Die schönsten Luxus-Chalets

Das «Chalet N» in Lech bietet einen faszinierenden Ausblick über den Arlberg. 

© Klaus Lorke No Limit Fotodesign

Das «Chalet N» in Lech bietet einen faszinierenden Ausblick über den Arlberg. 

© Klaus Lorke No Limit Fotodesign

Die müden Muskeln jammern, und Kälte zieht in die Knochen. So befreiend eine Skitour sein kann, die Nachwehen gilt es abzuschütteln. Zum Glück hat der Butler schon den Whirlpool vorgeheizt und den Champagner gekühlt. Sobald im Anschluss der Privatmasseur fertig ist, kann der hauseigene Haubenkoch das Menü servieren lassen. Heute beweisen Heilbutt und Bergkäse, welche Höhen die Asia-Alpen-Fusionsküche erreichen kann. Den Takt gibt hier der Gast vor. In Luxus-Chalets gibt es keine Zeiten und Pläne, an die sich der Kunde halten muss, sondern nur Freiheit. Und das mitten in den Bergen. Eine Gegend, die einst für ihre kargen Felswände und das spartanische Leben berühmt war. Wie konnte das passieren? 

Chalet Zeno Die Grenzen zwischen Pflicht und Kür sind in Luxus-Chalets fliessend.

Chalet Zeno Die Grenzen zwischen Pflicht und Kür sind in Luxus-Chalets fliessend. 

© Alex Filz

Aller Anfang war die Sehnsucht. Die Romantik trat zu Beginn des 19. Jahrhunderts ihren Siegeszug an. Bilder wie «Der Wanderer über dem Nebelmeer» von Caspar David Friedrich weckten Begehrlichkeiten. Ein unbestimmtes Verlangen lockte den Adel und das finanziell gut gepolsterte Bürgertum in die Schweizer Alpen. Hier wollten sie, um diesem Gefühl näher zu sein, in traditionellen Holzhäusern leben, dabei aber nicht auf Annehmlichkeiten verzichten. So wurde, was früher eine Sennhütte war, zum schmückenden Beiwerk der Villen und Pracht-Residenzen. Die Chalets waren erfunden.

Gaumenfreude Das «Chalet N» hält für seine Gäste einen Schatz von einem Weinkeller parat.

Gaumenfreude Das «Chalet N» hält für seine Gäste einen Schatz von einem Weinkeller parat. 

© Klaus Lorke No Limit Fotodesign

Hoteliers und findige Vermieter verfeinerten diese Idee im Lauf der Jahre. Gäste, die heute einkehren, suchen die Atmosphäre der Bergwelten, gepaart mit den Annehmlichkeiten der Moderne. Wichtig ist, dass nicht Protz und Prunk den Aufenthalt prägen, sondern sich die Häuser elegant in das bestehende Ortsbild einfügen. Aus Prachtbauten wurden so Trachtbauten. Denn die Zahl der unterschiedlichen lokalen Materialien, die in Bergwelten verwendet werden, ist überschaubar. Holz und Stein, möglichst in natürlicher Form, sollten das Erscheinungsbild prägen, um keine optischen Brüche zu riskieren. Individualität kommt durch neue Kombinationen, aufregende Details, vorsichtig platzierte Kontraste und natürlich die Innenausstattung ins Chalet. 

Chalet Überhaus Der Champagner kalt, das Wasser warm, die Aussicht phänomenal.

© Yves Garneau

Die Welt zu Gast

Dieser Art zu bauen kam entgegen, dass die Interessenten internationaler wurden und mehr Geld mitbrachten. Das steigert die Möglichkeiten – so die Architekten behutsam zu Werke gehen. Zwei Ansprüche prägen dabei das Erscheinungsbild. Zum einen das grundsätzliche Erbe der Bauweise. Denn bei Chalets geht es auch darum, dass der traditionelle Stil, also die Tracht der Architektur, den neumodischen Wunsch nach immer mehr erdet. Gleichzeitig soll moderner Geschmack die klassischen Gebäude auffrischen. Zum anderen treffen bei dieser Art der Hausgestaltung die Wurzeln des Besitzers oder Vermieters auf die Werte und gewachsenen Strukturen der Region. All das wird in einem Chalet miteinander vereint. 

So finden sich in modernen Luxuschalets Lifte, die von der Tiefgarage direkt ins Wohnzimmer gehen. Whirlpools, die sich auf Knopfdruck in einen Aussenpool verwandeln lassen. Es gibt Weinkeller, Schwimmbäder und ausreichend Schlafzimmer mit En-Suite-Bädern. Gerne werden üppige Glasfronten, die den Blick auf das ersehnte Bergpanorama freigeben, mit eingeplant. 

Wetscher Nicht nur die Küche, auch die Handwerkskunst orientiert sich an regionalem Material und Motiven.

Foto beigestellt

So viel Luxus zu errichten ist kostspielig und komplex, wie das Beispiel «Severin's  The Alpine Retreat» beweist. Hier kann unter anderem das Superior-Chalet «Residence» gemietet werden. Auf zwei Stockwerken und 423 Quadratmetern erstreckt sich hier ein Vorzeige-Chalet, das mit Privatkino, beheizten Skischränken und Whirlpool den höchsten Ansprüchen gerecht wird. Doch noch Ende 2016 sah es nicht so aus, als würde das Projekt in absehbarer Zeit fertig. Die Errichtergesellschaft ging im Oktober in die Insolvenz, die Arbeit am Haus musste eingestellt werden. Die Gustav-Zech-Stiftung übernahm, und das Prestige-Projekt konnte noch vor Weihnachten eröffnen.

Jetzt kredenzt Stephan Kriegelstein hier Extravagantes aus seiner Asia-Alpen-Fusionsküche, mit der er beweisen möchte, dass Bergkäse und Heilbutt wunderbar zusammenpassen. Natürlich wird das Essen auf Wunsch auch in den privaten Speiseräumen serviert.Doch all dieser Luxus schlägt sich auch in den Preisen nieder, und wer danach fragen muss, der wird sich diese Unterkünfte meist nicht leisten können. Eine Woche Luxus-Chalet verursacht schnell eine reine Mietrechnung im fünfstelligen Bereich. Kein Wunder. So steht meist ein Serviceteam für die Gäste parat, das Wünsche erfüllt, bevor diese überhaupt entstehen. So ist die Sauna vorgeheizt, wenn die Gäste vom Skiausflug kommen und der Champagner gekühlt und an der freistehenden Wanne vor dem Bergpanorama positioniert, wenn der Tag gemütlich ausklingen soll. 

Hahnenkamm Lodge Ein Luxus-Chalet ohne Ski­gebiet ist wertlos. Diese Lodge liegt im besten der Welt.

© andreaswimmer.com

Eines der teuersten Angebote, das sich auf den einschlägigen Plattformen finden lässt, ist das «Chalet N» in Lech. Rund 300'000 Euro müssen Gäste für sieben Übernachtungen zahlen – immerhin ist Platz für 22 Personen. Pro Kopf also quasi eine Okkasion. In der Karibik lässt sich für diesen Preis allerdings eine ganze Insel samt Villa mieten. Mit genug Wechselgeld für Yachtmiete und Firstclass-Flugticket. Im Chalet gibt es dafür ein Heer an Dienstpersonal. Chefkoch und Sommelier sind obligat, Masseur und Friseur ein feines Extra. Objekte dieser Art sind dabei nicht nur für Mieter interessant, sondern auch für die Besitzer. Zwischen Finanz- und Währungskrisen, Industrieskandalen und Bankenpleiten schienen Immobilien dieser Art eine sichere Anlage. Eine Verallgemeinerung, die Kunden anlockte, was wiederum Preise und Rendite in die Höhe trieb. Womit die Geldflucht in Immobilien zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung wurde.

Severin's The Alpine Retreat Der Pool ist 12,5 Meter lang, sanfte  Gegenströmung und ein eigener Wasserfall sind obligat.

Severin's The Alpine Retreat Der Pool ist 12,5 Meter lang, sanfte Gegenströmung und ein eigener Wasserfall sind obligat. 

© Tom Kohler

Heimatadresse

Preisstabilisierend ist, dass nicht jeder bauen darf, wie er möchte. Zweitwohnsitze sind in den meisten Skiregionen nicht gerne gesehen, und so müssen oft Nutzungsvereinbarungen unterschrieben werden. Darin müssen sich die Erbauer beispielsweise verpflichten, ihren Hauptwohnsitz dort anzumelden, um Leben in die Bude zu bringen. Beispielsweise in Lech am Arlberg. Die Gemeinde entschied 1993, keine neuen Zweitwohnsitze mehr zu genehmigen. Wohnungen, die als Zweitwohnsitz genutzt werden dürfen – und somit in der Zwischensaison leer stehen –, kosten bis zu 15'000 Euro pro Quadratmeter. Gibt es für ein Haus keine entsprechende Genehmigung, bricht der Quadratmeterpreis auf ein Fünftel davon ein. Nichts fürchten Bürgermeister so sehr wie Geisterdörfer. Steigende Lebenshaltungskosten vergraulen erfahrungsgemäss den Nachwuchs aus der Region. 

Chalet Mathon Koch, Masseur, Butler, Fahrer... nur baden muss man noch selbst. Tut man aber ohnehin gern. 

Foto beigestellt

Banale Ärgernisse für Menschen, deren Kreditkarte ein problemfreies Leben hergibt. In Luxus-Chalets, durchgenehmigt und – finanziert, gibt es diese Probleme nicht. Es sind Details, mit denen sich freilich niemand beschäftigen muss, der die opulente Pracht mietet oder kauft. Denn für das Publikum, auf das solche Angebote abzielen, ist nicht Geld, sondern Zeit das wertvollste Gut. Nicht das Erlebnis steht auf der To-do-Liste, sondern das Nicht-Erlebnis und die Privatsphäre. Denn die Welt, gerade die der Prominenz, ist gläsern. Durchleuchtet von Millionen Menschen. Und so kommt die etymologische Herkunft des Chalets zum Tragen. «Cala» stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie «geschützter Raum». Veraltet. Heutzutage heissen die Trends Nesting und Cocooning.

Begriffe, die nichts anderes tun, als den Kreis ins 19. Jahrhundert zu schliessen. Zur Sehnsucht nach Ruhe und Abgeschiedenheit; denn die hektische Welt findet einen schnell genug wieder. Und so ist sie gekommen, die Renaissance der Romantik.

ERSCHIENEN IN

Gourmet im Schnee
Zum Magazin

Das neue Zuhause

Stuben House Hannes Schneider
www.househannesschneider.at

Ischgl Chalet Residences Mathon
www.chalet-mathon.com

Kitzbühel Hahnenkamm Lodge
www.hahnenkamm-lodge.com

Alta Badia Chalet Zeno
www.rosalpina.at

Ofterschwang Chalet F
www.chalet-f.de

Lech Chalet N
www.chalet-n.com

Zillertal Wetscher Chalet 
www.wetscher.com

Lech Severin`s Alpine Retreat
www.severins-lech.at

Lech Chalet Uberhaus 
www.uberhaus-lech.com

St. Moritz Chesetta
www.chesetta-stmoritz.com

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