Laetizia Riedel-Röthlisberger im Falstaff-Interview

Laetizia Riedel-Röthlisberger

Foto beigestellt

Laetizia Riedel-Röthlisberger

Laetizia Riedel-Röthlisberger

Foto beigestellt

FALSTAFF: Frau Riedel-Röthlisberger, Sie leben selbst seit längerer Zeit in der Schweiz, was zog sie hierher?

RIEDEL: Mein Mann ist Schweizer, was man an meinem Nachnamen Riedel-Röthlisberger erahnen kann. Er kommt allerdings nicht aus Zürich, wo wir uns niedergelassen haben, sondern stammt ursprünglich aus Genf in der Westschweiz. Als wir geheiratet haben einigten wir uns auf einen Kompromiss, denn Genf wäre einfach zu weit gewesen, um meinen Tätigkeiten in Kufstein und Innsbruck nachzugehen. Gleichzeitig konnte mein Mann seinen beruflichen Standort nach Zürich verlegen und so sind wir hier sesshaft geworden.

Wie empfinden Sie die Gastroszene in Zürich und der Schweiz?

Schwierig, weil noch viele Gastronomen hier nicht genügend geschult sind, um ihren Gästen die Weine in den richtigen Gläsern zu servieren. Ich finde immer wieder in wirklich ausgezeichneten Restaurants tulpenförmige Gläser, die eher ausschauen wie Sektgläser, welche als Allroundglas für die unterschiedlichsten Rebsorten verwendet werden, und das stört mich. Wir selbst haben einige sehr gute Kunden im Raum Zürich, die darauf achten, dass die Weine perfekt zur Geltung kommen, denn wenn der Wein schmeckt, alles passt, konsumieren die Leute auch mehr und kommen wieder. Wenn der Wein im falschen Glas präsentiert wird und sich nicht von seiner schönen Seite zeigen kann, werden die Gäste kein zweites Glas mehr bestellen und den Wein falsch beurteilen oder auf Wasser umsteigen. Hier gibt es noch viel für uns zu tun. Das Glas Wein kostet in der Schweiz im Vergleich zu Österreich um Einiges mehr und dann muss aber auch der Service und die Weinkultur meiner Meinung nach auch zu hundert Prozent passen.

Foto beigestellt

Welche Restaurants empfehlen sie unseren Lesern?

Ich gehe sehr gerne in die «Brasserie Lipp». Dort essen wir häufig mit den Kindern zu Mittag. Ein Ort an dem die Weinkultur so zelebriert wird, wie ich es mir wünsche. Wenn es etwas exklusiver sein soll, gehen wir gerne ins «Baur au Lac», dort werden unsere Gläser verwendet und das Essen ist einfach ausgezeichnet. Im Sommer bin ich dort gerne im Garten. Dann bin ich noch gerne im «Taos», denn ich mag den Fusionmix der dort angeboten wird sehr. Ausserdem ist der Service sehr nett und man hat viele verschiedene Bereiche, in denen man sich aufhalten kann. Dann wäre da noch das «Haute», wo ich das Essen und den Service ebenfalls ausgezeichnet finde. Genauso wie den Ausblick. Ansonsten kochen wir auch sehr, sehr gerne zuhause.

Wenn es um Schweizer Weine geht, wo liegen ihre Präferenzen?

Ich mag gerne die Pinots aus dem Bündnerland. Dort gibt es viele grossartige Produzenten wie beispielsweise Georg Fromm oder Gantenbein. Beide finde ich sehr toll. Was ich auch gerne mag sind Walliser Weine. Vor allem die autochthonen Sorten wie Heida oder Petite Arvine, für mich sind diese Schweizer Spezialitäten etwas ganz besonderes. Vor allem, wenn man sie aus unserem Chasselas-Glas geniesst, das wir vor einigen Jahren für den Schweizer Markt entwickelt haben. Leider kommen ja nur wenige Menschen ausserhalb der Schweiz in diesen Genuss, denn die Schweizer trinken ihren Wein zum grössten Teil ja gleich selbst. Auch die Weissburgunder aus dem Bündnerland gefallen mir sehr gut, die zeigen sich am besten in einem Burgunderglas, weil sie oft gerne und viel im Holz ausgebaut werden.

Laetizia Riedel-Röthlisberger
Laetizia Riedel-Röthlisberger

Foto beigestellt

www.riedel.com