Pächter des «Äscher-Wildkirchli» kündigen

Das Gasthaus «Äscher-Wildkirchli» kann dem Gästeansturm nicht mehr Stand halten.

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Das Gasthaus «Äscher-Wildkirchli» kann dem Gästeansturm nicht mehr Stand halten.

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Das wohl berühmteste Gasthaus der Schweiz braucht neue Pächter: Bernhard und Nicole Knechtle-Fritsche kündigten ihren Vertrag mit Ende der Saison. Das Berggasthaus «Äscher-Wildkirchli» gehört zu den ältesten der Schweiz: Bereits um 1800 begannen Senner in dem markant in einer Felsnische gelegenen Gebäude einfache Getränke und Speisen zu verkaufen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich aus der Almhütte das heutige Berggasthaus. Ab 1987 wurde es von den Eltern des jetzigen Bergwirts geführt. 2014 übernahmen Bernhard und Nicole Knechtle-Fritsche die Pacht.

Aufgrund der wundervollen Lage des Berggasthauses auf 1454 Metern wurde es zu einem beliebten Ziel von Touristen und Fotografen. 2015 druckte das Magazin «National Geographic» ein Bild des «Äscher-Wildkirchli» auf die Titelseite des Buches «Places of a Lifetime». Im selben Jahr teilte Hollywood-Star Ashton Kutcher auf seiner Facebookseite einen Beitrag mit 20 geheimen Orten, die er seinen Lesern empfohl, inklusive eines Bildes vom Gasthaus «Äscher-Wildkirchli». Das Intersse an dem Gasthaus wuchs ins Unermessliche und immer mehr Blogger und Influencer bereisten den idyllische Ort unterhalb der Ebenalp.

Die Konsequenzen der Berühmtheit sind die wachsenden Engpässe der vorhandenen Infrastruktur: Laut den Pächtern soll es sowohl beim Platzbedarf als auch bei der Wasser- und Stromversorgung immer wieder zu Knappheit gekommen sein. Seit einem Jahr kann nicht mehr im Gasthaus übernachtet werden. Einige Anpassungen seien zwar in Planung aber aufgrund der Auflagen des Denkmalschutzes bestehen grosse Einschränkungen. Angesichts dieser Situation und dem stetig wachsenden Gästeansturm, sahen die Pächter keinen Weg, den Betrieb fortzuführen. Der Berggasthof wird demnächst erneut zur Pacht ausgeschrieben.

Berggasthaus «Äscher-Wildkirchli»

Berggasthaus «Äscher-Wildkirchli»

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Instagrammability beeinflusst Reiseziel

Laut einer inoffiziellen Instagram-Umfrage, wählen immer mehr der Befragten ihre Feriendestination nach deren «Instagrammability» aus. Das Berggasthaus «Äscher-Wildkirchli» ist dabei nicht das einzige Beispiel das zeigt, dass dieser Hype manchmal im Chaos endet. Die Suche nach dem perfekten Selfie endete in Kanada erst kürzlich damit, dass die bekannte Sonnenblumenfarm «Bogle Seeds» schliessen musste. «Es war wie eine Zombie-Apokalypse», so beschrieb der Sohn des Besitzers die Situation der posenden Menschenmasse am Sonnenblumenfeld.

INFO

Berggasthaus Aescher-Wildkirchli
9057 Weissbad
Schweiz
www.aescher-ai.ch

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