Drinks aus der Traumfabrik

In Hollywood werden neben Filmen auch ausgezeichnete Cocktails «geboren».

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In Hollywood werden neben Filmen auch ausgezeichnete Cocktails «geboren»

In Hollywood werden neben Filmen auch ausgezeichnete Cocktails «geboren».

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http://www.falstaff.ch/nd/drinks-aus-der-traumfabrik-1/ Drinks aus der Traumfabrik Diese Cocktails haben mit ihrem Auftritt ein Stück Filmgeschichte geschrieben. http://www.falstaff.ch/fileadmin/_processed_/9/3/csm_Hollywood2-Shutterstock-2640_eb3904b5bd.jpg

Casablanca (1924)

Ein Film, der fast komplett in einer Bar spielt. «Von allen Gin-Kaschemmen in allen Städten dieser Welt muss sie ausgerechnet in meine kommen», seufzt Richard «Rick» Blaine (Humphrey Bogart) in seinem «Rick’s Café Américain» im marokkanischen Casablanca.

Auf der Flucht vor Weltkrieg und Nazis tummeln sich allerhand hoffnungsvolle,
entschlossene und dubiose Gestalten in der Stadt, in der Polizeichef Captain Renault (Claude Rains) mit den Deutschen kolla-boriert. Nach seiner Nationalität befragt, antwortet Rick: «Ich bin Trinker», worauf Renault lacht: «Und das macht Rick zum Weltbürger.»

Zwischen der bezaubernden Ingrid Bergman, den zahlreichen deutschstämmigen Schauspielern, die selbst aus Nazi-Europa geflohen waren, und dem Pianisten Sam gehen zahllose Gläser über den Tresen. Wein, Cognac, Bourbon, Cointreau, aber auch Cocktails werden bereitet, vorzugsweise mit Champagner. Allen voran der betörende «French 75», benannt nach einer franzö-sischen Kanone des Ersten Weltkriegs. «Ich schau dir in die Gläser, Kleines!»

Cocktailrezept: «French 75»

Rick und Ilsa verlieben sich in «Casablanca» in einer Bar. Die Schauspieler haben eine eigene Briefmarkenstrecke erhalten.

Rick und Ilsa verlieben sich in «Casablanca» in einer Bar. Die Schauspieler haben eine eigene Briefmarkenstrecke erhalten.

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Manche mögen’s heiss (1959)

Chicago im Jahr 1929. Die Prohibition verbietet den Alkohol, und die organisierte Kriminalität kontrolliert die Strassen. Zwei Musiker, gespielt von Tony Curtis und Jack Lemmon, beobachten ein Mafia-Massaker und werden fortan vom Mafiaboss Gamaschen-Colombo und seiner Bande gejagt, die die Augenzeugen aus dem Weg räumen möchten. 

Als Frauen verkleidet, tauchen die beiden mit Bass und Saxophon als Mitglieder der Damenkapelle von Sweet Sue unter, in der auch Sugar «Kane» Kowalczyk (Marilyn Monroe) zur Ukulele singt. Gleich bei der ersten Begegnung purzelt der Blondine ein Flachmann aus dem Strumpfband. 

Auf der Schlafwagenfahrt nach Florida tummeln sich die durstigen Damen in Abteil Nummer 7. Eine halbe Flasche Whiskey ist zur Hand, und auch etwas Wermut ist rasch aufgetrieben. Kurzerhand wird eine Wärm-flasche zum Shaker umfunktioniert. Mithilfe von Schlagzeugbecken und Jazzbesen wird das nötige Eis zerkleinert, denn: Manche mögen’s kalt.

Cocktailrezept: «Manhattan»

Clockwork Orange

Beethovens 9. Symphonie und «Singin’ in the Rain» liefern den Soundtrack zu Stanley Kubricks verstörendem futuristischem Meisterwerk um Mensch, Gewalt und fehlende Moralität. Die gewalttätige Bande um Ale-xander DeLarge (Malcolm McDowell) stimuliert sich mit dem «Moloko Plus», den sie in der «Korova Milk Bar» zu sich nimmt, in Vorbereitung auf die nächsten Schandtaten.

Bandenchef Alex ist gleichzeitig der Erzähler im Film und erklärt selbst die drogenbasierten Getränkespezialitäten der Stammbar: «Die ›Korova Milk Bar‹ verkaufte Milch-Plus. Milch plus Opium oder Meskalin oder Adrenochrom, was wir tranken. Es machte dich scharf und bereit für ein bisschen von der alten Ultra-Gewalt.»

Die Bande spricht eine eigene Jugendsprache, «Nadsat» – eine Mischung aus englischem Dialekt und Russisch. «Korova» bedeutet darin «Kuh» und «Moloko» wäre «Milch». Ein exaktes Rezept für den «Moloko Plus» findet sich weder im Film noch in der Buchvorlage von Anthony Burgess, daher kursieren unterschiedliche Rezepturen rings um die Milch im Highballglas. Als Drogenersatz wollen wir es bei Absinth belassen.

Cocktailrezept: «Moloko Plus»

Cocktail (1988)

«Flair Bartending» lautet die Bezeichnung für jene Bartending-Disziplin, bei der die Shaker kunstvoll geworfen und die Flaschen kühn jongliert werden. All das erlernt der junge Brian Flanagan (Tom Cruise) in der Bar des erfahrenen Barmanns Douglas Coughlin (Bryan Brown). 

Grelle Drinks mit bunten Schirmchen, dazu das selbstbewusste Auftreten der Barkeeper prägten das Bild der Cocktailbar in jenen Tagen. Bartender von heute raufen sich die Haare, wenn ihnen Tom Cruise und die Cocktails jener Tage als Berufsbild unterstellt werden. Heute herrschen eine andere Atmosphäre und andere Arbeitsweisen an internationalen Bartresen. 

Die meisten Drinks im Film sind grell blau oder rot und verwenden viel Frucht. Aber auch einige Klassiker greift der Film auf, wie den «Brandy Flip». 

Cocktailrezept: «Brandy Flip»

Der Film «Cocktail» mit Tom Cruise spielt in der Barszene der 1980er.

Der Film «Cocktail» mit Tom Cruise spielt in der Barszene der 1980er.

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Sex and the City (1998)

In der Kultserie manövrieren sich vier Freundinnen sechs Staffeln lang durch ihre geselligen, gesellschaftlichen und amourösen Erlebnisse durch New York. Bewährter Begleiter ist dabei der rötlich leuchtende Cocktail im Martini-Glas. Tatsächlich löste die Serie einen «Cosmopolitan»-Boom in den Bars der späten 1990er-Jahre aus.

Cocktailrezept: «Cosmopolitan»

«Sex and the City» löste in den 1990ern einen »Cosmopolitan«-Boom aus. Bei der Premiere zum Film wurden die Schauspielerinnen begeistert empfangen.

«Sex and the City» löste in den 1990ern einen «Cosmopolitan»-Boom aus. Bei der Premiere zum Film wurden die Schauspielerinnen begeistert empfangen.

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The Big Lebowski (1998)

Der Kultfilm für Freunde des Bowlings und von Teppichen, die zugleich die Band «The Eagles» verabscheuen. Jeffrey «The Dude» Lebowski (Jeff Bridges) führt ein entspanntes Spät-Hippie-Leben in Kalifornien und gerät durch eine Verwechslung in einen Entführungsfall. Der «Dude» trinkt
sich durch den grossartigen Film und hat dabei in zahlreichen Szenen einen «White Russian» im Sinn oder in der Hand. Der Drink basiert auf dem «Black Russian» (Wodka und Kaffeelikör), weitere Varianten sind der «White Cuban» mit Rum oder der «Dirty Russian» mit Kakaomilch

Cocktailrezept: «White Russian»

Die Rezept stammen aus der «Capella Bar» im Breidenbacher Hof, Düsseldorf – www.capellahotels.com

Aus Falstaff Nr. 01/2017.

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