Österreichs Top-Rote 2018

Die Falstaff-Sieger der 39. Prämierung (v. l. n. r.): Michael Kerschbaum, Albert Gesellmann, Christina Netzl und Walter Glatzer.

© Julio Pastorcillo

Die Falstaff-Sieger der 39. Prämierung (v. l. n. r.): Michael Kerschbaum, Albert Gesellmann, Christina Netzl und Walter Glatzer.

© Julio Pastorcillo

Im Zentrum der alljährlichen Prämierung der besten Rotweine aus Österreich, deren Ergebnisse Ende November 2018 bei der traditionsreichen «Falstaff Rotwein-Gala» bekannt gegeben wurden, stand der Jahrgang 2016. Aufgrund des für die Winzer teilweise recht schwierigen Witterungsverlaufs war das Jahr mit grossem Aufwand verbunden, die Mengen fielen schliesslich meist gering aus. Dieser Umstand führte dazu, dass zur Falstaff-Probe diesmal etwas weniger Weine zur Bewertung vorgelegt wurden, als dies in einem ertragsstarken Jahrgang der Fall ist. In der entscheidenden Finalverkostung durfte das Fachpanel an zwei Tagen schliesslich aus rund 200 Finalisten in den verschiedenen Kategorien und Sortengruppen in Blindverkostung die Sieger ermitteln. Sämtliche als empfehlenswert eingestuften Weine, rund 1300 an der Zahl, fanden mit Bewertung und Beschreibung Eingang in den neu erschienen Falstaff Rotweinguide 2018/2019.

Das Highlight der Rotwein-Prämierung, die in Kooperation mit den Partnern s Versicherung, Wiener Städtische und Donau Versicherung durchgeführt wurde, war einmal mehr die Kür der drei Falstaff-Sieger. Platz eins geht an das Weingut Walter Glatzer aus Göttlesbrunn in Carnuntum. Glatzer zeigte sich auf der Bühne überwältigt und erinnerte sich an den herausfordernden Jahrgang 2016: «Das ist die Krönung eines sehr schwierigen Jahrgangs, der mit Frost begonnen und letztendlich doch ein gutes Ende genommen hat.» Als Hauptpreis wurde dem Falstaff-Sieger 2018 von DS-Brandmanager Marc Giulioli und Markenbotschafter Daniel Serafin ein Gutschein für den DS 7 Crossback übergeben, den er nun ein Jahr lang gratis fahren wird.

Der Jahrgang 2016 hatte es wettermässig tatsächlich ziemlich in sich und bereitete auch den heimischen Rotweinerzeugern einiges Kopfzerbrechen. Frostschäden vor allem im Seewinkel und das Hagelunwetter Ende Juni im Golser Raum und im Mittelburgenland führten zu Ernteausfällen von bis zu 50 Prozent der üblichen Erntemenge. Im Gegensatz zu Niederösterreich setzte im Burgenland der Lesebeginn sogar etwas früher als im Vorjahr ein, und nicht nur in den beeinträchtigten Gebieten wurde die Ernte schon relativ zeitig abgeschlossen. Das geerntete Traubenmaterial gab durchaus Anlass zur Freude: Gute Reife, eine harmonische Säure sowie niedrige pH-Werte erlaubten eine saubere Vinifikation, gerade auch bei den mikrobiologisch diffizileren Maischegärungen der Rotweine. Das Resultat der enormen Bemühungen sind sehr fruchtige und sortentypische Weine mit gutem, aber nicht zu üppigem Körper. Dies gilt sowohl für die roten Leitsorten Zweigelt als auch für Blaufränkisch. Eine schöne und ausgewogene Säure unterstützt die Fruchtigkeit, während der mittlere Alkoholgehalt für angenehmen Trinkspass sorgt. Die Rotweine aus 2016 sind bereits zugänglich und finessenreiche Speisenbegleiter.

Der Jahrgang 2016 überraschte

Kommen wir also zunächst zu den Ergebnissen der einzelnen Kategorien mit Jahrgang 2016. Hier war die zahlenmässig stärkste Gruppe erwartungsgemäss jene der Cuvées, es waren 194 Weine eingereicht. Drei Weine erreichten 95 und immerhin 16 eine Bewertung von 94 Punkten. Der erste Platz ging an Albert Gesellmann aus Deutschkreutz für seinen Bela Rex, eine elegante Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot. Rang zwei kommt, wie der dritte Platz, diesmal aus Niederösterreich, in beiden Fällen aus Carnuntum. Die Silbermedaille geht an Franz und Christine Netzl in Göttlesbrunn für die Cuvée Anna-Christina aus der Ried Bärnreiser, Bronze an Gerhard Markowitsch mit Ried Rosenberg, ebenfalls Göttlesbrunn. Die zweitgrösste Gruppe an Einreichungen gab es bei den Blaufränkischen, wo 133 Weine aus 2016 an den Start gingen. Neun Weine erreichten eine beachtliche 94-Punkte-Bewertung, die drei besten sogar 95 Punkte. Der Sortensieg ging schliesslich im Stechen an das Weingut Anita und Hans Nittnaus aus Gols, der Wein kommt allerdings vom Leithaberg aus der Ried Joiser Gritschenberg. Auf Platz zwei kam ein weiteres bekanntes Mitglied der Golser Pannobile-Gruppe, und zwar Paul Achs mit seinem Golser Ungerberg. Der dritte Rang geht wieder an einen Leithaberg DAC-Wein – an den Ried Schildten vom Weingut Esterhazy mit Standort Trausdorf an der Wulka. Etwas geringer, bedingt durch den Jahrgang, fielen die Anmeldungen beim Blauen Zweigelt aus, sie lagen immerhin noch im dreistelligen Bereich.

Über den Sortensieg darf sich der aktuelle «Falstaff-Winzer des Jahres» Philipp Grassl aus Göttlesbrunn in Carnuntum freuen, dessen Zweigelt Ried Schüttenberg der Jury stolze 94 Punkte wert war. Der zweite Platz geht ebenfalls nach Niederösterreich, und zwar an das Weingut Franz Leth in Fels am Wagram für den Gigama Grande Reserve 2016. Das Weingut Allacher Vinum Pannonia aus Gols sichert sich mit dem Zweigelt Ried Salzberg den dritten Platz.

In der Gruppe der Pinot Noirs aus 2016 holten sich die Reinisch-Brüder vom Johanneshof in Tattendorf in der Thermenregion den Sortensieg mit Ried Holzspur, und mit dem Pinot Noir Reserve 2016 der Familie Auer geht auch die Silbermedaille nach Tattendorf. Rang drei erreichte das Weingut Malat aus Palt im Kremstal mit der Pinot Noir Reserve. Besonders gut gelungen sind diesmal die Weine aus Sankt Laurent. Der beste Wein dieser Sorte gelang Walter Glatzer aus Göttlesbrunn, der mit dem St. Laurent aus der Ried Altenberg nicht nur den Sortensieg holte, sondern zusätzlich auch den Titel «Falstaff-Sieger» für den besten Rotwein des Jahrgangs 2016 in der Prämierung überhaupt – der 2. Falstaff-Sieger ging an die beste Cuvée, den Bela Rex von Albert Gesellmann, und der dritte Gesamt­rang an die Cuvée Anna-Christina vom Weingut Netzl. In der Sortenkategorie Sankt Laurent ging Platz 2 an das Weingut Johanneshof Reinisch für die Ried Holz spur, den dritten Rang belegt mit Ried Rosenberg das Weingut Pittnauer aus Gols.

Bei den sortenreinen internationalen Sorten holte sich Hannes Reeh aus Andau mit Merlot Unplugged den ersten Platz, Anton Bauer aus Feuersbrunn belegt mit Merlot Reserve Limited Edition den zweiten Rang, Platz drei geht an Erich Scheiblhofer aus Andau für The Merlot. In der Gruppe des Cabernet Sauvignon gewann der Winzerhof Kiss aus Jois mit dem Ried Neuberg, Platz zwei geht an das Weingut Wellanschitz aus Neckenmarkt für den Cabernet Sauvignon Ried Rüsselsgrund, Dritter wurde das Weingut HST-Hannes Steurer aus Jois mit M1. In der weiter wachsenden Sortengruppe des Syrah kann sich das Weingut Artner aus Höflein mit Ried Kirchtal Reserve als Gewinner freuen, Platz zwei holte Paul Achs aus Gols, den dritten Rang sicherte sich das junge Weingut Ceel mit dem Syrah Alte Reben.

Gut gereift zum Erfolg

Einen Höhepunkt stellte die «Falstaff Reserve Trophy» dar, für die sich 325 Weine beworben hatten. Die Grundbedingung für eine Teilnahme an dieser Kategorie ist die Tatsache, dass ein Wein frühestens drei Jahre nach dem Erntezeitpunkt auf den Markt gebracht wird und daher an der regulären Falstaff-Prämierung nicht teilnehmen kann. Der Gewinner ist die Cuvée Kerschbaum 2015 vom Weingut Paul Kerschbaum. Knapp dahinter platzierte sich das Weingut Werner Achs aus Gols mit der Cuvée Werner Achs 2015. Den dritten Rang teilen sich ex aequo das Weingut Kollwentz aus Grosshöflein mit dem Blaufränkisch Ried Setz 2015 und das Weingut Prickler aus Lutzmannsburg im Mittelburgenland mit Blaufränkisch Grande Reserve V-MAX 2015. Alle Weine der jüngsten Falstaff-Rotweinprämierung sind im Rotweinguide 2019 zu finden. Weine mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis sind gesondert ausgezeichnet. Der Falstaff-Rotweinguide ist ab sofort im Handel bzw. unter falstaff.com/guides erhältlich.

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