Jahrgang 2016 im Piemont: Gute Qualität und Quantität

Die Ernte im Piemont fällt dieses Jahr aufgrund der optimalen Witterung reichlich aus.

© Shutterstock/Paolo Bona

Die Ernte im Piemont fällt dieses Jahr aufgrund der optimalen Witterung reichlich aus.

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Die Vorzeichen sehen mehr als positiv aus: Viele Winzer aus dem Piemont melden bereits gute Weinernte-Resultate und sind mit der Qualität und Quantität sehr zufrieden. Die Zucker-Konzentration erreicht in etwa jene von 2015, aber mit mehr Struktur und lebendigerer Säure.

Stressfreie Erntezeit

Während die Ernte 2015 sehr früh eingeholt werden musste – als Grund geben die Winzer den ungewöhnlich warmen Sommer und Zeitdruck aufgrund von grossen Regenmengen an – war dieses Jahr die Erntezeit optimal und, im Vergleich, «relativ stressfrei».

«Wir konnten uns dieses Mal bei der Ernte Zeit lassen und jeder Weinsorte die benötigte Reifezeit geben.»
Andrea Sottimano, Barbaresco-Winzer in Neive zu «Decanter»

Winzer im Piemont konnten sich für ihren Nebbiolo bis Ende Oktober Zeit lassen. Als Grund gab man die ausreichende Regenmenge im August an. Winzer berichten dem «Decanter» von so kompakten Beerenhäuten, wie sie seit Jahren nicht mehr gesehen haben. Laut Chiara Boschis von E. Pira & Figli war schlicht und einfach die grosse Traubenmenge ein weiterer Grund für die verlängerte Erntezeit.

Gute Ergebnisse trotz Unwetter

Die einzige Barolo-Gemeinde, die hier etwas aus der Reihe tanzt ist La Morra. Schuld daran gibt man einem Hagel-Unwetter. Die Qualität soll jedoch uneingeschränkt gut sein. Wenn man über den Tanaro-Fluss zu Stefano Ferrio von Cascina Ca’Rossa blickt, zeigt sich wieder ein anderes Bild: Mitten in der Erntezeit musste er sich neue Tanks anschaffen, um die überschüssigen Weintrauben verarbeiten zu können. Auch für Freunde des weissen Tropfens soll es dieses Jahr gut aussehen. Die ersten Weisswein-Kostenproben fallen den Winzern zufolge lebhaft und fruchtig aus.

In Alto Piemonte

Hier zieht man positive Ähnlichkeiten mit der Erntequalität der Langhe, Qualität und Quantität stimmen auch hier. Lessona und Bramaterra haben jedoch einige Verluste aufgrund von Hagelschäden im Mai zu verzeichnen. Feuchtere Regionen sollen hingegen mit Fäulnis zu kämpfen gehabt haben. Für jene Winzer, die den Problemen erfolgreich entgegenwirken konnten, verspricht man sich die Intensivität von 2015, jedoch mit einer besseren Balance und frischeren Aromen, so Winzer Cristiano Garella.

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