Gastrosophinnen: Genuss ist Frauensache

Gekocht wird in der Gruppe.

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Gekocht wird in der Gruppe.

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Das Miteinander spielt eine grosse Rolle für die Gastrosophinnen, die ihr Wissen und Können gerne miteinander teilen. Wer glaubt, dass man eine Meisterköchin sein muss, um sich im Verein der
Gastrosophinnen zu Hause zu fühlen, der irrt. «Die Bandbreite des Kochniveaus der einzelnen Mitgliederinnen darf und soll unterschiedlich sein, wir wollen ja voneinander etwas lernen und sind gerne bereit, das Wissen zu teilen, dadurch ist das Verständnis für das Geniessen schon gegeben und lässt diese Momente intensiver erleben», erklärt Sylvia Karle, Präsidentin der Gastrosophinnen in der Schweiz.

Kultur rund um den Tisch

Die Gastrosophinnen verbindet der Wunsch, über das Kochen hinaus die Kultur rund um den Tisch zu pflegen und zu verstehen. Denn zum Genuss gehört es, mehr über Sitten und Gebräuche, Bekanntes und Unbekanntes zu wissen und zu entdecken. Wer sich mit Hingabe in die Geschichte und Geschichten rund um das Essen, das Trinken und die Tischsitten vertieft, dem öffnen sich reiche Quellen zu neuen Einsichten und Ansichten einer genussvollen Welt. Die Vorliebe der Gastrosophinnen gilt nicht einer bestimmten Küche. Die Ausrichtung ist global.

Nur hochwertige, natürliche Produkte finden Einzug in die Küche der Gastrosophinnen.
Nur hochwertige, natürliche Produkte finden Einzug in die Küche der Gastrosophinnen.

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300 Gastrosophinnen

Der Verein der Gastrosophinnen wurde 1988 gegründet und ist nur Frauen vorbehalten. Seither haben sich die mittlerweile 300 Mitglieder mit Hingabe dem Kochen verschrieben. Ein Umstand, der schon im Namen begründet ist: Die Gastrosophie ist die Lehre von der Weisheit des Essens. Der Begriff geht auf ein 1851 erschienenes Buch von Baron Eugen von Vaerst zurück: «Gastrosophie oder die Lehre von den Freuden der Tafel». Darin erhebt er den Genuss von Speisen zu einer Kunstform.

Im Mittelpunkt des Wirkens der Gastrosophinnen steht also der Genuss, das gemeinsame Kochen, Geniessen und Zelebrieren. Jedes Detail findet dabei Beachtung und muss stimmen, angefangen von der Auswahl und Verarbeitung von hochwertigen und natürlichen Produkten bis hin zum Ambiente, wie Sylvia Karle erklärt: «Das Ambiente ist für mich persönlich sehr wichtig, die Umgebung muss stimmen. Der Tisch soll schön gedeckt sein, das müssen nicht immer exklusives Geschirr oder Tischwäsche sein, es darf auch mal rustikal, aber dafür fantasievoll daherkommen.»

Hervorragende Gerichte werden mit viel guter Laune gekocht.
Hervorragende Gerichte werden mit viel guter Laune gekocht.

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Workshops, die Spass machen

Mittlerweile gibt es in der ganzen Schweiz Gastrosophinnen-Kochgruppen. An den jeweiligen Kochanlässen bilden sich die Kochgruppen immer wieder neu, oft begegnet frau sich dort aber wieder. Es gibt keine Verpflichtung zur Teilnahme, doch lockt die Mitglieder ein spannendes hochkarätiges Jahresprogramm.  Zahlreiche interessante Workshops, Kurse bei bekannten Köchinnen und Köchen im In- und Ausland sowie inspirierende thematische Reisen stehen auf dem Programm. Und wie werden die vielfältigen Themen der Workshops ausgewählt? «Wir hören und lesen diverse Fachgespräche, erhalten Tipps seitens der Mitglieder und nehmen neue Trends auf», so Sylvia Karle.

Welche Workshops stehen als Nächstes an? Eine Frage, die Sylvia Karle mit der entsprechenden Vorfreude beantwortet: «Wie sticht man weissen Spargel richtig? Dann: Wie halte ich ein gut geschliffenes Messer richtig in den Händen, welches benutze ich wofür? Und im September geht es um Eatalk-Fermentation oder die eigene Sensorik diverser Produkte»,  so Sylvia Karle. Die Gastrosophinnen nehmen auch gerne an Veranstaltungen wie der FOOD ZURICH teil. «Für viele Gastrosophinnen ist es ein Highlight, ihr Können einem grösseren Pub­likum zu präsentieren. Gute Gespräche mit interessierten Menschen zu führen und das Kennenlernen von neuen Anbietern», beschreibt Sylvia Karle die Motivation der kochenden Damen.

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