Ornellaia 2015: Rare Einblicke in einen kraftvollen Jahrgang

Neun Fassproben sorgen für einen ersten Vorgeschmack auf die Assemblage 2015.

© Falstaff/Sautter

Neun Fassproben sorgen für einen ersten Vorgeschmack auf die Assemblage 2015.

© Falstaff/Sautter

Eines war Ornellaia-Weinmacher Axel Heinz besonders wichtig: Wenn er jetzt Fassmuster separat gekelterter Einzellagen-Weine mitgebracht habe, so hiesse das nicht, dass Cuvées nicht ebenfalls terroir-affin sein könnten. Ornellaia, so Heinz, belege ja seit über 30 Jahren das Gegenteil. Doch bei der Assemblage des schwierigen Jahrgangs 2014 sei ihnen auf dem Weingut bewusst geworden, wie sehr der Ornellaia-Blend fast jedes Jahr von einigen wenigen der insgesamt rund 90 Kelterungen geprägt werde. Nicht von ungefähr habe man der 2014er Cuvée den Namen «L'Essenzia» gegeben: Diese essenziellen Lagen seien in einem Jahr wie 2014 besonders wertvoll gewesen. Daher habe er auch eingewilligt, diese Stützpfeiler der Assemblage einmal als Einzellagen-Fassmuster der Öffentlichkeit zu präsentieren – und das im offenbar besonders kraftvoll ausgefallenen Jahrgang 2015.

Grosses Weinspektrum

Das Ornellaia kein kleines Boutiqueweingut mit einem komplett homogenen Weinberg ist, ist bekannt: Bei einer Ausdehnung von rund 100 Hektar sind Unterschiede in Boden und Kleinklima unausweichlich. Auch in ihrer Höhenlage (40-120 Meter über Meer) und in der Nähe zur See unterscheiden sich die einzelnen Lagen. Am Ende war es bei der Verkostung der einzelnen Weine dann dennoch überraschend, wie gross das Spektrum der Weine ausfiel. Während ein frühreifer Merlot-Weinberg wie derjenige mit dem Namen «Il Bolgherese» einen besonders dunklen, cremigen, aber auch etwas spannungsarmen Wein erbingt, füllt der Merlot aus der Lage »Bellaria« seinen viskosen Körper mit Fruchtsüsse und Unmengen mürben Gerbstoffs. Die wohl besten Einzelkelterungen waren zwei Cabernets aus der Lage «Bellaria Alta»: Ein prall fruchtdotierter Cabernet Franc von sehr feinem Extrakt und erstaunlicher Frische in seiner mürben Anlage, und ein Cabernet Sauvignon von mächtiger Statur, mit dichtem Gerbstoff zum Kauen und einer archetypischen Cassis-Frucht.

© Falstaff/Sautter

Fassproben für einen ersten Vorgeschmack

Insgesamt erscheinen die Cabernets den warmen Jahrgang 2015 mit etwas weniger «hitzigen» Noten überstanden zu haben. Man kann aufgrund der probierten Fassmuster natürlich nur spekulieren, wie die Assemblage am Ende ausfallen wird. Doch eines ist klar: Es wird ein markant körperbetonter, in der Säure eher dezenter, mit Fülle und aromatischem Überschwang beeindruckender Wein sein – auf dessen dereinstige Verkostung die Teilnehmer der Zürcher Präsentation nun doppelt gespannt sind.

Fassmuster Ornellaia

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