FRAG DEN KNIGGE! Wie überbringe ich schlechte Nachrichten?

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»Wie kommuniziere ich pikante Dinge in einem vollen Restaurant?«
Franz L. aus Graz.

Es gibt Schöneres als schlechte Nachrichten zu überbringen. Doch anders als früher droht heute selten der Verlust seines Kopfes. Das ist gut. Was aber droht, ist dass jemand sein Gesicht verliert. Was nicht gut, aber menschlich ist. Weil der Verursacher nicht greifbar ist, schnappen wir uns den Nächstbesten und nehmen ihn in Haftung: den Überbringer schlechter Nachrichten.

Ich mag Menschen die Ihr Herz in die Hand nehmen und sich verantwortlich machen. Menschen, die das Risiko des eigenen Gesichtsverlustes in Kauf nehmen, um dem anderen eine Peinlichkeit zu ersparen. Und mangelnde Hygiene in den Sanitärräumen ist peinlich für den Gastronomen. «Wer weiss, wie es erst in der Küche aussieht? Andere Restaurants haben auch gutes Essen.» Und so möchte ich Sie dazu ermuntern das Pikante zu kommunizieren. Auch im vollsten aller vollen Restaurants. Damit dieses auch zukünftig voll sein möge.

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Dafür braucht es nicht viel, nur das Richtige: Diskretion. Je pikanter meine Botschaft, desto wichtiger ist es, das Gesicht zu wahren. Mein eigenes und das meines Gegenübers. Daher wähle ich den richtigen Augenblick, rede leise und unter vier Augen statt vor grossem Publikum. Ich drücke mich klar aus und machen nur so viele Worte wie nötig. Ich beklage mich nicht und klage andere nicht an, sondern beschreibe was ist. Ich vermittele dem anderen das Gefühl, ihm zu helfen ohne dafür Lorbeeren ernten zu wollen. Über ein kurzes Dankeschön freue ich mich, lasse mir aber von einer unpassenden Reaktion nicht die Laune verderben.

Diskrete Menschen sind mutige Menschen. Sie machen Elefanten zu Mücken, nehmen dem Pikanten die Schärfe und machen schlechte zu guten Nachrichten. Wohl dem, der solche Gäste hat.


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