Nachhaltigkeit: «Glück für Togo»

Das Ziel ist eine diversifizierte, ertragreiche und resiliente Landwirtschaft, um Kleinbauern eine sichere Zukunft in der Region zu ermöglichen.

© Verein glückliches Togo

Ziel ist die Entwicklung einer diversifizierten, ertragreichen und resilienten Landwirtschaft, um Kleinbauern eine sichere Zukunft in der Region zu ermöglichen.

Das Ziel ist eine diversifizierte, ertragreiche und resiliente Landwirtschaft, um Kleinbauern eine sichere Zukunft in der Region zu ermöglichen.

© Verein glückliches Togo

Die Modellfarm befindet sich in einem abgelegenen Dorf im südlichen Togo, drei Fahrstunden von der Hauptstadt Lomé entfernt. Der Verein «Glück für Togo» und seine Partner des togoischen Expertengremiums «Etoile Verte» arbeiten eng mit der lokalen Bevölkerung und den Autoritäten in der Region zusammen, um die Chancen zu nutzen, wenn es darum geht neue Ansätze in der Landwirtschaft zu testen und evaluieren.  

In Togo besteht enorm viel Potenzial in der aktuellen Landwirtschaft, welche noch kaum mechanisiert und mit vergleichsweise geringem Aufwand umgestellt werden kann. Mit geringen Investitionen kann hier viel bewirkt werden. Auf sechs Hektaren fruchtbarem Ackerland werden nun seit sechs Jahren zukunftsfähige Modelle für die kleinbäuerliche tropische Agrarwirtschaft erforscht. Diese beinhalten regenerative Anbaumethoden mit Permakultur, und Agroforstwirtschaft und strukturierte, gesunde Arbeitsweisen ohne teure Maschinen. Dabei wird vorwiegend mit lokal verfügbaren Ressourcen gearbeitet und eine hohe Vielfalt an lokal angepasstem Saatgut gezüchtet.

Weiters will der Verein auch den Wissensaustausch zwischen Initiativen überall auf der Welt fördern, um voneinander zu lernen, einander zu stärken und sich zu einem Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft zusammenzuschliessen. Das Ziel des Projekts ist es, die Lebensqualität der Bäuerinnen und Bauern in der Region über eine funktionierende Agrarkooperative zu verbessern.

Bodenanalyse durch Studentin Célia (rechts) und Betreuerin Liv von der Berner Fachhochschule HAFL.

Bodenanalyse durch Studentin Célia (rechts) und Betreuerin Liv von der Berner Fachhochschule HAFL.

© Verein glückliches Togo

Die Landwirtschaft soll für die junge Bevölkerung wieder attraktiv werden. Dies gelingt mithilfe erprobter und nachhaltiger Anbauweisen, wie auch mit einer sicheren Lagerung der Agrarprodukte, sinnvoller Weiterverarbeitung und einer gemeinschaftlichen Verkaufsplattform. «Wir begleiten diejenigen, die Kapazität haben und diese auch weiter entwickeln möchten, die offen und motiviert sind, die anpacken wollen: Pioniere, die zu inspirierenden Vorbildern werden können. Wir arbeiten an einem gelebten, echten Modell, das lokal, unabhängig funktioniert und das inspiriert», meint Lucas Baumann, Projektleiter des Vereins «Glück für Togo».

Es wird nicht als sinnvoll gesehen ein schnelles Upscaling voranzutreiben, um rasch beeindruckende Zahlen vorweisen zu können. «Wir wollen lieber wenige Menschen langfristig unterstützen, aus ihrer intrinsischen Motivation zu schöpfen, sie gestalten zu lassen, um auch Vorbild zu sein, anstatt viele Menschen kurzfristig zu erreichen und belehren», so Baumann weiter. Die «FeMoDo» soll ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für die Region mit grosser Ausstrahlung werden. Dazu fördert der Verein auch den Austausch mit Hochschulen und Entwicklungsorganisationen.

Aktuelle Forschung

Aktuell läuft ein gemeinsames Forschungsprojekt «TREAS’R» mit der ETH Zürich und der Universität Lomé, das für mindestens zwei Jahre durch den Schweizerischen Nationalfonds finanziert wird. Dabei geht es darum, besser zu verstehen, wie sich die Anbaumethoden auf die Bodenfruchtbarkeit, die Biodiversität und die Lebensqualität der Menschen auswirken – aber auch zu analysieren, welche Faktoren besonders im soziokulturellen Kontext eine Verbreitung solcher Anbauweisen fördern oder verhindern. Denn eine grosse Herausforderung auf globaler Ebene besteht darin, dass viele «nachhaltige Anbaumethoden» aus ganz verschiedenen Gründen nicht umgesetzt werden: fehlendes Wissen, Sozialisierung, Gewohnheiten, Marktzugang et cetera.

Lehmbau mit Vorbildwirkung

Es soll auch ein Modell entwickelt werden, das mit lokalen Ressourcen wie Lehm und Holz ein klimafreundliches, günstiges Bauen ermöglicht, das für ein angenehmes Wohnklima sorgt. Im Juli 2021 wurde deshalb eine Manufaktur für gepresste Lehmziegel eingeweiht. «Damit wollen wir die nächsten Bauprojekte umsetzen. Geplant ist für diesen Herbst/Winter der Bau eines Wohnhauses auf der Farm», so die Verantwortlichen von «Glück für Togo». Das Bauprojekt ist in einem soliden, gut verankerten Projekt integriert. Die schon erprobte Bauweise mit gepressten Lehmziegeln aus lokaler Erde ist ökologischer, kostengünstig, innovativ, flexibel und mit der Dorfbevölkerung umsetzbar. Der genossenschaftliche Gedanke ist dabei wichtig, denn die Modellfarm wird das Herzstück einer regionalen Agrarkooperative.

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