Die Mosel trauert um Annegret Reh-Gartner

Das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt trauert um Annegret Reh-Gartner.

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Das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt trauert um Annegret Reh-Gartner.

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Annegret Reh-Gartner wurde in eine Familie von Weinhändlern geboren: Ihr Vater Günter Reh, der im Januar des vergangenen Jahres verstarb, war Inhaber der Kellerei Reh Kendermann und Hauptaktionär der Sektkellerei Wachenheim. Zum Markenimperium der Familie gehörten und gehören so bekannte Namen wie Faber Sekt, Black Tower und Lindeman's. Als Reh 1978 an der Mosel das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt erwarb, warf die junge Annegret Reh-Gartner ein Auge auf den traditionsreichen Besitz. «So etwas kleines, Feines» könne ihr gefallen, merkte sie einmal beiläufig im Gespräch mit ihrem Vater an. Im Jahr 1983, nach profunder wirtschaftlicher Ausbildung im In- und Ausland, übernahm Annegret Reh-Gartner die Leitung im Weingut.

Entschlossener Qualitätskurs

Anfangs mit vielen Vorurteilen und Wiederständen konfrontiert – ein Geschäftspartner soll sich damals sogar an den Kellermeister gewandt haben, um Preise zu verhandeln, weil er nicht glauben konnte, dass die junge Frau seine Ansprechpartnerin sein könne –  biss sich Reh-Gartner in die Aufgabe hinein. Ihr entschlossener Qualitätskurs trug spätestens seit Anfang der 90er Jahre Früchte. Reh-Gartner trennte sich von weniger günstigen Weinbergen und fokussierte auf Spitzenweine. Das Lagenpotenzial mit einem bedeutenden Anteil am Scharzhofberg, einem kleinen Anteil am Bernkasteler Doctor, mit dem Mittelmosel-Monopol Josephshöfer sowie mit Grossen Lagen in Kasel an der Ruwer und Piesport an der Mittelmosel setzte Reh-Gartner brilliante frucht- und edelsüsse Weine um – und in trockne, die im Lauf der Jahre immer mehr an Definition und Format gewannen.

Annegret Reh-Gartner

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Annegret Reh-Gartner war mit Gerhard Gartner verheiratet, dem jahrelang mit zwei Michelin-Sternen dekorierten Chef aus dem früheren Aachener Spitzenrestaurant Gala. Auch nach seinem Rückzug ins Private kochte Gartner auf höchstem Niveau für seine Frau und ihre Gäste.

Der frühe Tod Annegret Reh-Gartners ist ein schmerzhafter Verlust für den Weinbau an Mosel, Saar und Ruwer – und ebenso für viele Freunde und Bekannte, die Annegret Reh-Gartner in Deutschland und weit darüber hinaus besass. Die letzten Monate ihrer schweren Krankheit nützte sie dafür, ihre Nachfolge zu regeln. Schon immer war es ihr ein Anliegen, dass das Weingut mit ausgezeichnet qualifizierten und vor allem auch mit selbständig mitdenkenden Mitarbeitern ausgestattet war. Es wird ihr in den schweren Stunden ein Trost gewesen sein, dass sie bei Kesselstatt ein sorgsam bestelltes Feld hinterlassen hat.

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