Frau und 100 Schweizer Winzer

Auch die Weinjury war intensiv am Testen. Das Ergebnis: Adriana Novotná vom «Grand Hotel Kronenhof» in Pontresina ist «Sommelier des Jahres». Die beeindruckenden Walliser Winzer Axel und Jean-François Maye werden für ihr Lebenswerk als «Ikonen» ausgezeichnet. Die beste Schweizer Weinkarte schreibt Stephan Nitzsche im 17-Punkte-Restaurant «Einstein» in St. Gallen. 

Zwei grosse Namen: «The Chedi» und «Villa Feltrinelli»

Samih Sawiris hat viel Geld und Herzblut in «The Chedi Andermatt» investiert und kann jetzt die erste Ernte einfahren: Das Resort vibriert, die Architektur fasziniert, die Küche (mit starkem asiatischem Touch) verblüfft. Für viele Reisende gilt die «Villa Feltrinelli» am Gardasee als Europas schönstes Resort: Viel Geschichte, viel Luxus, erstklassige Küche. Der Luzerner Markus Odermatt ist in der «Villa» seit 14 Jahren der Boss und nun auch «Star im Ausland».

1000 Testbesuche für 818 starke Adressen

In Summe werden 818 Adressen empfohlen. 63 Restaurants sind neu dazugekommen. 101 Chefs haben zugelegt, 33 wurden zurückgestuft.

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