Wasserperlen am eisgekühlten Bier. In Bologna ist dieser Anblick Geschichte. / © Shutterstock
Wasserperlen am eisgekühlten Bier. In Bologna ist dieser Anblick Geschichte. / © Shutterstock

Was für Bierfans eine Todsünde ist, wird in Bologna Gesetz. Denn wie die Online-Plattform der österreichischen Tageszeitung Der Standard berichtet, dürfen Kioske und Shops in Bologna in Zukunft Bier nur mehr ungekühlt, das heisst mit Raumtemperatur, verkaufen. Lokale sind von der Regelung zum Glück ausgeschlossen, allerdings wird das kalte Rauschmittel bevorzugt in kleinen Geschäften und Kiosken in der Innenstadt gekauft, um dann dem so genannten «Botellón» zu frönen. Das beschreibt eine Tradition in Mittelmeerländern wie Spanien oder eben Italien, bei der sich Jugendliche bzw. junge Erwachsene zum Start ins Wochenende in grossen Gruppen an öffentlichen Plätzen treffen, um gemeinsam und meist mit viel selbst mitgebrachtem Alkohol zu feiern. 

In Bologna gilt die Regelung zwar nur für das Universitätsviertel, trifft aber damit insbesondere die trinkfreudigen Studenten. Dem nicht genug, wird auch das Alkoholverbot in Bologna ausgeweitet. Alkoholika dürfen nun nach 21 Uhr nicht mehr verkauft werden, anstatt wie bisher erst nach 23 Uhr.  

Saftige Strafen
Generell sind solche Alkoholverbote – sie betreffen meist sowohl den Verkauf als auch den Konsum an öffentlichen Plätzen – in Italien nicht unüblich. Ähnliche Verbote gibt es etwa in Florenz und Venedig. Auch die Hauptstadt Rom hat für einige Zonen im historischen Stadtzentrum Alkoholverbote installiert. Der italienischen Tageszeitung «La Stampa» zufolge werden dort bei Verstoss saftige Strafen fällig: Verkäufer müssen bis zu 280 Euro, Konsumenten bis zu 150 Euro Bussgeld zahlen.

Schwarzmarkt für Bier?
Mit den neuen Vorschriften will der Bürgermeister das nächtliche, alkoholisierte Treiben auf den Strassen der Stadt etwas beruhigen. Das warme, ungeniessbare Bier soll potentielle Trinker auf andere Ideen bringen. Ob die eigenwillige Massnahme Erfolg haben wird, oder ob sich ein Schwarzmarkt mit dem illegalen kühlen Blonden auftut, wird sich erst zeigen.

 

(Redaktion)

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