Der Duke of Argyll vor dem verschneiten St. Moritz / Foto beigestellt
Der Duke of Argyll vor dem verschneiten St. Moritz / Foto beigestellt

Er ist selbst leidenschaftlicher Polo-Spieler und zugleich Brand Ambassador für den Luxus-Whisky-Brand Royal Salute. Falstaff traf «His Grace», the Duke of Argyll, Torquill Ian Campbell, beim Snow Polo in St. Moritz und sprach mit ihm über die Besonderheit des Whiskys und warum es ihm nicht ums Geschäft geht.

Falstaff: Wie sind hier im kleinen Ort St. Moritz, der als Wiege des Snow Polo gilt. Ist es Ihr erster Besuch hier?
Torquill Ian Campbell: Nein, vor etwa 15 Jahren war ich schon einmal hier, aber heute wie damals ist es beeindruckend.

Sie präsentieren Royal Salute als Brand Ambassador. Welche Verbindung gibt es zwischen dem Luxus-Brand und Snow Polo?
Eine wirklich schöne: luxuriöses Publikum, einflussreiche Leute, Menschen die schöne Dinge im Leben geniessen. Und es geht auch um Power und Eleganz – was wir sowohl bei Whisky als auch bei Polo haben. Heute sind wir einer der grössten Sponsoren des Polos – nicht nur hier sondern in Summe in 14 Ländern rund um den Globus – von Buenos Aires über Amerika, Dubai, Indien, Singapur, Korea, China, Australien bis hin zu Spanien und Italien. Und wir sind damit höchst erfolgreich.

Geht es also bei dem Event nur ums Geschäft?
Es gibt viele Sponsoren – auch wenn ich keine nennen werde – die Polo als einen Weg dafür sehen. Uns geht es um etwas anderes: Wir haben Polo in Länder gebracht, wo es das bislang noch nicht gab. Wir haben Menschen dazu gebracht, um die Welt zu reisen für diese Sportevents. Wir tun auch viel für Prince Harry mit seinem Sentebale-Unternehmen – wir sponsern diese Polo Cups nun seit bereits vier Jahren. Es geht uns um mehr, als nur einen guten Drink zu promoten. Und die Polo-Community dankt uns das – denn wir tun etwas Positives.

Bereits 1995 waren Sie im Ausland unterwegs und arbeiteten als Marketing Manager von Pernod Ricard France in Hong Kong. Wie kam es dazu?
Vor dieser Zeit arbeitete ich für einige Zeit in der Hotelindustrie, verbrachte viel Zeit in Middle-East. Dann aber kaufte ein Unternehmen die Firma auf und ich überlegte lange, was ich beruflich weitermachen will. Ich wollte einen seriösen Job, mit Aussichten und Möglichkeiten. Wenn Leute mich gefragt haben, sagte ich immer: Ich will kein Rechtsanwalt sein, weil man da immer mit bad news konfroniert ist. Ich will kein Banker sein, weil der erzählt einem immer was man mit seinem Geld machen soll. Ich will kein Arzt sein, weil da geht es die ganze Zeit um Krankheiten. Ich dachte mir, wenn ich in die Getränkeindustrie gehe, ist man den Grossteil der Zeit damit beschäftigt, Menschen glücklich zu machen. Also wählte ich diesen Weg und kam zu Pernod Ricard.

Haben Sie das je bereut?
Nein, ich hätte nichts anderes machen wollen. Wenn ich jetzt zurückblicke, sammelte ich all die Lebenserfahrung in meiner Zeit bei Pernod Ricard – durch Lebensbereiche die ich durchlebte, durch Menschen die ich traf. Pernod Ricard ist ganz besonders – die Mitarbeiter bleiben in der Regel lange beim Unternehmen und man lernt sie mit der Zeit auch sehr gut kennen.

Klingt nach einem «Traumjob», Sie scheinen ein Glückspilz zu sein.
Ja, ich bin sehr glücklich damit, und ich liebe meine Arbeit.

Die sorgt aber auch dafür, dass Sie sehr wenig zu Hause sind. Sie sind Vater und Ehemann, wie lässt sich das mit dem dichten Zeitplan vereinbaren?
Manchmal kommt meine Familie mit mir zu den Polo-Spielen – etwa nach Indien zu Weihnachten und über Neujahr. Es ist vielleicht nicht immer das beste Programm für kleine Kinder. Es ist schön für sie für einen Tag. Aber ich muss es ja länger als einen Tag machen, manchmal auch für eine ganze Woche – das ist ziemlich kompliziert. Dennoch, meine Frau und meine Kinder lieben Polo, wenn auch weniger intensiv als ich.

Auch Royal Salute ist bei den Polo-Games dabei. Heutzutage ist es der einzige Scotch Whisky mit einem Alter von mindestens 21 Jahren. Wie kam das?
Begonnen hat die Geschichte 1953, da wurde Royal Salute zur Krönung von Queen Elisabeth II. das erste Mal kreiert. Benannt ist er nach den 21 traditionellen Kanonenschüssen die bei der Zeremonie abgefeuert wurden – das wiederum gilt als das grösste Zeichen der Hochachtung in der Welt der Monarchie. Zu der Zeit gab es nur ein Unternehmen, das Whisky dieses Alters lagernd hatte. Während des Kriegs stoppten die Distillerien nämlich die Produktion, und ausserdem tranken die Leute damals selbst besonders viel Whisky. Chivas Brothers hatten aber noch ein Lager – sie füllten den Whisky in drei Porzellanflaschen: in eine blaue, eine rote und eine grüne. Blau verkörpert den Saphir, Rot steht für den Rubin und Grün für den Smaragd. 2003 schliesslich stand der 50. Jahrestag der Krönung der Queen an. Ich sprach zu der Zeit mit dem damaligen Marketingchef von Chivas Brothers und meinte, dass wir dafür etwas ganz Besonderes machen sollten. Also produzierten wir 255 Flaschen eines 50-jährigen Royal Salute – was ein sehr, sehr kompliziertes Unterfangen ist. Viele andere Distillerien haben bereits versucht einen 50-jährigen Whisky herzustellen, aber meist blieb nur eine Flasche davon übrig.

Warum ist das so eine Herausforderung?
Wenn man den Whisky in die Fässer füllt, verschwindet jedes Jahr ein Teil davon durch das Holz. Wenn man also den Spirit in vier Fässer füllt und für 12 Jahre lagert, ist dann nur noch der Inhalt von drei Fässern übrig. Wenn man für 50 Jahre lagert, in 250-Liter-Fässern, bleiben pro Fass etwa zwei bis drei Liter übrig. Deswegen sind diese Whiskys nicht nur rar, sie sind auch sehr teuer. Dass wir also 255 Flaschen abfüllen konnten, ist wirklich besonders.

Der 21 Gun Salute ist allerdings noch nicht die absolute Spitze.
Exakt. Vor einigen Jahren erschufen wir den Royal Salute 62 Gun Salute, was ein 40 Jahre alter Whisky ist. Und der ist richtig teuer. Es gibt nämlich noch eine Steigerung des Rituals 21 Gun Salute – dann, wenn die Zeremonie in einem königlichen Gebäude, zum Beispiel im Tower of London, stattfindet – dann gibt es weitere 21 Kanonenschüsse. Stehen wir also bei 42 Kanonenschüssen. Und weil der Tower of London in einem alten Stadtteil steht, gibt London on top nochmal 20 Schüsse darauf. In Summe entsteht so ein 62 Gun Salute.
Ganz speziell ist aber auch der Royal Salute Tribute to Honor. Der reift mindestens 42 Jahre lang und davon wurden nur 21 Flaschen produziert, die Flaschen sind aus purem neuseeländischen Porzellan gemacht und mit Diamanten verziert. Ich bekomme selbst Respekt davor, wenn ich so davon spreche. (lacht) 200.000 Dollar kostet so eine Flasche.

Wieviele Flaschen sind von der Edition noch übrig?
Nur eine oder zwei.

Hat auch der 38-Jährige Royal Salute eine besondere Historie?
Ja, wir nennen ihn Stone of Destiny – denn dieser ist ein wesentlicher Teil der Geschichte Schottlands. Seit Urgedenken wird er bei jeder Krönung unter den königlichen Thron gelegt als Zeichen von Macht. Keiner weiss, woher der Stein kommt, manche glauben er kommt aus Irland und meine Familie kommt ja aus Irland, was bedeutet, wir hätten den Stein verwendet, aber das ist nicht nachweislich belegt. Aber wie auch immer, die heutigen Könige und Königinnen von Grossbritannien werden auf diesem Stein gekrönt.

Ihr «Baby» in der Whisky-Familie ist also 21 Jahre alt. Welcher der Whiskys ist nun Ihr Favorit?
Sehr oft trinke ich das «Baby», also den 21-jährigen Royal Salute. Der 38-jährige ist sehr intensiv, das trinkt man nicht so oft. Es ist kein Drink für 18 Uhr, es ist ein Drink für 23 Uhr – mit Freunden, die den Whisky ebenso langsam und genussvoll trinken. Unsere Polo-Sonderedition von Royal Salute ist hingegen auch ein guter Nachmittags-Drink. In Wahrheit aber, hat Whiskygenuss immer etwas mit der Zeit und dem Ort zu tun. Royal Salute ist der beste Luxus-Whisky der Welt, das glaube ich wirklich. Und das glauben auch viele andere rund um den Globus, immerhin ist Royal Salute der beste Luxuswhisky weltweit. Aber manchmal will man auch mal etwas anderes trinken. Ich würde aber zum Beispiel niemals fragen, ob man Royal Salute in einen Whiskycocktail mischt, das wäre Verschwendung.

von Marlene Auer