Beim Einkochen von Konfitüre kann man vieles richtig... aber auch vieles falsch machen.

Beim Einkochen von Konfitüre kann man vieles richtig... aber auch vieles falsch machen.
© Julian Kutos

Die besten Tipps und Tricks für gelungene Konfitüre

Wie wird eigentlich richtig eingekocht und welche Gewürze und Gläser werden am besten verwendet?

1. Früchte

  • Die Hauptzutat für jede Konfitüre ist vollreifes Obst. Nur aus den voll reifen Früchten, die ein volles Aroma haben und ausreichend Fruchtzucker enthalten, können Sie eine fruchtige Konfitüre kochen.
  • Ich kaufe meine Früchte bevorzugt ab Hof oder in einem Bauernladen. Da die meisten Bauern keine grossen Lager haben, ist die Qualität viel besser als in einem Supermarkt. Je nach Obstsorte gibt es direkt beim Bauern sogar täglich Frischware vom Baum.
  • Das Obst soll einen vollen Geschmack haben. Kleine Bruchstellen schaden nicht, sofern kein Schimmel vorhanden ist, da alles verkocht wird. 

2. Auf die Mischung kommt’s an

  • Konfitüren schmecken auch gemischt sehr gut. Sie müssen nicht immer nur reinsortige Konfitüren einkochen. Marille-Pfirsich, Erdbeer-Brombeere oder Holunder-Birne sind nur einige Beispiele. 
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3. Gewürze

  • Kreativität ist gefragt! Verfeinern Sie eigene Kreationen mit verschiedenen Gewürzen. Wie wäre es mit Erdbeer-Chili, Marille-Zimt oder Rhabarber-Ingwer?
  • Ideale Gewürze zum Einkochen sind Zimt, Ingwer, Vanille, Lavendel, Rosenblüten, Kardamom, Pfeffer oder Nelke.
  • Sehr gut zum Einkochen eignen sich auch Zitrusfrüchte. Ob Orange, Limette oder Zitrone, der frische Geschmack und die leichte Säure verbessern jede Marmelade. Verwenden Sie die Schale bzw. Zeste für mehr Citrus-Aroma, oder den frisch gepressten Saft für mehr Säure in der Konfitüre.
  • Sogar frische Kräuter können verkocht werden. Ob Orange-Rosmarin oder Marille-Thymian, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Besonders intensiv schmecken Konfitüren mit einem Schuss Alkohol. Ob Cognac, Stroh Rum, Grand Marnier, Marillenlikör oder Brand, Alkohol rundet den Geschmack ab und hinterlässt einen feinen Nachgeschmack.
© Julian Kutos

4. Gläser & Deckel

  • Eingekochte Konfitüren sollen lange halten, damit wir sie ausserhalb der Erntesaison essen können. Damit Konfitüren gut haltbar sind ist gute Hygiene beim Kochen unerlässlich.
  • Die Gläser und Deckel am Besten mit dem Geschirrspüler oder von Hand sehr heiss waschen. Wer besonders sorgfältig arbeitet, kann die Gläser auch auskochen und sterilisieren.
  • Die Deckel nach dem Waschen gut abtrocknen, damit sich kein Schimmel bildet. Idealerweise verwenden Sie immer einen neuen Deckel, da Deckel nach dem ersten Mal öffnen nie mehr 100 % dicht sind. Wenn sich ein Deckel beim Schliessen durchdreht, ist dieser Deckel kaputt und sollte nicht mehr verwendet werden. Gläser hingegen sind unbegrenzt verwendbar.

5.  Richtig einkochen

  • Konfitüren immer nur wenige Minuten (5 bis 10) sprudelnd kochen. Nur durch eine kurze Kochzeit bleiben Farbe und Aroma erhalten. Wenn sich ein Schaum bildet, diesen bitte abschöpfen.
  • Je nach Geschmack können Sie die Konfitüre mit dem Stabmixer leicht oder ganz pürieren oder aber mit den ganzen Früchten abfüllen.

6. Haltbar machen

  • Wenn die Konfitüre fertig gekocht ist, muss sie heiss abgefüllt werden. Zum Haltbar machen gibt es zwei Methoden.
    Die klassische Methode: Heisse Konfitüre in Gläser füllen, sorgfältig zudrehen. Nach dem Zudrehen stürzen Sie die Konfitüre und stellen sie auf den Kopf.
    Die Feuer Methode: Nach dem Einfüllen geben Sie eine kleine Menge hochprozentigen Alkohol (z.B. Stroh 60) auf die Konfitüre und zünden es an. Dann geben Sie sofort den Deckel darauf. Die Flamme verbrennt die restliche Luft, saugt den Deckel an und bildet „eine Art Vakuum“. Gläser nicht auf den Kopf stellen.

7. Geliermittel

  • Zum Einkochen benötigen Sie ein Geliermittel, damit aus einer gekochten Flüssigkeit eine Konfitüre wird. Am Einfachsten ist das Einkochen mit Gelierzucker, da dieser etwas Pektin enthält. Pektin ist ein natürliches Geliermittel, welches vor allem in Äpfeln vorhanden ist.
  • Statt Gelierzucker können Sie auch Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft oder Rohrzucker verwenden. Jetzt müssen Sie Pektin separat dazugeben. Pektin kann in der Apotheke, Bioladen oder Reformhaus gekauft werden.

8. Früchte marinieren

  • Besonders aromatisch werden Früchte, wenn sie über Nacht mariniert werden. Die geschälten, geschnittenen Früchte mit Zitronensaft, Geliermittel, Alkohol oder Gewürzen vermengen und ziehen lassen.

9. Lagerung

  • Konfitüre lagern Sie am Besten kühl und ohne direkte Sonneneinstrahlung, in der Vorratskammer, im Schrank oder im Keller. Wenn die Konfitüre gut eingekocht wurde, hält sie mindestens 1 Jahr. Sie können sie auch länger lagern, im Laufe der Zeit verliert sie allerdings an Farbbrillanz und Aroma.
  • Nach dem Öffnen ist die Konfitüre im Kühlschrank einige Wochen haltbar. Beim Herausnehmen immer einen sauberen Löffel verwenden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Um Verwechslungen zu vermeiden, alle Marmeladen mit Sorte und Produktionsdatum beschriften. 

Viel Spass beim Einkochen!

Das Video mit allen Tipps & Tricks:



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