Newton Weine: Charakter ist alles

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Die Newton Weine sind eigensinnig und haben einen unkonventionellen Charakter. Genau wie ihre Winzerin und Begründerin Suhua Newton. Ihr Weinverständnis und eine akribische Analyse von Territorien, Bodenbeschaffenheit und Klima haben der gebürtigen Chinesin im Weinanbau Respekt verschafft. Bis es soweit war, musste sich Newton aber ihre Sporen abverdienen. Denn Ende der 70er Jahre, als sie und ihr verstorbener Ex-Mann ein eigenes Gut - das «Newton Vineyard» auf etwa 48 Hektaren in St. Helena im Bundesstatt Kalifornien kauften, war sie erst Anfang 20. Nach Abschluss des Medizinstudiums las sie sich wissbegierig in die Materie des Weinmachens ein, besuchte renommierte Weingüter in Bordeaux und Burgund, nutzte ihr Netzwerk und tauschte sich etwa mit Madame Rothschild und Robert Mondavi von Opus One aus.

«Alle sagten mir das Gleiche: Ein guter Wein kommt nicht vom Menschen, sondern ist ein Geschenk des Himmels. Die Natur und das Klima geben den Ton an. So viele Komponenten müssen stimmen, damit eine gute Traube reifen kann». Was sie aber im Gegensatz zu Temperaturen und Niederschlag beeinflussen konnte, war die Herstellungsart ihrer Weine. Von Beginn an setzte Suhua Newton auf ein Bio Label, verwendete keine chemischen Substanzen, produzierte ihre Weine auf die «grüne» Art. «Zu Beginn wurde ich belächelt. Als junge Frau sowieso», erinnert sie sich.

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Sie hielt an ihrer Überzeugung fest und konnte sich bald mit ihren ungefilterten Weinen einen Namen machen. Auch Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur schätzten ihre Konsequenz und ihr unermüdliches Engagement im Weinanbau. Ein Foto in ihrem Zuhause im Kanton Baselland zeigt die britische Queen Elisabeth II, die mit einem Newton Chardonnay dem früheren US-Präsidenten George W. Bush zuprostet. Die Karte mit dem Foto sendete der Buckingham Palace an Suhua Newton. Diese blieb bescheiden, konzentrierte sich weiterhin auf ihre Arbeit, bis ihr all die Verpflichtungen irgendwann zu viel wurden. «Ich war auf der ganzen Welt unterwegs, um unsere Weine zu vermarkten. Irgendwann merkte ich, dass ich mehr Zeit meinen Studenten an der San Francisco University widmen möchte.» Ausserdem engagierte sie sich als Teamleiterin in Katastropheneinsätzen für Médecins sans Frontières. Deshalb verkaufte sie im 2000 die Hälfte ihres Weingutes an den LVMH-Konzern, 2013 gab sie ihr Lebenswerk ganz ab.

Der Entscheid sei ihr nicht leicht gefallen, aber sie hat neue Lebensinhalte gefunden: «Ich kann mich nun anderen Interessen widmen, male viel am Vierwaldstättersee», sagt die kreative Chinesin. Wegen ihrem zweiten Ehemann, einem Schweizer, hat sie Amerika hinter sich gelassen und ist in die Nähe von Basel gezogen. Gemeinsam geniesst das Ehepaar das Reisen, gutes Essen und natürlich gute Weine. Auch die eigenen trinkt sie bis heute gerne: «Ein Wein spricht mich an, wenn er aufregend und komplex ist. Wenn ich den ersten Schluck probiere und mein Gaumen Lust auf mehr hat – dann ist es ein guter Wein.»

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