Next Generation: Andreas Schwarz

Andreas Schwarz führt gemeinsam mit seiner Frau Prisca den Betrieb.

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Andreas Schwarz führt gemeinsam mit seiner Frau Prisca den Betrieb.

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Andreas Schwarz ist der Anbau von Trauben in die Wiege gelegt worden. Seine Eltern führten einen gemischten Landwirtschaftsbetrieb zu dem neben Ackerbau und Vieh auch Rebberge gehörten, den ersten Rebberg pflanzte noch sein Grossvater. «Tiere zu haben ist schon auch schön», sagt der grossgewachsene Winzer schmunzelnd. «Doch als ich mich entscheiden musste, was ich machen wollte, war mir schnell klar, dass ich auf eine Karte setzen wollte – den Wein.» Vor der Betriebsgründung 2004 lernte Schwarz  also sein Handwerk. Zunächst verbrachte er ein Lehrjahr in der Forschungsanstalt Wädenswil, dann eines bei Daniel Huber im Tessin und ein drittes bei Urs Pircher in Eglisau. Dann ging er für eine Ernte nach Australien, um im Barossa Valley eine ganz andere Welt kennenzulernen... «Im kleinsten Tank der Kellerei hätte meine ganze heutige Ernte Platz gefunden», sagt er und lacht. «Das war wirklich eine Fabrik und leicht mit einer Ölraffinerie zu verwechseln.» Dann gings nach Bordeaux und irgendwo dazwischen funkte es zwischen Andreas und seiner Frau Prisca, mit der er nicht nur den Betrieb führt, sondern auch drei Kinder hat.

Andreas Schwarz setzt auf einen naturnahen Anbau.
Andreas Schwarz setzt auf einen naturnahen Anbau.

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Die Zeit in Australien und Bordeaux scheinen Andreas Schwarz besonders geprägt zu haben. «Ich will die Erfahrungen nicht missen, doch ich weiss heute ganz genau, was in der Weinbereitung alles möglich ist. Ich brauche das wenigste davon.» Schwarz setzt auf einen naturnahen Anbau, auf chemisch-synthetische Spritzmittel, Herbizide oder Kunstdünger verzichtet er komplett und in einigen Lagen experimentiert er mit Naturwuchs, einer Art des Minimalschnitts. «Die Winzerkollegen in der Region hielten uns für verrückt als wir damit anfingen», erzählen Prisca und Andreas Schwarz. «Als wir beim grossen Frost 2016 in den Lagen aber vollen Ertrag hatten, während alle aussenrum einen Totalverlust verkraften mussten, verstummten die Kritiker.»

Im Keller macht Andreas Schwarz so wenig wie möglich und wenn er mal was tun muss, dann sagt er es den Kunden ganz unverblümt. «Schönungs- und Behandlungsmittel sind Notfallprodukte», erklärt der Pragmatiker, «und so sollten sie auch eingesetzt werden.» Schwarz experimentiert gern. 10 Prozent der Ernte dürfen durch Experimente auch mal verloren gehen, sagt er. Derzeit lagern gerade einige Flaschen Pét Nat im Schwarz-Keller, Schaumwein, der nur mit einer Gärung, der sogenannten Méthode Ancéstrale, hergestellt wird. «Da warten wir jetzt mal ab», sagt Andreas Schwarz ganz gelassen. «Wenns was wird freue ich mich und sonst gibt es nächstes Jahr einen neuen Versuch.»

Die meisten Weine verkaufen Andreas und Prisca Schwarz direkt ab Hof und so haben sie mittlerweile auch wieder ein paar Hühner und Schafe angeschafft. Zurück zu den Wurzeln? «Die Besucher mögen das – und wir ja auch», sagt Prisca Schwarz und winkt ab. Das Winzerpaar scheint rund um die Uhr für ihre Kunden da zu sein. Zweimal in der Woche posten sie Videos aus ihrem Alltag auf Youtube. «Viel Kalkül liegt da nicht dahinter», sagt Andreas Schwarz. «Wir mögen ganz einfach, was wir tun. Das Weinmachen, das Filmen, unsere Familie und auch unseren Hof.» Und das ist den Schwarz-Weinen definitiv anzuspüren. 

www.weingutschwarz.ch  

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