Herkunft von Eiern oft ungewiss – nicht nur zu Ostern

© Shutterstock

© Shutterstock

Beim privaten Einkauf achten wir als qualitätsorientierte und umweltbewusste Konsumenten genau darauf, wo die Eier herkommen und wie die Hühner gehalten wurden. Eier-Produktion in Legebatterien ist in der Schweiz und der gesamten Europäischen Union verboten, der Import von Eiern aus Käfighaltung aber immer noch erlaubt. Diese kosten ein paar Rappen weniger und werden uns immer wieder untergejubelt, ohne dass wir es merken: Sei es in der Gastronomie und Hotellerie, bei verarbeiteten Produkten oder eben bei bemalten Ostereiern. 

Bei gefärbten Eiern ist Skepsis angebracht

Die Eierproduktion in der Schweiz stieg im Jahr 2015 auf 868 Millionen Stück an. Gerade rund um Ostern werden besonders viele Eier verspeist. Bereits gekochte und gefärbte Eier unterliegen nicht der strengen Kennzeichnungspflicht, die in der Schweiz und EU-weit für rohe Eier gilt. Jedes in der Schweiz und EU gelegte Ei, das für den Handel gedacht ist, muss einen einfach lesbaren Eiercode tragen. Entscheidend ist dabei schon die erste Ziffer, die über die Haltung wie folgt Auskunft gibt:

0 bedeutet Bio-Haltung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung

Bei Import aus einem Nicht-EU-Land, wenn es sich um Eier aus einer Legebatterie handelt, muss der Verweis «aus in der Schweiz nicht zugelassener Käfighaltung» stehen. 

Gekochte und gefärbte Eier sind von dieser Regelung ausgenommen, deshalb ist hier sehr kritisch auf die Verpackung zu achten. Die Haltungsform muss auf der Osterei-Verpackung angegeben werden. Die Färbereien werden mehrmals pro Saison kontrolliert. Zum Färben der ausgezeichneten Ostereier werden ausschliesslich lebensmittelechte, im Zulassungsverfahren streng geprüfte Farben verwendet. Auf der «Migros»-Webseite kann man den Code des Eis bis zum Bauernhof zurückverfolgen, von dem es stammt. Bei Importeiern kann man die Herkunft der Eier über die deutsche Seite www.was-steht-auf-dem-ei.de überprüfen.  

Wenig Transparenz in der Gastronomie

Wie eine kurzfristig durchgeführte Falstaff-Umfrage zeigt, ist ein Grossteil der Konsumenten beim Genuss von Eiern in der Gastronomie erstaunlich unkritisch. Überwiegend wird den Gastronomen vertraut, dass sie selbst auf gute Qualität bei den Eiern achten. Da Vertrauen zwar gut, aber Kontrolle besser ist, könnte man durch gezielte Fragen nach der Herkunft der Eier mehr Bewusstsein schaffen. Denn leider ist es ein Faktum, dass in der Gastronomie noch massenweise Eier aus ungeklärter Herkunft verwendet werden. Das Angebot in den Gastro-Märkten reicht vom Stangen-Ei, das Dotter und Eiklar gleichmässig trennt, bis zu Rührei-Fertig-Mischungen aus dem Kanister.

Das Frühstücks-Ei unter der Lupe

Noch weniger nachvollziehbar ist für Konsumenten, welche Eier in verarbeiteten Produkten wie Teigwaren oder Mehlspeisen verwendet werden. Es gibt keine Kennzeichnungspflicht, Produzenten können nur auf freiwilliger Basis die Herkunft der verwendeten Eier deklarieren. Dies gilt übrigens auch für Gastronomen, die niemand daran hindert, auf der Speisekarte anzugeben, wo sie ihre Eier beziehen.

MEHR ENTDECKEN

Mehr zum Thema

News

Unsere Lieblingsrezepte mit Zwetschgen

Das Steinobst hat jetzt Hochsaison und lässt sich vielfältig verkochen – hier gibt’s unsere Lieblingsrezepte und Rezepttipps.

News

Zweite Ausgabe für Falstaff Gourmet Weekends

Nach dem grossen Erfolg des ersten Bandes kommen nun zwölf neue Wochenend-Trips für Gourmets in Buchform auf den Markt.

News

Restaurant der Woche: Restaurant Rössli

In dem 2016 als «historisches Restaurant des Jahres» ausgezeichneten «Rössli» glaubt man, die Zeit ist stehen geblieben. Auch, weil man in einem Haus...

News

FRAG DEN KNIGGE! Herzlich Willkommen

Was gilt es als Gastgeber zu beachten, damit es schöne Tage werden und der Gast sich wohlfühlt? Knigge beschreibt acht Verhaltensempfehlungen für den...

News

Nespresso: Fünf Länder in fünf Kapseln

Von Äthiopien, Kolumbien, Indien, Indonesien bis Nicaragua: Nespresso lanciert die Master Origin Kaffees mit neuen Produktionsverfahren.

News

Gastrosophinnen: Genuss ist Frauensache

Die Begeisterung fürs Kochen und die Freude am Genuss haben sie zusammengeführt. Die Gastrosophinnen stehen für Inspiration und die Liebe zur...

News

Soi Thai: Pop-up Streetfood in Zürich

FOTOS: Bis 15. September verwandelt sich die alte Seilerei an der Rämistrasse beim Bellevue in eine thailändische Strassenküche.

News

Restaurant der Woche: Villa am See

Bei dieser klassischen Villa mit Terrasse, auf der Zitronen wachsen, und dem See nur einen Fussweg davon entfernt, vergisst man die Sehnsucht nach...

News

Severin Cortis Küchenzettel: Seeteufel der Flüsse

Nur die wenigsten wissen um das herausragend feste und saftige Fleisch eines Räubers aus den Tiefen unserer Alpenflüsse und -seen. Dabei ist die...

News

Top 5 Picknick-Angebote in der Schweiz

Vom Picknick am Seil mit Blick aufs Matterhorn, dem Picknick im Rucksack oder einem Gourmet-Picknick mit Butler Service: Wir zeigen unsere Top 5...

News

Ostschweizer Feinsinn: ArtVino – Ein Fest der Sinne

Bei Weindegustationen benötigen wir unsere fünf Sinne, um den Wein mit all seinen Facetten zu erkennen. Was, wenn einer der fünf Sinne ausfällt?

Advertorial
News

Erstes Cordon Bleu-Festival in Brig

In Brig findet am Wochenende von 24. bis 25. August das erste Cordon Bleu-Festival und Kulinarische Alpenstadtfest statt.

News

Pächter des «Äscher-Wildkirchli» kündigen

Zu beliebt: Die Pächter des berühmten Schweizer Berggasthauses geben auf, da es wegen der enormen Beliebtheit zu nicht bewältigbaren Engpässen kommt.

News

Zürichs Schokoladenseite

Die Schweizer Chocolatiers gehören zu den besten der Welt und Schweizer Schokolade verzückt Menschen rund um den Globus.

News

Top 10: Was Sie wo essen sollten

Ein internationales Ranking präsentiert Lonely Planet in seiner «Ultimate Eatlist».

News

Top 10 kurios-kulinarische Aberglauben

In Portugal wird fleissig Wein verschüttet, die Griechen fürchten Petersilie und in Südamerika lässt man sich von Trauben die Zukunft prophezeien.

News

Butter: Gnadenlos gut

Ein leidenschaftliches und hemmungslos zeitgeistwidriges Plädoyer für Butter, eines der am meisten und zu Unrecht verteufelten Lebensmittel. Denn:...

News

Buchtipp: «26 Dinge zum Probieren Schweiz»

Dieser kulinarische Reiseführer präsentiert Produkte aus jedem Schweizer Kanton. Falstaff stellt drei Köstlichkeiten genauer vor.

News

Die teuersten Lebensmittel der Welt

Kaviar vom weissen Stör, ein bisschen Safran, weisser Trüffel, Matsutake-Pilze... ein Falstaff-Wegweiser durch das exquisite Universum der...

News

Massimo Bottura macht Olympia nachhaltiger

Food for Soul: Zwölf Tonnen weggeworfene Lebensmittel sollen wiederverwertet werden.