Herkunft von Eiern oft ungewiss – nicht nur zu Ostern

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Beim privaten Einkauf achten wir als qualitätsorientierte und umweltbewusste Konsumenten genau darauf, wo die Eier herkommen und wie die Hühner gehalten wurden. Eier-Produktion in Legebatterien ist in der Schweiz und der gesamten Europäischen Union verboten, der Import von Eiern aus Käfighaltung aber immer noch erlaubt. Diese kosten ein paar Rappen weniger und werden uns immer wieder untergejubelt, ohne dass wir es merken: Sei es in der Gastronomie und Hotellerie, bei verarbeiteten Produkten oder eben bei bemalten Ostereiern. 

Bei gefärbten Eiern ist Skepsis angebracht

Die Eierproduktion in der Schweiz stieg im Jahr 2015 auf 868 Millionen Stück an. Gerade rund um Ostern werden besonders viele Eier verspeist. Bereits gekochte und gefärbte Eier unterliegen nicht der strengen Kennzeichnungspflicht, die in der Schweiz und EU-weit für rohe Eier gilt. Jedes in der Schweiz und EU gelegte Ei, das für den Handel gedacht ist, muss einen einfach lesbaren Eiercode tragen. Entscheidend ist dabei schon die erste Ziffer, die über die Haltung wie folgt Auskunft gibt:

0 bedeutet Bio-Haltung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung

Bei Import aus einem Nicht-EU-Land, wenn es sich um Eier aus einer Legebatterie handelt, muss der Verweis «aus in der Schweiz nicht zugelassener Käfighaltung» stehen. 

Gekochte und gefärbte Eier sind von dieser Regelung ausgenommen, deshalb ist hier sehr kritisch auf die Verpackung zu achten. Die Haltungsform muss auf der Osterei-Verpackung angegeben werden. Die Färbereien werden mehrmals pro Saison kontrolliert. Zum Färben der ausgezeichneten Ostereier werden ausschliesslich lebensmittelechte, im Zulassungsverfahren streng geprüfte Farben verwendet. Auf der «Migros»-Webseite kann man den Code des Eis bis zum Bauernhof zurückverfolgen, von dem es stammt. Bei Importeiern kann man die Herkunft der Eier über die deutsche Seite www.was-steht-auf-dem-ei.de überprüfen.  

Wenig Transparenz in der Gastronomie

Wie eine kurzfristig durchgeführte Falstaff-Umfrage zeigt, ist ein Grossteil der Konsumenten beim Genuss von Eiern in der Gastronomie erstaunlich unkritisch. Überwiegend wird den Gastronomen vertraut, dass sie selbst auf gute Qualität bei den Eiern achten. Da Vertrauen zwar gut, aber Kontrolle besser ist, könnte man durch gezielte Fragen nach der Herkunft der Eier mehr Bewusstsein schaffen. Denn leider ist es ein Faktum, dass in der Gastronomie noch massenweise Eier aus ungeklärter Herkunft verwendet werden. Das Angebot in den Gastro-Märkten reicht vom Stangen-Ei, das Dotter und Eiklar gleichmässig trennt, bis zu Rührei-Fertig-Mischungen aus dem Kanister.

Das Frühstücks-Ei unter der Lupe

Noch weniger nachvollziehbar ist für Konsumenten, welche Eier in verarbeiteten Produkten wie Teigwaren oder Mehlspeisen verwendet werden. Es gibt keine Kennzeichnungspflicht, Produzenten können nur auf freiwilliger Basis die Herkunft der verwendeten Eier deklarieren. Dies gilt übrigens auch für Gastronomen, die niemand daran hindert, auf der Speisekarte anzugeben, wo sie ihre Eier beziehen.

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