Österreichs Top Rotweine

Rotweinsieger 2016: Werner Achs, Peter Artner, Gerhard Markowitsch, Christian Josef Tesch (v. l. n. r.).

© Ian Ehm

Rotweinsieger 2016: Werner Achs, Peter Artner, Gerhard Markowitsch, Christian Josef Tesch (v. l. n. r.).

© Ian Ehm

Die Falstaff-Rotweinprämierung ist ein alljährliches Highlight und markiert stets den Abschluss des Verkostungsjahres. So fanden im Oktober und November 2016 die Entscheidungsproben für die nunmehr 37. Ausgabe dieses Wettbewerbs statt. 

Der Dreh- und Angelpunkt war diesmal der Jahrgang 2014 aus Österreich. Aus allen Weinen wurden die drei punkthöchsten von der Expertenjury in Blindprobe zu -Falstaff-Siegern gekürt. Die gesammelten Ergebnisse wurden anlässlich der grossen Rotwein-Gala in der Wiener Hofburg durch Falstaff-Herausgeber Wolfgang M. Rosam und Verkostungsleiter Peter Moser bekannt gegeben. Die Moderatorin Verena Scheitz sorgte für entsprechende Aufmerksamkeit
im grossen Festsaal.

Wie immer war dieser Nachmittag bestens besucht, und das Publikum – bestehend aus privaten Weinliebhabern, aber auch zahlreichen Vertretern seitens Gastronomie und Handel – konnte sich bei den Präsentationstischen von mehr als 120 persönlich anwesenden Winzern ein Bild von den aktuellen Rotweinen machen. 

Der Jahrgang 2014 machte es den Rotweinwinzern allerdings nicht leicht. Ein trüber Sommer und ein nasser September boten nicht gerade die idealen Rahmenbedingungen für grosse Rotweine. Ein schöner Oktober konnte da das Ergebnis auch nur mehr bedingt verbessern. Die Erntemengen blieben bescheiden, die Qualität unter den Möglichkeiten. Frühere Sorten wie Blauer Zweigelt oder St. Laurent waren etwas bevorzugt, sie brachten charmante, frische, aber durchwegs rotbeerige Weine. Die robusten, dickschaligen Blaufränkisch konnten vom Altweibersommer noch am meisten profitieren. Im Bereich der Cuvées gab es erwartungsgemäss die besten Ergebnisse, weil hier der Winzer den meisten Handlungsspielraum vorfand. 

Waren die Syrahs aus 2013 im positiven Sinne aufgefallen, so gab es heuer erstmals seit Jahren zu wenig Einreichungen, um einen Sortensieger auskosten zu können, dafür sind mindestens 30 Weine einer Rebsorte Voraussetzung. Insgesamt war die Zahl der eingereichten Weine des Hauptjahrgangs diesmal deutlich geringer, die Zahl sowohl bei den Jungweinen als auch in der prestigereichen Reserve Trophy war aber deutlich gestiegen. In der Reserve-Kategorie ritterten gleich 375 Produkte um den begehrten Titel.

Cuvée an der Spitze

Nun aber zu den Details und den Ergebnissen in den verschiedenen Gruppen: Die Anzahl der eingereichten Weine in den Kategorien Blaufränkisch und Cuvée hielt sich exakt die Waage, an der Spitze wurden die Blends von den Juroren eine kleine Spur höher eingeschätzt. So kam es, dass bei der Rotweinprämierung 2016 alle drei Falstaff-Sieger aus der Gruppe der Cuvées stammten. Die höchste Bewertung unter den 2014ern entfiel mit 94 Punkten auf die Cuvée XUR von Werner Achs aus Gols, der damit nach zwei Jahren seinen Falstaff-Sieg wiederholen konnte. 

Als zweiter Falstaff-Sieger ging das Weingut Artner aus Höflein in Carnuntum über die Ziellinie, der feinwürzige Amarok wurde ebenfalls mit 94 Punkten ausgezeichnet. 

Ebenfalls aus Carnuntum kommt der dritte Falstaff-Sieger. Er stammt von Gerhard Markowitsch aus Göttlesbrunn, dem Reserve-Trophy-Sieger des Vorjahres, der sich mit der Cuvée Rosenberg erneut in die Siegerlisten eintragen konnte. 

Gleich neun Weine aus der Sortenkategorie Blaufränkisch konnten sehr gute 93 Punkte erreichen, in die grossen Blaufränkisch-Jahre wird 2014 allerdings witterungsbedingt nicht eingehen. Den Sortensieg sicherte sich einer der bekannten Namen aus dem Süden des Burgenlandes: Reinhold Krutzler holte mit dem legendären Blaufränkisch Perwolff aus dem Jahrgang 2014 Platz eins. Den zweiten Rang sprach die Jury dem Blaufränkisch 

Schloss Halbturn zu, der dritte Platz -ging nach Neckenmarkt für den Blaufränkisch Well vom Weingut Wellanschitz.

Aus der mit 167 Weinen grossen Gruppe der Blauen Zweigelt holte sich Philipp Grassl aus Göttlesbrunn mit seinem Zweigelt Schüttenberg und stattlichen 93 Punkten den Sortensieg. Der Zweigelt Salzberg von Vinum Pannonia Allacher aus Gols landete auf Platz zwei, den dritten Rang holte sich Hans Schwarz aus Andau mit seinem unverwechselbaren Zweigelt Schwarz Rot. 

Rating der Bordeaux Weine

Bei den klassischen Bordeauxsorten ging der Sortensieg beim Cabernet Sauvignon ins Kremstal, wo sich Cabernet-Spezialist Wolfgang Wandraschek von der gleichnamigen Rotweinmanufaktur aus Krems über den ersten Platz des Grand Crue 2014 freuen durfte. Den zweiten Rang holte sich das Weingut Franz und Christine Netzl aus Carnuntum mit dem Aubühel 2014 vor dem Rotweingut Prickler aus Lutzmannsburg im Mittelburgenland. Mit 93 Punkten holte sich Erich Scheibl-hofer aus Andau den ersten Rang mit Merlot Perfection 2014, der als Einziger der Sortengruppe -93 Punkte erreichen konnte. 

Der zweite Platz ging an die Merlot Reserve 2014 von Johann Gisperg aus Teesdorf in der Thermenregion und der dritte Rang an das Weingut K+K Kirnbauer aus Deutschkreutz für den Merlot 2014.

In der Gruppe der Pinots Noirs gab es zwar einige sehr gute Vertreter, insgesamt war die Jury mit dieser Kategorie dennoch hörbar unzufrieden. Der Sortensieg ging hier an den jungen «Burgundermacher» Johann Gisperg aus Teesdorf für seine Reserve 2014, Platz zwei an den leichtfüssigen Bio-Pinot-Noir von Claus Preisinger aus Gols, und auf dem dritten Rang landete Toni Hartl mit seinem Pinot Noir Goldberg 2014. 

Die Gruppe der St. Laurent erreichte heuer im Vergleich mit dem Blauburgunder durchschnittlich höhere Bewertungen, den Sortensieger stellte mit 93 Punkten das Golser Weingut Vinum Pannonia Allacher mit dem Apfelgrund 2014.

Auf dem zweiten Platz folgte ein weiterer Betrieb aus Gols, und zwar Markus Iro mit dem St. Laurent Herrschaftswald. Den dritten Rang sicherten sich die Reinisch-Brüder vom Weingut Johanneshof in Tattendorf mit ihrem St. Laurent Frauengrund 2014. 

Auch wenn es aufgrund der zu geringen Zahl an Einreichungen nicht für einen offiziellen Sortensieger in der Gruppe der Syrah-Weine reichte, so sollen die drei besten dennoch hier erwähnt werden. Mit jeweils 93 Punkten präsentierten sich Gernot Leitners Syrah Dorflagen, Toni Hartl mit Thenau und Artner mit Kirchtal 2014.

Das Who’s who der österreichischen Rotwein-Elite war in der Reserve Trophy am Start; es durften Spitzenweine aus allen Kategorien antreten, die älter als 2014 waren und im vergangenen Kalenderjahr auf den Markt gekommen sind. Das Gros der 375 Starter – eine neue Rekordzahl – kam daher aus 2013, aber auch einige «Nachzügler» aus 2012, 2011 und älter waren in der Gruppe vertreten. 

Über einen Mangel an hochkarätigen Vertretern konnte die Jury nicht jammern, immerhin hatten es fünfzig Weine in die Endrunde geschafft. Die beiden Top-Platzierungen gingen an reinsortige Blaufränkisch-Weine. Die Reserve Trophy sicherte sich Christian Josef Tesch aus Neckenmarkt mit seinem Patriot 2012. Bis zu drei Jahre reift dieser Ausnahme-Blaufränkisch in kleinen französischen Eichenfässern, dann ruht er ein weiteres Jahr auf der Flasche, bevor er den Keller verlassen darf. Den zweiten Rang holte sich das Weingut Gager aus Deutschkreutz, ebenfalls mit einem Blaufränkisch, diesmal aus dem Jahrgang 2013, ein komplexer Sortenvertreter, der schlicht den Familiennamen Gager trägt. Die Bronzemedaille ging an den hocheleganten Pinot Noir Dankbarkeit 2012 von Josef Lentsch aus Podersdorf aus der Appellation Neusiedlersee. 

Tasting Rotweinguide 2017

INFO

Weingut Werner Achs
Goldberg 5
7122 Gols
T +43 2173 23900
www.wernerachs.at

Weingut Artner
Dorfstrasse 93
2465 Höflein
T +43 2162 63142
www.artner.co.at

Weingut Gerhard Markowitsch
Pfarrgasse 6
2464 Göttlesbrunn
T +43 2162 8222
www.markowitsch.at

Weingut Tesch
Herrengasse 26
7311 Neckenmarkt
T +43 2610 43610
www.tesch-wein.at

Produktion: Florence Wibowo, Make up: Alma Milic, Location: Herzlichen Dank an das Hotel Bristol/www.bristolvienna.com

Aus Falstaff Nr. 01/2017

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