DistiSuisse: Die Brenner des Jahres

Foto beigestellt

Foto beigestellt

7 x Gold: Ernst Zuger AG

Andres Gerber, Brennmeister bei Zuber in «seinem» Reich.

© Beatrice Ruttimann

Einfach nur «Tafelkirschen» anzuschreiben, das genügte lange Zeit nicht als Qualitätsbeweis für einen Marktstand. Es mussten schon «Baselbieter Kirschen» sein, die feilgeboten wurden. Genau in diese Kirschhochburg hinein wurde 1933 die heutige Ernst Zuber AG von ihrem damals 37-jährigen Namensgeber gegründet. Was als Getreidemühle und Obsthandelsunternehmen begann, gilt heute als eine der besten Brennereien für klassischen Kirsch. Die Erfolgsgeschichte der Zuber AG ist nicht nur dem brennerischen Können der beiden Schwestern Yvonne und Rosmarie Zuber geschuldet, die das Unternehmen 1970 von ihrem Vater übernahmen. Die sorgfältige Auswahl der Rohstoffe für die Destillate spielt dabei ebenso eine grosse Rolle. Dabei setzt man auf engen Kontakt zu den Bauern der Region, die das Brennobst liefern. Diese sind zum grössten Teil dieselben Familien wie im Gründungsjahr vor über 66 Jahren. Denn dass die Weichen für ein gutes Destillat bereits bei der Warenannahme gestellt werden, davon ist man in Arisdorf überzeugt. Dass Yvonne und Rosmarie Zuber mit dieser Philosophie richtig liegen, beweisen einmal mehr die sieben Goldprämierungen in diesem Jahr.

Ernst Zuber AG

Mühlematt 20, 4422 Arisdorf
T. +41 61 811 13 04
info@zuber-ag.ch
www.zuber-ag.ch 

Die Ernst Zuber AG bekam bereits mehrmals von der DistiSuisse den Titel «Brenner des Jahres» verliehen. So auch in diesem Jahr, in dem 7 Produkte von der  Jury mit Gold prämiert wurden.

2 x Kategoriensieger: Baselbieter Kirsch aus Sauerkirschen | Vieille Poire 

Burgermeisterli | Cherry Brandy Kirschenlikör | Himbeer Likör | Zwetschgen | Williams

7 x Gold: S. Fassbind AG

Fassbind wurde schon 1856 (!) mit Gold prämiert. 

Foto beigestellt

Seit Generationen schon ist der Name Fassbind in der Schweizer Schnapslandschaft tief verankert. Die «Alte Urschwyzer Brennerei» wurde bereits 1846 gegründet und gilt als die älteste Destillerie der Schweiz. Schon 1855 verlieh ihr Napoleon III eine Goldmedaille auf der Weltausstellung in Paris. Über fünf Generationen wurde in Folge das Handwerk des Brennmeisters weitergegeben. Mittlerweile so erfolgreich, dass die hier hergestellten Destillate auch ausserhalb der Schweiz einen hohen Bekanntheitswert erreicht haben. Exportiert wird etwa nach Deutschland, Belgien, Tschechien oder Kanada.

Dass Fassbind Schweizer Qualität in Reinkultur verkörpert, zeigt sich besonders in der Betriebsphilosophie. Die verarbeiteten Rohstoffe stammen wo immer möglich aus Schweizer Anbau, was bedeutet, dass die entsprechenden Ressourcen geschützt, gepflegt und verteidigt werden.

Das Sortiment der Oberarther reicht von Kirsch bis Vieille Poire, vom soliden Pflümli bis zum Pomme «Brut de fût». In den letzten Jahren wurde die traditionelle Produktlinie um ausgefallene Likörkreationen erweitert.

S. Fassbind AG 

Poststrasse 7, 6414 Oberarth
T.  +41 41 859 04 12
peter.anderhub@fassbind.ch
www.fassbind.ch 

Zur Auszeichnung «Brenner des Jahres» an der diesjährigen DistiSuisse trugen die Goldprämierungen der folgenden Produkte bei:

Trouvaille Walderdbeergeist | Trouvaille Wildpflümli | L’Héritage de Bois Kirsch | Les Fûts Uniques Kirsch Umburana Cask | Chrüter Schälle Bur | Schwyzer Honigchrüter | Vieille Framboise

6 x Gold: Diwisa

Schweizer Wodka vom Feinsten: Willisauer Xellent.
Schweizer Wodka vom Feinsten: Willisauer Xellent.

Foto beigestellt

Das Schnapsbrennen hat in Willisau eine fast hundertjährige Familientradition, die 1918 mit dem jungen Hans Affentranger ihren Anfang nahm. Der damals 20-Jährige gründete eine Einzelfirma zur Herstellung von Spirituosen, Likör und Sirup und legte damit den Grundstein zur heutigen Diwisa. Mit mittlerweile rund 100 Mitarbeitern im In- und Ausland ist das Willisauer Familienunternehmen die Nummer eins im Schweizer Spirituosengewerbe.

Diwisa vertreibt neben Bränden wie Original Willisauer Kirsch und dem Schweizer Wodka Xellent auch Produkte für den Mix von Cocktails sowie seit 2005 auch alkoholfreie Getränke, wie den bekannten Energy-drink Trojka. Damit beweist das Unternehmen, dass Tradition und Lifestyle in der Getränkebranche kein Widerspruch sein müssen. Dass das breite Sortiment darüber hinaus klug gewählt ist und nicht zulasten der Qualität geht, zeigen die diesjährigen Goldprämierungen, die Diwisa sowohl für traditionelle Brände erhält wie auch für einen Kokoslikör, der als Basis-Spirituose für tropische Cocktails gedacht ist.

Diwisa

Menznauerstrasse 23, 6130 Willisau
T. +41 41 972 72 46
info@diwisa.ch
www.diwisa.ch 

Zur Auszeichnung «Brenner des Jahres» an der diesjährigen DistiSuisse trugen die Goldprämierungen der folgenden Produkte bei:

3 x Kategoriensieger: La Valadière Framboise | Isola Verde Amaretto | Ueli’s Wacholder

Landtwing Chrüter | Isola Verde Nocciola | Tucano Coquito

6 x Gold: Z'Graggen

Andreas und Tony Z’Graggenin ihrer Edelbrennerei.
Andreas und Tony Z’Graggenin ihrer Edelbrennerei.

Foto beigestellt

Vor fast 70 Jahren legte Anton Z’Graggen den Grundstein für eine der heute grössten Brennereien in der Schweiz. Er eröffnete 1948 seine eigene Brennerei in Lauerz, damals noch in einer kleinen Bergliegenschaft. Mit dem Bau eines neuen Standortes am Lauerzer See (dessen touristischen Wert Anton Z’Graggen schnell erkannte) und dem Zukauf weiterer Brennkonzessionen konnte er in den 1950er-Jahren rasch den Betrieb vergrössern.

Seit der Führung des Betriebs durch seine Söhne Andreas und Tony ist die Brennerei mit acht Kupferhäfen mit 2.700 Liter Brennvolumen ausgestattet worden. Aus der einstigen Lohnbrennerei wurde eine Schaubrennerei, die dank der zahlreichen Gäste schon zur Attraktion der Region geworden ist.

Die Brüder Z’Graggen lassen sich aber nicht durch den Erfolg beirren: Wie schon seit 70 Jahren steht die Qualität der Destillate an erster Stelle. Mit über 65 Produkten im Portfolio, darunter Rares wie sortenreine Kirschbrände und Lindenblütenbrand. Auch in den Internationalen Kategorien konnten sie sich erfolgreich positionieren und sogar – wie beim Swissky, dem ersten Schweizer Single Malt Whisky – Vorreiter in der heimischen Brennerszene sein. 

Schaubrennerei Z’Graggen

Seestrasse 56, 6424 Lauerz
T. +41 41 811 55 22
info@zgraggen.ch
www.zgraggen.ch 

Die Schaubrennerei Z’Graggen bekam bereits mehrmals von der DistiSuisse den Titel «Brenner des Jahres» verliehen. So auch in diesem Jahr, in dem 6 Produkte mit Gold ausgezeichnet wurden.

2 x Kategoriensieger: Z’Graggen Herdöpfeler | Z’Graggen Chardonnay 

Z’Graggen Wildkirsch | Z’Graggen Pflümli | Z’Graggen Rigi Alpenbitter | Z’Graggen Williams

6 x Gold: Humbel AG

Der Name Humbel steht mittlerweile für Top-Biobrände.
Der Name Humbel steht mittlerweile für Top-Biobrände.

Foto beigestellt

Der Name Humbel ist heute stark mit dem Namen Kirsch verknüpft. Der Brenner aus dem aargauischen Stetten gilt unter Konsumenten wie auch Kollegen als einer der kompetentesten Kirscherzeuger des Landes.

Die Brennerei wurde bereits 1918 von Max Humbel installiert - ursprünglich, um das Einkommen seines kleinen Bauernbetriebs aufzubessern. Lorenz Humbel und sein Cousin Beat verwandelten nach ihrer Übernahme 1991 den soliden, traditionsreichen Betrieb nach und nach in ein innovatives Unternehmen. Ein Meilenstein in dieser Entwicklung war zweifellos die Lancierung sortenreiner Kirschbrände – ein Novum, denn Kirsch, der Schweizer Schnaps schlechthin, wurde traditionellerweise aus unterschiedlichen, mehr oder weniger wahllos zusammengemischten Sorten gebrannt.

Mit den Jahren kamen zu den vielen Kirschsorten noch weitere Obstbrände dazu, wie etwa Holunder, Mirabelle, roter Williams und Muscat bleu. Die Früchte dazu werden von Beat Humbel selbst angebaut. Pioniergeist zeigt Lorenz Humbel auch mit Bio- und Fairtrade-Spezialitäten: Die Brennerei gehörte zu den ersten, die Schweizer Biobrände angeboten haben. 

Humbel Spezialitätenbrennerei AG

Baumgartenstrasse 12, 5608 Stetten
T. +41 56 496 50 60
info@humbel.ch
www.humbel.ch 

An der diesjährigen DistiSuisse wurden die folgenden sechs Produkte mit Gold ausgezeichnet:

1 x Kategoriesieger: Nr. 11 Muscat bleu Traubenbrand Bio Williams

Nr. 24 Wildkirschenbrand | Aargauer Bio Rüeblibrand | Nr. 4 Schattenmorelle Sauerkirsch | Nr. 6 Löhrpflaumenbrand | 

6 x Gold: Destillaria Daguot

Robert Cathomas (li.) und Beni Simeon (re.) von «Daguot».
Robert Cathomas (li.) und Beni Simeon (re.) von «Daguot».

Foto beigestellt

Seit 2014 brennen Robert Cathomas und Beni Simeon in der kleinen Destillerie in Ilanz ihre edlen Tropfen. «Tropfen» heisst auch das aus dem Surselvischen stammende «daguot» im Namen der Destillaria Daguot. Bei den Destillaten wird die rätoromanische Namensgebung fortgeführt – eine neben der ausschliesslichen Verwendung heimischer Zutaten weitere Weise, die regionale Gebundenheit des familiär geführten Betriebs zu unterstreichen.

Die Idee zur eigenen Brennerei wurde übrigens im Wald geboren: Über 40 Jahre waren die beiden Schwager gemeinsam auf der Jagd. Während so mancher ruhiger Stunde haben sie darüber sinniert, wie sie ihren Ruhestand gestalten könnten und sich bald auf eine Ausbildung zum Brennmeister geeinigt. Diese erfolgreich abgeschlossen, war der Weg geebnet für die eigene Destillerie. Inzwischen gibt es 20 Brände zu kaufen, die sie auch bei Verkostungen und auf Märkten anbieten. Der Erfolg der jungen Brennerei liess auch nicht lange auf sich warten: Neben sechs Goldmedaillen, holen sie heuer auch den Kategoriesieg mit ihrem Kräuter- und Wurzelbrand. 

Destillaria Daguot Gmbh

Untere Rheinstrasse 3, 7130 Ilanz
T. +41 79 681 26 77
info@daguot.ch
www.daguot.ch 

Zur Auszeichnung «Brenner des Jahres» an der diesjährigen DistiSuisse trugen die Goldprämierungen der folgenden Produkte bei: 

1 x Kategoriesieger: Kräuter

Vogelbeerenbrand | Macchiato | Bacio | Vogelbeeren mit Honig | Vieille Poire | Williams

5 x Gold: Gunzwiler Destillate

Urs Hecht führt die Gunzwiler Destillate schon in dritter Generation.
Urs Hecht führt die Gunzwiler Destillate schon in dritter Generation.

© Marcus Gyger

Seit 1984 führt Urs Hecht in dritter Generation die Destillation in Gunzwil, die er von seinem Vater übernommen hat. Mit Hilfe der gesamten Familie werden auch heute noch alle Früchte selbst gebrannt. Die Früchte stammen ausschliesslich von Schweizer Hochstammbäumen, deren Erhaltung und Wiederanpflanzung für den Brenner eine grosse Priorität darstellt. Nur so wird sichergestellt, dass ausnahmslos die qualitativ hochwertigsten Früchte gebrannt werden. Ganz nach dem Motto der Brennerei «Ohne Frucht – kein Destillat!»

Des Weiteren ist es die schonende Verarbeitung der Erträge, die die oft prämierte Vielfalt an Fruchtaromen garantiert. Heuer kann der Familienbetrieb neben fünf Goldmedaillen auch zwei Kategoriensiege verzeichnen: einerseits in der Kategorie «Apfelbrand», andererseits in der Kategorie «Brand aus Wildfrüchten». Dass beide Brände aus der Linie «URS HECHT» stammen, ist kein Zufall – handelt es sich dabei doch um Barrique Brände, die nur in den besten Früchtejahren hergestellt werden und in Fässern aus einheimischem Holz im Keller mit natürlichem Klima lagern. 

Gunzwiler Destillate Urs Hecht AG

Grasweg 26, 6222 Gunzwil
T. +41 41 930 19 44
info@gunzwiler-destillate.ch 
www.gunzwiler-destillate.ch 

Zur Auszeichnung «Brenner des Jahres» an der diesjährigen DistiSuisse trugen die Goldprämierungen der folgenden Produkte bei:

2 x Kategoriensieger: Urs Hecht Bernerrosen Apfelbrand | Urs Hecht Wald Holunderbrand

Honig Chrüter | Urs Hecht Pflaumenbrand | Marc Gewürztraminer

4 x Gold: Etter Soehne AG

Kirsch vom Zugersee trägt einen Namen: Etter!
Kirsch vom Zugersee trägt einen Namen: Etter!

Foto beigestellt

Die Familie Etter führt die Brennerei in Zug seit 2012 in vierter Generation und setzt seit jeher auf Tradition. 1870 gegründet, nachdem bereits 1823 erstmals Kirschbrand unter dem Namen «Etter» hergestellt wurde, brannte man 110 Jahre lang ausschliesslich Kirsch. 1981 wurde zum ersten Mal das Sortiment auf andere Fruchtsorten ausgeweitet. Im Laufe der Jahre hat sich so nicht nur das Herstellungsareal verändert und vergrössert, 2007 wurde auch der erste Single Malt Whisky gebrannt und 2010 auf den Markt gebracht. Neben Kirsch finden sich heute u.a. Geist und Cuvée, Fruchtbrand-Liqueure, Grappa, Cognac oder JOHNETT Whisky im Sortiment.

Die Fruchtbrände sind alle zu 100 Prozent aus Schweizer Obst und unterliegen zertifizierter Qualitätskontrolle. Die Kirschen stammen ausschliesslich aus der Region Zugersee, das Wasser, das zugegeben wird, ist Zugerberger Quellwasser. Natur und Verbundenheit zur Heimat stellen das Credo der Familie dar. Darin begründet sich auch, dass der gesamte Herstellungsprozess unter einem Dach erfolgt. Die hohe Qualität der Etter Brände wird heuer mit vier Goldmedaillen belohnt.

Etter Soehne AG Distillerie

Chollerstrasse 4, 6300 Zug
T. +41 41 748 51 44
etter@etter-distillerie.ch
www.etter-distillerie.ch 

An der diesjährigen DistiSuisse wurden die folgenden vier Produkte mit Gold ausgezeichnet:

Etter Wildkirsch Jahrgang 2011 | Etter Haselnüssli | Etter Vieille Prune | Etter Williams

Aus dem Falstaff Spezial DistiSuisse 2017.