Die Sieger mit Eckart Witzigmann. / Foto beigestellt
Die Sieger mit Eckart Witzigmann. / Foto beigestellt

Der Name Eckart Witzigmann gilt als Parameter für Qualität, auch ausserhalb der Küche: Seit 2004 gibt es den Internationalen Eckart Witzigmann Preis. Der «Eckart» wird herausragenden Persönlichkeiten in den Bereichen «Grosse Koch-Kunst», «Innovation», «Verantwortung & Genuss» sowie «Lebens-Kultur» verliehen. Am 20. Oktober war es auch in diesem Jahr wieder so weit: Die Kochwelt blickte nach München, wo im BMW Museum der Eckart 2015 im Rahmen einer eindrucksvollen Gala verliehen wurden.


Die Kunst im Namen
«Eckart, er hat die Kunst («art») schon im Namen,» sagt Michel Troisgros, und nicht nur deshalb wurden zwar die Besten geehrt, aber ein Mann stand im Mittelpunkt, von allen geachtet und bewundert, der Patron, «Chef» und Namensgeber des Preises: Eckart Witzigmann. «Der einzige Koch aus dem deutschen Sprachraum, der auch in Frankreich bekannt ist,» erzählt Michel Troigros der an diesem Abend mit dem Eckart 2015 für «Grosse Kochkunst» ausgezeichnet wurde. Die Familie Troigros («La Maison Troisgros», Roanne) prägte und prägt die grosse Küche wie kaum jemand auf der Welt. Sie besitzt die magische Gabe Tradition von Generation zu Generation weiterzugeben und so hat das Restaurant seit 47 Jahren drei Michelin Sterne.

Der Eckart 2015 für «Innovation» ging an den Humanisten am Herd Massimo Bottura von der Osteria Francescana in Modena, dessen individualistische Herangehensweise an die Kochkunst fasziniert und begeistert, irritiert und polarisiert, wie es eben gute Kunst tut. «Wäre ich nicht Koch geworden, hätte ich vielleicht eine grosse Galerie der Moderne,» so Bottura.

Den Eckart 2015 für «Kreative Verantwortung und Genuss» wurde an Claus Meyer vergeben, dessen Credo «Armut mit Genuss bekämpfen und gutes Essen teilen» die Jury überzeugte. Der «Noma» Mitbegründer hat die nordische Esskultur verändert und plant mit seiner Stiftung «Melting Pot» viele neue Projekte.

Gastfreundschaft, Kochkunst und Weinkultur sind die Säulen, auf denen die deutsche Gastronomie der Gegenwart ruht. Der Preis für «Lebenskultur» ging deshalb stellvertretend für alle deutschen Gastronomen an Ulrike Thieltges (Waldhotel Sonnora, Eifel), an die «Anwältin der Weinkultur» Melanie Wagner (Chefsommelière im Restaurant »Schwarzer Adler«) und an Klaus Erfort (Gästehaus Erfort, Saarbrücken), die alle die besten Tugenden der neuen deutschen Gastronomie verkörpern.

Viele Köche und ein Jahrhundertkoch. / Foto beigestellt
Viele Köche und ein Jahrhundertkoch. / Foto beigestellt


Viele Köche und ein Jahrhundertkoch. / Foto beigestellt

Gala-Menü der Extraklasse
«Kochen ist eine Art der Freude, um anderen eine Freude zu machen, nur so kocht man ausgezeichnet,» formulierte Michel Troisgros. Und das Gala Diner im Anschluss an die Preisverleihung schmeckte nach sehr viel Freude am Kochen. In der Küche zauberte ein reich mit Auszeichnungen und Sternen geschmücktes Topteam, «geführt» von Roland Trettl, ein Menü der Extraklasse:

  • Kevin Fehling («The Table», Hamburg): Aal und Auster im Yuzu-Apfel-Sud
  • Frederik Berselius («Aska», New York): Carelian Caviar mit Molke, Kartoffel, Kiefer und Wacholder
  • Martin Fauster («Königshof», München): Langustine mit Taschenkrebs, gelben Linsen, Stangensellerie und Anapurna-Curry
  • Björn Weissgerber («Zuma», London): Miso marinierter Wild-Lachs mit Eringi-Pilz
  • Hans Neuner («Ocean», Algarve): Medaillon vom bayerischen Reh mit Pinienkern-Guglhupf, roter Beete und Blaubeeren
  • Michel Roth («President Wilson», Genf) & Eric Léautey (Paris): Arabeske vom Schnee-Ei «Eckart 2015»

>>> Bildergalerie: Das Menü

Und das Köstlichste von allem: jedes Gericht war ein Geschmackserlebnis für sich. Höchste Kunst ohne artifiziell zu sein, einzigartige Produkte mit Erinnerungsgeschmacks-Erlebnissen. So wurde beispielsweise aus dem schlichten französischen Kinderdessert «Ile flotant» (schwimmende Insel) die Arabeske der Extraklasse. So muss und kann hohe Kochkunst schmecken. Jeder Chef hat all sein Können für den  grossen «Chef» Eckart Witzigmann gegeben. Chapeau!

Für den Ausklang des Abends komponierte die Barlegende Charles Schumann (Schumann’s, München) Cocktails für die Preisträger: Aneinander, Hommage à Troisgros, Nordic Soil und Portici di Modena.

www.eckart-witzigmann-preis.de

(von Ilse Fischer)

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