International Hotspot: «TaBar», Lubljana

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Ljubljana ist eine entzückende Stadt mit pittoreskem Zentrum und wunderhübscher Flusspromenade, sie liegt nicht weit vom Meer und noch näher an den Bergen – bloss kulinarisch ist noch ein wenig Luft nach oben. Sicher, hier und da wartet ein klassisches Fine-Dining-Restaurant, und keine 20 Minuten entfernt kocht Slavko Žagar in seiner «Gostilna Skaručna» verwegen gute, ursprüngliche Balkanküche. Ausgerechnet im Zentrum der Stadt aber herrscht grossteils Burger-, Steak- und Craft Beer-Tristesse.

Die «TaBar», eine Wortschöpfung aus Tapas und Bar, ist da so etwas wie ein gallisches Dorf des guten Essens: direkt an der Touristenmeile gelegen, kulinarisch trotzdem weit von der Konkurrenz entfernt. Das Konzept erinnert ein wenig an die «Bar Brutal» in Barcelona, die «Freundschaft» in Berlin, oder das «MAST» in Wien: traditionell gedachte, aber modern gemachte Speisen plus eine Weinkarte voll mit grossteils unkonventionellem, spannendem Zeug.

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Wer eintritt, den grüsst zunächst die Antipasto-Vitrine. Ganz wie im nahen Italien stapeln sich da herrliche Schinken, Würste und Speckseiten, gereifte Käse und eingelegtes Gemüse. Auf der Karte stehen mediterran inspirierte Happen, die zuweilen etwas affig klingen, bei denen aber Aromen und Konsistenzen so geschickt miteinander verbunden werden, dass man schnell verzeiht: «Austern, Tomaten, Tintenfisch» etwa ist eine herrlich erfrischende Mischung aus Land und Meer, «Melanzani, Paprika, Miso» würde auch in einem japanischen Izakaya eine gute Figur abgeben.

Serviert wird alles in Tapas-Grösse. Das hat den Vorteil, dass man sich zu viert durch die ganzen Karte kosten kann. Und weil wir in Slowenien sind, stehen auch die Preise der Schlemmerei nicht im Weg. Die Küche bietet zwar auch ein Menü an, besser ist es aber, selbst zu wählen – sonst fällt man mitunter um die interessanteren, aber nicht ganz so mehrheitsfähigen Gänge wie «Thunfisch, Salat, Hirn» um.

Mindestens so spannend ist der Wein: Auf der umfangreichen Karte stehen fast nur Flaschen, die anderswo als Natural Wine bezeichnet werden würden und, weil das in Slowenien Tradition hat, auch jede Menge Oranger Wein. Was hier sehr, sehr gut funktioniert: Erstens kennen die Sommeliers ihre Karte genau und finden je nach Bedürfnis etwas, das sowohl den Bordeaux-Fan als auch den Schwefelfrei-Trinker freut. Und zweitens sind fast alle Flaschen, Natural hin oder her, schlicht sehr, sehr fein. Ebenfalls erfreulich: Viele der Weine werden auch glasweise angeboten.

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Bewertung

Essen 46 von 50
Service 19 von 20
Weinkarte 18 von 20
Ambiente 9 von 10
GESAMT 92 von 100

Fazit: Die ziemlich sicher spannends­­­­­te Küche Ljubljanas und gleichzeitig ein wunderbarer Ort, um die Vielfalt des slowenischen Weins kennenzulernen. Weil es auch gleich am Fluss in der Altstadt liegt, kann man nachher problemlos zu Fuss ins Hotel wanken.

Tabar
Ribji trg 6
1000 Ljubljana, Slowenien
T: +386 31 764063
www.tabar.si

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Falstaff Nr. 03/2019
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