Naturwein-Trend: Best of Österreich

Neben Frankreich als Vorreiter entwickelte sich Österreich im letzten Jahrzehnt zu einem Hotspot für Naturweine.

© Sabine Gassenbauer

Neben Frankreich als Vorreiter entwickelte sich Österreich im letzten Jahrzehnt zu einem Hotspot für Naturweine.

Neben Frankreich als Vorreiter entwickelte sich Österreich im letzten Jahrzehnt zu einem Hotspot für Naturweine.

© Sabine Gassenbauer

http://www.falstaff.ch/nd/naturwein-trend-best-of-oesterreich/ Naturwein-Trend: Best of Österreich Natural, Orange, Amphore: Alternativ produzierte Weine boomen. Und Österreichs Winzer spielen beim Trend um diese »rohen«, ungewöhnlichen Weine ganz vorne mit. http://www.falstaff.ch/fileadmin/_processed_/c/6/csm_Weingut-Heinrich-Weinlese-2018-c-Sabine-Gassenbauer-2640_97143505f2.jpg

Das große Kopfschütteln begann vor vielen Jahren. Plötzlich waren da Weine, die so gar nichts mit den gängigen Tropfen zu tun hatten. Begriffe wie Natural-, Orange- und Amphoren-Wein hallten durch die Weinwelt und stießen gestandene Weintrinker und -kritiker vor den Kopf.

Vor allem der Geschmack dieser Weine war anders, ungewöhnlich, hatte mit den gängigen Profilen von Weiß- und Rotweinen wenig gemeinsam. Die Weine waren oft trüb, tieffarbig, Weißweine besaßen plötzlich eine spürbare Gerbstoffstruktur, und Rotweine waren so leicht und trinkig wie Weißweine. Eine neue Ära begann. Dabei sind die Techniken und Methoden, die sich hinter diesen Weinen verbergen, nicht neu.

Maischevergorene Weißweine – heute Orange-Weine genannt – gibt es schon seit Jahrtausenden. In Georgien, das oftmals als »Wiege des Weinbaus« bezeichnet wird, wurden schon immer Weißweine auf diese Art und Weise produziert. Auch heute noch ist das Land bekannt für seine maischevergorenen Weißweine aus Amphoren. Und da wären wir schon bei den Tongefäßen.

Anfang der 2000er erfuhren diese Weinbehältnisse auch in Europa eine Renaissance. Nicht alle Weine aus Amphoren sind jedoch auch maischevergoren. Genauso wenig wie die sogenannten Naturweine. Bei Letzteren geht es um den Verzicht und manchmal auch um den bewussten Kontroll­verlust im Keller. Eine Philosophie, bei der primär zählt, Wein alleine aus Trauben und Zeit entstehen zu lassen.

Keine Reinzuchthefen, kein oder nur ein minimaler Schwefeleinsatz, keine Schönungen. Letztlich eine Fortführung des Qualitätsstrebens, das bei Spitzenwinzern schon lange vorhanden ist. Schließlich nimmt jede Behandlung im Keller, sei es Schönung, Schwefelung oder Filtration, dem Wein etwas von seiner Ausdruckskraft. Im Gegensatz zum ökologischen Anbau existiert für Naturweine bis heute kein Regelwerk für die Herstellung. Die Produzenten verschreiben sich einer Philosophie, statt auf Kontrolle setzt man auf Vertrauen.

Neben Frankreich – der Wiege der Naturweine – entwickelte sich Österreich im letzten Jahrzehnt zu einem wahren Hotspot für die ungewöhnlichen Tropfen. Winzer wie Christian Tschida oder das Gut Oggau aus dem Burgenland, Ewald Tscheppe vom Weingut Werlitsch, sein Bruder Andreas Tscheppe sowie Sepp Muster und Franz Strohmeier aus der Steiermark zählen zu den internationalen Stars der neuen Szene. Ihre Weine sind rar und in einem bestimmten Kreis mittlerweile genauso gesucht wie große Burgunder oder Bordeaux.

Um hervorragende Naturweine auf die Flasche zu bringen, braucht es jedoch Erfahrung. Denn vor allem der Verzicht auf das Konservierungsmittel Schwefeldioxid birgt Risiken. Winzer Gernot Heinrich aus dem Burgenland, der sich seit etwa zehn Jahren mit der Thematik auseinandersetzt, sieht den Verzicht auf das Konservierungsmittel jedoch als machbare Herausforderung. Heinrich will elegante, fruchtige, lebendige Weine produzieren. Eine Stilistik, die wohl alle Naturweinproduzenten gemeinsam haben. »Die Natur selbst bringt alles mit, um den Wein zu stabilisieren und zu schützen sowie die Weiterentwicklung auf der Flasche zu gewährleisten. Und der Kreis der Menschen, die natürliche Weine schätzen, wächst ständig«, so Heinrich.

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